Für die Schüler der 5 Unterprimen fand, gemeinſchaftlich mit den Schülern der anderen höheren Knabenſchulen, vom 4. November 1930 an ein„Lehrgang zur Ausbildung in der erſten Hilfeleiſtung bei Unglücksfällen“, ein ſogenannter Sanitätskurſus, in unſerer Turnhalle ſtatt. Wir ſind Herrn Hauptmann Lotheißen, der wie in den vorhergehenden Jahren in uneigennütziger Weiſe die Leitung übernommen hatte, zu beſonderem Danke verpflichtet. Desgleichen danken wir ſeinen Helfern, den Herrn von der freiwilligen Sanitätskolonne, herzlich. Der Lehrgang wurde mit einer Anſprache des Herren Präſidenten von Hahn und des Leiters, des Herrn Hauptmanns Lotheißen, eröffnet und mit einer theoretiſchen und praktiſchen Prüfung am 19. Dezember 1930 geſchloſſen.
Die Teilnehmer unſerer Anſtalt, die durch ein Erinnerungsblatt ausgezeichnet wurden, waren aus Ib 1¹: Lichtenſtein, Rettberg; aus Ib 2: Battenberg, Demmig, Dijker, Frank, Freyer, Gorr, Heppen⸗ heimer, Heyne, Kaiſer, Melsbach, Schäfer, Spieß; aus Ib 3: Döll, Kabel, Kleinſchmidt, Orth, Rauff, Ruppel; aus Ib 4: Binſack, Mayer, Ritter, Sames, Schüßler, Sehr, Vogel, Weglein, Wenz; aus Ib5: Anſpach, Aßmuth, Baum, Bloem, Braun, Dietrich, Flath, Franz, Groh, v. Hahn, Heedt, Klein, Kohl— bacher, Ramm, Schmittmann, Schrauth, Stumpf, Voigt.
Die Ausſtellung„200 Jahre Darmſtädter Kunſt“(Juni bis September 1930) auf der Mathilden⸗ höhe und in der Kunſthalle am Rheintor wurde von verſchiedenen Klaſſen beſucht. Die Anſtalt ſtellte die Marmorbüſte des früheren Direktors Lorey von Karl Scholl aus..
Während der„Weltmeiſterſchaften der Studenten“ im Sommer 1930 fand eine Ausſtellung im Landesmuſeum ſtatt:„Geſchichte der Turnbewegung in Heſſen“, wozu wir das Bild des heſſiſchen Turn— meiſters Adolf Spieß aus unſerer Turnhalle liehen. Gleichzeitig fand eine reichhaltige Sportausſtellung ſtatt, die viele unſerer Schuͤler beſuchten.
Zu Unterrichtszwecken wurden öfters beſucht das Landesmuſeum, das Schloßmuſeum und das Ge— werbemuſeum, die Gasfabrik und das Elektrizitätswerk; die Röder'ſche Herdfabrik wurde von der IIa 1 am 3. April 1930 beſucht.— Einzelne Klaſſen machten Ausflüge mit dem Auto zum Beſuche der Sehens— würdigkeiten von Frankfurt a. M. und Aſchaffenburg.
Für die Schüler der Ib und la wurde am 27. März 1930 ein Vortrag über„Flüſſige Luft“ mit Verſuchen gehalten.— Ingenieur Dr. Ferrol ſprach an 3 Tagen zu den Schülern aller Klaſſen über mathematiſche Stoffe.
Am 29. November 1930 ſprach Herr Brüger im Auftrag des Baltenverbandes vor den Schülern der Ober⸗ und Mittelklaſſen über„Eine Wanderung über deutſchen Kulturboden vom Bayeriſchen Wald bis zum Finniſchen Meerbuſen.“ Prächtige Lichtbilder erläuterten das geſprochene Wort.(Der Kaſſe unſerer Schulgruppe des V. D. A. floſſen 10 Mk. aus dieſer Veranſtaltung zu). 600 Schüler aller Klaſſen beſuchten am 17. Februar 1931 den vom Kultusminiſterium empfohlenen„Film vom ſchönen Ungarland“ im Uniontheater. Die Schüler der lal und la? beſuchten am 21. Februar 1931 die muſikaliſchen Darbietungen des Herrn G. Mager.
Die Anmeldung der ſogenannten 4⸗Jährigen fand am 3. und 4. Februar 1931, die der 3⸗Jährigen am 19. Februar 1931 ſtatt. Die Aufnahmeprüfung wurde in dieſem Jahre zum erſten Male auf An— ordnung der Behörde vor den Oſterferien, am 23. März 1931, abgehalten für alle Schüler, die nicht im Schlußzeugnis der Grundſchule im Deutſchen und im Rechnen die Note„gut“ oder„ſehr gut“ hatten.
Es will uns nach den in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen bedünken, als ob in Darmſtadt und auf dem Lande in den Orten, deren Schüler die höheren Schulen in Darmſtadt beſuchen wollen, noch nicht genügend bekannt ſei, daß auch nach dreijährigem Beſuch der Grundſchule Schüler, die gute Leiſtungen aufzuweiſen haben und geſund ſind, in die höheren Schulen eintreten können. Anfang Januar iſt eine Meldung bei dem Schulleiter nötig. Die„Dreijährigen“ gewinnen bei guten Leiſtungen und bei regelmäßigem Aufrücken für ihr ſpäteres Leben ein ganzes Jahr.
5. Schulfeierlichkeiten.
Der 600⸗Jahrfeier der Stadt Darmſtadt wurde, weil von der Stadt keine gemeinſchaftliche Feier veranſtaltet wurde, am 7. Juni 1930 in den einzelnen Klaſſen von den Klaſſenführern gedacht. Eine größere Anzahl von Schülern(leider nicht alle, nur die der oberen Klaſſen, und nicht die Lehrer) konnte ſich die Feſtſchrift„Aus Darmſtadts Vergangenheit“ von Dr. A. Müller zu ermäßigtem Preiſe erwerben.
Unſer Jugendfeſt wurde in dieſem Schuljahre am 1. Juli 1930 mit der Befreiungsfeier ver⸗ bunden und am Kahlertbrunnen abgehalten(Chor aus der Oper„Die Meiſterſinger“, 4 Gedichtvorträge, Anſprache Studienrat Kloos, Chor: Zum Rhein).
Bei der Verfaſſungsfeier am 11. Auguſt 1930 ſprach Studienrat Hilsdorf. Chor und Orcheſter wirkten mit.
Zum erſten Male hatte die Schule zur Feier des Reformationsfeſtes am 31. Oktober 1930 ſchul⸗ frei. Die evangeliſchen Lehrer und Schüler nahmen an dem Feſtgottesdienſt in der Stadtkirche teil, wobei Herr Stadtpfarrer Vogel predigte.


