Jahrgang 
1930
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(von 36) aller Altersſtufen und Größen mit rund 600 Schülern eine Landheimwoche gehabt. Die Zahl derjenigen, die aus geſundheitlichen oder anderen beſonderen Gründen zurückblieben, war ſehr gering, den führenden Lehrern ſchloſſen ſich gelegentlich Mitglieder des pädagog. Seminars an, damit ſie auch dieſe Seite des Schullebens kennen lernten. Während der Sommerferien machten 56 Schüler von der Mög lichkeit eines 14⸗wöchentlichen Ferienaufenthaltes Gebrauch. Den Herrn, die ſich zur Führung dieſer Ferienkolonie abwechſelnd zur Verfügung ſtellten, gebührt beſonderer Dank. Ohne ein vorſchnelles Urteil fällen zu wollen, kann nach einjähriger Erfahrung geſagt werden, daß das Landheim ſich reibungslos in den Organismus des Schulbetriebs eingefügt und ſich unter Lehrern und Schülern und vor allem auch den Eltern viele neue Freunde erworben hat. Lage und Einrichtung haben uneingeſchränkte Billigung gefunden, die Art der Wirtſchaftsführung hat ſich gut bewährt. Unterbringung und Verpflegung der Schüler führte nie zu Anſtänden. Die Klaſſen haben ſich ihre Woche in der mannigfaltigſten Weiſe ein gerichtet, die darüber von ihnen im Landheim niedergelegten Berichte geben davon beredtes Zeugnis; der hygieniſche und pädagogiſche Gewinn iſt für den Tieferblickenden unverkennbar. Auch die ſehr wichtige finanzielle Seite des Unternehmens hat ſich befriedigend geſtaltet. Über die Koſten des Umbaus, der In ſtandſetzung und Einrichtung, ſowie der Betriebsführung im abgelaufenen Jahr liegt die Abrechnung vor. Hier die Endzahlen: Koſten des Umbaus uſw. Rm. 4694.33. Koſten der Einrichtung: Rm. 5107.97. Allgemeine Betriebskoſten(ohne Verpflegung) im Schuljahr 1929/30 Rm. 2727.74. Es verbleibt ein Überſchuß, die Zukunft des Landheims ſcheint auch finanziell geſichert. Für die Aufbringung der Verpflegungs⸗ koſten der Schuler hat ſich die Einrichtung von Klaſſenſparkaſſen, namentlich in den unteren Klaſſen, gut bewährt. Die im Vertrag mit dem Hausverwalter ſichergeſtellten Freiſtellen haben ſich als beſonders ſegensreich erwieſen. Im Notfall leiſtete die Wohlfahrtskaſſe einen Zuſchuß. So brauchte aus Geld⸗ gründen kein Schüler zu Hauſe zu bleiben. Zahlreiche Eltern und Freunde des Landheims, die aufzu⸗ zählen hier unmöglich iſt, haben das Landheim beſucht, auch des Intereſſes behördlicher, ſtaatlicher und ſtädtiſcher, Stellen freuten wir uns. Wir danken an dieſer Stelle nochmals allen, vor allem auch den zahlreichen Eltern, die ihr unvermindertes Verſtändnis für dieſes der Jugend gewidmete Werk erneut durch die Tat bewieſen haben. Wir erblicken darin einen Anſporn, auch im kommenden Jahr keine Muͤhe zu ſcheuen, um das Landheim weiter zu entwickeln und innerlich und äußerlich auszubauen.

An dem vom Gau Darmſtadt des Heſſ. Philologen-Vereins veranſtalteten Vortrag des Herrn Dr. SahrhageDie Schullandheim-Bewegung in Deutſchland(17. Oktober 1929) beteiligten ſich auch Mit glieder des Lehrkörpers unſerer Schule.

14. Elternbeirat.

Bei der im vorigen Jahresbericht angekündigten Abſtimmung, ob ein Elternbeirat am Rg. ein⸗ gerichtet werden ſollte, hat eine große Mehrheit von Eltern von 743 Abſtimmenden 259 dafür, 484 dagegen ſich dagegen ausgeſprochen. Es wird alſo beim Alten bleiben. Wir ſind überzeugt, daß das gute Verhältnis, das bisher bei uns zwiſchen Elternhaus und Schule beſtand, auch weiterhin bleiben wird. Vertrauensvoll nicht anonym vorgebrachte Wünſche und Klagen werden immer bei der Direktion und den Lehrern wie bisher ein verſtändnisvolles Gehör finden.

15. Der Verein der ehemaligen Schüler und der Freunde des Realgymnaſiums.

Der Verein hat im abgelaufenen Schuljahr zu den Koſten des Landheims einen Beitrag von 300 Mk. geleiſtet; er hat bei der Eröffnungsfeier eine Wanduhr überreicht und für die Abiturienten 2 Bücher als Preiſe gegeben. Wir danken auch an dieſer Stelle herzlich für die Geſchenke. Der Vorſtand des Vereins wird gebildet von Herrn Dr. Repp, Herrn Buchhändler Saeng und Herrn Prof. Kabel. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß beſonders unſer Landheim eine ſtarke Stütze an dem Verein findet.

V. Mitteilungen an die Eltern.

1. Die Schulordnung haben alle Eltern erhalten. Die Kenntnisnahme hat der Vater bezw. deſſen Stellvertreter durch Unterſchrift beſtätigt. Die an Oſtern 1930 neu eintretenden Schuͤler erhalten ſie in den erſten Tagen des neuen Schuljahres..

2. Wir hoffen, daß die Eltern ihre Söhne die mannigfachen Vergnügungen, die ſich der Jugend heutzutage bieten, nur in beſcheidenem Umfang genießen laſſen, damit nicht durch dieſe Abhaltungen, ſowie durch allzugroßen Sportbetrieb oder durch uͤbertriebene Vereinstätigkeit die Leiſtungen der Schüͤler unguͤnſtig beeinflußt werden.

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