4. Pädagogiſches Seminar.
An Oſtern 1927 traten keine neuen Referendare in das Seminar ein. Die Referendare Dr. Bräunig, Dr. Holzapfel und Dr. Ihl beendigten am 30. September 1927 ihr Seminarjahr; während des Sommer⸗ halbjahres erhielten ſie Vertretungen in Mainz, O. R.(Dr. Bräunig: 28. April— 1. Juli 1927) in Bens⸗ heim, G.(Dr. Holzapfel: 28. April— 1. Oktober 1927) in Darmſtadt, Lie. O. R.(Dr. Ihl: 13. Juni bis 15. Juli 1927). Dieſe drei Referendare blieben auch zur Ableiſtung des Probejahres im Winterhalb— jahr 1927/28 an unſerer Anſtalt. Ref. Dr. Bräunig war zur Vertretung an der R. Groß-Gerau vom 17. Oktober 1927— 21. Dezember 1927, Ref. Dr. Holzapfel kam am 5. Januar 1928 zur Verwaltung einer Lehrerſtelle an O. R. Mainz bis zum Ende des Schuljahres.
Die Referendare Flath und Haas beendigten ihr Seminarjahr am 31. Dezember 1927, Ref. Flath beſtand die Staatsprüfung, die Herr Staatsrat Block leitete, am 12. Januar 1928 und verließ dann die Anſtalt; m. W. v. 1. Januar 1928 wurde er zum Studienaſſeſſor ernannt. Ref. Haas blieb auch im Probejahr.
Neu in das pädagogiſche Seminar traten am 10. Oktober 1927 ein die Referendare Dörr(Fächer: Ch. B. Z. Ph.) und Spazier(Fächer: Ph. Ma. angew. Ma.). Studienreferendar Langelott, der früher Mitglied unſeres Seminars geweſen war, legte unter dem Vorſitz des Herrn Staatsrats Block am 28. März 1927 die Staatsprüfung ab.
5. Unterricht.
Alle Schüler, die nicht im Chor mitſingen oder im Orcheſter mitſpielen, beſuchen eine planmäßige Muſik⸗(Sing⸗)ſtunde. Nur IIIa und IIb ſind nach dem Lehrplan vom Singen befreit.— Die Schüler, die an der Schülermiete des Landestheaters beteiligt waren, ſind in das Verſtändnis der aufgeführten Opern eingeführt worden.
Dem Schülerorcheſter gehörten folgende 63 Schüler an:
1. Violine: Front, Lancelle Ia1, Geppert, Heuſel la?, Backhaus, Wieſenthal lIa3, Schaub Ia5, Müller, Pfeiffer Ib1, Geißler Ib2, Knodt, Schaub, v. Selzam Ib3, Zimmermann Ib4, Kleinlogel IIa3, Zinkann IIa4, Kehmptzow, Wagner IIb2, Vogel IIIa4.
2. Violine: Sepp la3, Fiſcher, Momm 1b1, Hild Ib 2, Kühn, Rettberg IIa1, Emich, Heppenheimer, Hohenner, Stumpf IIa 2, Göbel IIa3, Geppert, Ploch IIa5, Buch, Schambach, Wenz IIb 1, Aßmuth IIIa5, Bayer, Jöckel, Stähle IIIb 2.
Viola: Roth Ia4, Moldenhauer Ib 1, Schmidt Ib4, Olſner IIa?2; Violoncello: Andrä, Glaſer Ia3, Kabel IIa3, Staedel IIa5; Kontrabaß: Bauer Ib3; Flöte: Frech IIa4, Bleſſing IIb3; Waldhorn: Kreiter Ial, von Bellersheim la5; Trompete: Heß IIa2; Clarinette: Bangel Ib2, Mollenkopf IIa3; Klavier: Jung la3, Dietz Ia4, Eigenbrodt Ila2; Schlagzeug: Arnold Ib2, von Renthe Ib3; Gitarre: Beſt lIa1, Dietz Ia4, Arnold Ib2.
Die Einrichtung von wahlfreiem Unterricht im vorgeſehenen und wünſchenswerten Maße war be— hindert durch Mangel an Lehrkräften und z. T. auch an geeigneten Übungsräumen(für die naturwiſſen— ſchaftlichen Fächer). Folgender Unterricht war eingerichtet: Philoſophiſche Propädeutik: 5 Gruppen für Ia, Ib; Kurzſchrift: 4 Gruppen für Ila, IIIa; Geom. Zeichnen: 3 Gruppen für la, Ib; Phyſikaliſche Ubungen: 2 Gruppen für Oberklaſſen; Biologiſche ÜUbungen: 3 Gruppen für Oberklaſſen; Chemiſche Ubungen: 2 Gruppen für Ia.
Zur Durchführung des lehrplanmäßigen Unterrichts in der Form des Arbeitsunterrichts(Bildung von Arbeitsgruppen= ½ Klaſſe) erhielten Lehrerzuſatzſtunden: IIa1, IIa2, IIb 4, IIb2, IIb3, IIb4 je 1 Std. Chemie; IIb 1, IIb2, IIla4, IIIa2, Illa3 je 1 Std. Phyſik; IIIa 4, IIla2 je 1 Std. Biologie.
Um den Amtsgenoſſen, insbeſondere den Turnlehrern, den Eltern unſerer Schüler und den Freunden der Anſtalt Gelegenheit zu geben, neuzeitliches Turnenkennen zu lernen, hatten wir zu einer„Turneriſchen Darbietung“ in unſere Turnhalle eingeladen, die am 4. Februar 1928 unter Leitung von Oberreal— lehrer Luley ſtattfand. Es wurden gezeigt:
IIIba 1. Neuzeitliche Freiübungen, verbunden mit Ila4 1. Medizinballgymnaſtik. Stoffwechſellaͤufen. 2. Natürliches Turnen an künſtlichen Geräten. f
2. Ubungen am Reck. 3. Übungen an der Sproſſenwand. IIb4 1. Neuzeitliche Freiübungen und Geſellſchaftsübungen. Komb. la 1. Stillauf. 2. Bodenübungen. 2. Neuzeitliche Freiübungen. 3. Sprünge über 1 und 2 Böcke. 3. Sprünge über Quer⸗ und Längspferd.
Kürturnen: Jeden Dienstag von 280 bis 4⁰⁰% Uhr wurde den Schülern der Mittelſtufe Gelegenheit gegeben, Leibesübungen auch außerhalb der planmäßigen Turnſtunden zu treiben. Bei ſchönem Wetter wurde Schlagball geübt, bei ſchlechterem Geräteübungen in der Halle getrieben. Eine kleine, aber dafür umſo treuere Schar nahm regelmäßig teil. Dieſe Einrichtung ſoll auch im nächſten Jahr beibehalten werden,


