Jahrgang 
1927
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IV. Geſchichte der Anſtalt.

1. Organiſation der Schule.

Das Schuljahr begann am 19. April 1926; an dieſem Tage fand die Prüfung der neu eintretenden Schüler ſtatt, der Unterricht nahm am 20. April ſeinen Anfang. Die Schule hatte in dieſem Schuljahr 37 Klaſſen: VIennd V hatte 3, IIIb, IIb und Ib je 5, die anderen Jahrgänge je 4 Parallelklaſſen. Neben dem Realgymnaſium hat die Anſtalt ein Reformrealgymnaſium, wo in VI mit Franzöſiſch ſtatt Lateiniſch begonnen wird.(Zum erſtenmal hat in dieſem Jahr die Ref. IIIb kein Lateiniſch, ſie hat mit Engliſch begonnen.) Dieſe Anſtalt iſt jetzt bis IIb gediehen und ſetzt Oſtern 1927 eine IIa auf; es gibt eben je eine VI und V, die Klaſſen IV llb ſind doppelt vorhanden. la hatte 1 mathematiſche Gabelklaſſe. Das Schuljahr ſchloß am 2. April 1927.

2. Lehrer.

Oberſtudienrat Dr. Julius Fink trat auf ſein Nachſuchen am 1. April 1926 in den Ruheſtand, nachdem er ſeit 1886 im Schuldienſt und ſeit 1. Oktober 1912 an unſerer Anſtalt tätig geweſen war. Der bei Amtsgenoſſen und Schüͤlern in gleicher Weiſe beliebte und verdiente Kollege hat leider gebeten, auf jede Ehrung verzichten zu dürfen.

Zu Beginn des Schuljahres 1926/27 verließen uns die Studienaſſeſſoren Wermbter(jetzt Lyzeum, Offenbach), Dr. Illert(jetzt Höhere Bürgerſchule, Sprendlingen),«Dr. Keſter und Dr. Spalt(beide jetzt Eleonorenſchule, Darmſtadt.)

Neu an die Anſtalt kamen: Studienrat Adam Dörr(vorher Goetheſchule Realſchule Neu-Iſenburg) und Studienrat Georg Schwinn(vorher Aufbauſchule Darmſtadt) beide mit Wirkung vom 19. April 1926.

Studienrat Dr. W. M. Becker war während des ganzen Schuljahres zur Dienſtleiſtung auf das Staats archiv(Urkundenpflege) beurlaubt. Sein Vertreter war Studienaſſeſſor Knies.

Am 10. Juni 1926 iſt Oberſtudiendirektor Dr. Karl Becker nach längerem Krankſein geſtorben. Becker war geboren 1863, im Schuldienſt ſeit 1889, Direktor der Oberrealſchule und des Progymnaſiums zu Alzey 1918, wurde bei Beginn des Ruhrkampfes genötigt, ſeinen Wirkungskreis zu verlaſſen, und kam am 9. April 1923 an unſere⸗Anſtalt zur Verwaltung einer Oberſtudienratsſtelle. Der Direktor legte im Namen des Lehrkörpers am Sarge des lieben, zuverläſſigen und allgemein geachteten Amtsgenoſſen einen Kranz nieder. Auch ſeine Schüler, denen er ein gewiſſenhafter, treuer und erfolgreicher Lehrer war, ehrten ihn durch eine Blumenſpende, die Page la3 niederlegte. Die ernſte Feier wurde verſchönt durch einen Cellovortrag von Andränlb3, den Oberreallehrer Weide auf dem Harmonium begleitete.

Den erkrankten Oberſtudiendirektor Dr. Becker vertrat bis zu deſſen Tod Studienaſſeſſor Reinhard Müller, der auch die erledigte Stelle noch bis 11. Oktober 1926, bis zu den Herbſtferien, verſah(dann Eleonorenſchule). Jetzt tratzwieder Studienrat Schönberger ein, der ſchon früher an unſerer Schule geweſen und am 1. März 1924 in den einſtweiligen Ruheſtand verſetzt worden war.

Aus Geſundheitsrückſichten mußte Oberreallehrer Luley ſeinen Urlaub bis 16. Auguſt 1926 verlängern laſſen; an dieſem Tage verließ uns aus dem gleichen Grunde Studienaſſeſſor Dr. Götz bis 6. Januar 1927. In beiden Fällen hatte Studienaſſeſſor Wermbter die Vertretung.

Vom 16. Auguſt bis 25. September 1926 war der wegen Erkrankung beurlaubte Zeichenoberlehrer Dörr durch den Zeichenlehreranwärter Hermann Rettberg vertreten.

Studienrat Prof. Kalbfleiſch wurde am 1. Juni 1926 zum Oberſtudienrat ernannt, Studienrat Dr. Heſcher wurde am gleichen Tage endgültig angeſtellt. Zu Studienräten wurden ernannt: Studienaſſeſſor Dr. Götz am 1. Oktober 1926 und Studienaſſeſſor Henk am 17. Januar 1927. Studienrat Prof. Laufer, Hilfslehrer am Realgymnaſium, wurde ebenfalls zum Oberſtudienrat ernannt.

An den Sitzungen des Städtiſchen Schulausſchuſſes ſoweit Belange des Realgymnaſiums

zur Beratung ſtanden nahm der Direktor, gelegentlich auch der Konrektor, teil. Es wurden beraten: Schularztfrage, Milchfrühſtück, Voranſchlag, Ausbeſſerungen in den Schulgebäuden, Schwimmunterricht, Freiſtellen.

Zum Schulausſchuß gehört als ſtändiges Mitglied Oberſtudienrat Kalbfleiſch als Stadtverordneter.

An der Sitzung zur Bildung eines Ausſchuſſes zur Pflege der Heimatkunſt am 15. Juni 1926 nahm der Direktor teil. Den Vorſitz übernahm für Darmſtadt Studienrat Prof. Dr. W. M. Becker, Mitglied wurde von Seiten der Schule Studienrat Prof. Schad.

An der von der Stadt veranſtalteten Verfaſſungsfeier am 11. Auguſt 1926 im Großen Haus des Landestheaters nahm der Direktor teil, desgleichen an der Rektoratsübergabe am 27. Oktober 1926 und an der Reichsgründungsfeier am 18. Januar 1927 in der Otto Berndt⸗Halle der Techniſchen Hochſchule.