Jahrhundertfeier der Teipziger Schlacht am 17. Olttaher 1913, nachmittags 3½ Uhr, in der Curnhalle am Woogsplatz.
——.——
Dartragsordnung: Georg Friedrich Händel: Marſch aus„Jephtha“.
(Schülerorcheſter.)
Karl Philipp Emanuel Bach:„Groß iſt der Herr“(Chr. Fürchtegott Gellert).
(Gemiſchter Chor.)
Hans Georg Nägeli:„Unſer Vaterland“(Veit Weber). (Wechſelgeſang für Mädchenſtimmen und gemiſchten Chor.)
Deklamation“(Leopold Sperb, la 2):
Des Reiches Mehrer allezeit zu ſein
An Gaben, die der Frieden ſegnend ſpendet,
Daß Freiheit blühe, Wohlfahrt und Geſittung:
So klang der Schwur des erſten deutſchen Kaiſers. In Feindesland, auf blutgetränktem Boden
Ward zur Erfüllung, was die Väter träumten. Den Feſtſaal, den ein Schänder deutſchen Weſens, Der Hoffart Tempel, prunkend ſich errichtet, Durchbrauſt' das Hoch der deutſchen Bundesfürſten. Was rauhes Eiſen ſchuf und Blut geboren,
Was donnernd der Geſchütze ehrner Mund begrüßt, Es ward des Friedens mächtger Hort und Schutz. Uns allen lebt in friſchem Angedenken,
Wie wir des Tags uns dankerfüllt erfreuten,
An dem der dritte Hohenzollernkaiſer
In einer Welt der Ränke und des Neides
Dem Kranz von 25 Friedensjahren
Den letzten Lorbeer ſchweigend eingewunden.— Vom Kleinſten, der bei uns das Spiel
Der Jugend mit der erſten Pflicht vertauſcht,
Bis zu dem ernſten Manne, dem das Alter
Die Silberſtreifen um die Schläfe legt,
Schenkt' allen Gottes Huld das ſchöne Los,
Zu gehn des Lebens vielverſchlungene Wege, Beſtrahlt vom Glanz der heitren Friedensſonne.
Der denkt nicht leicht der Sorg' und Müh' des Ahnen, Der einſt das Stämmlein in die Erde ſenkte. Und wer das Haus der Eltern übernommen,
Vergißt gar ſchnell, wie ſie dereinſt ſich plagten,
Bis ſie zum ſtolzen Bau die Quader fügten. Und wer den Schlachtendonner nicht gehört, Wem nicht der Krieg die Fackel des Verderbens Bei Nacht in wohlgefüllte Scheunen warf,
Wer nicht ſein Liebſtes barg in fremder Erde, Der lernt der Wohltat Fülle nicht ermeſſen, Die unter Friedenspalmen nur gedeiht. Drum ſei willkommen uns die Feierſtunde, Die aus des Alltags Einerlei uns rüttelt, Den Sinn uns rückwärts wendet in die Zeit, Wo unſrer Ahnen wuchtge Hammerſchläge Das feſte Tor der düſtern Zwingburg brachen, Die eines Fremden Herrſchbegier und Stolz Auf deutſchem Boden freventlich errichtet. Heut', wo der Kreis von 100 Jahren ſich Geſchloſſen, ſeit der übermütge fiel,
Geziemts den Enkelkindern, die die Ernte Sich mühelos in ihren Hof gefahren,
Der Sämannsarbeit dankbarfroh zu denken: Denn blieb auf Leipzigs Plan die Wage gleich, Kein Sedan gäb es und kein Deutſches Reich.
Doch wer als Erbe an den Bäumen ſchüttelt, Im Herbſt die reifen Früchte einzuheimſen,
Felix Mendelsſohn⸗Bartholdy: Kriegsmarſch aus „Athalia“, bearb. von Burchard.—(Schülerorcheſter.)
* Der verbindende Text iſt von Oberlehrer Dr. Köſer verfaßt.


