Jahrgang 
1885
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4. Engliſche Sprache. Die Schüler ſollen Sicherheit in der Ausſprache gewinnen, ſich die wich⸗ tigſten Regeln der Grammatik aneignen und außerdem ſo weit gebracht werden, daß ſie leichtere proſaiſche und poetiſche Werke der engliſchen Literatur verſtehen und einfachere deutſche Stücke mündlich und ſchriftlich ins Engliſche überſetzen können.

a. Grammatik und ſchriftliche Arbeiten. In Klaſſe IV und III iſt zunächſt die Ausſprache zu üben. Außerdem werden mit Benutzung eines Elementarbuchs die Formenlehre und die wichtigſten Regeln der Syntax eingeprägt. In Klaſſe II und I wird mit Benutzung einer ſyſtematiſchen Grammatik der in den vorhergehenden Klaſſen durchgenommene Stoff repetiert und der Unterricht in der Grammatik zum Abſchluß gebracht.

Für die ſchriftlichen Arbeiten und Diktate gelten dieſelben Beſtimmungen wie im Franzöſiſchen.

b. Lektüre. Es werden zunächſt die im Elementarbuche enthaltenen Leſeſtücke benutzt. Später wird eine Chreſtomathie eingeführt. In Klaſſe II und namentlich in I ſind auch zuſammenhängende Werke zu leſen. Zu Sprechübungen bietet ſich hinlängliche Gelegenheit bei Behandlung der Grammatik und der Lektüre.

5. Geſchichte. Die Schüler ſollen eine hinlängliche Kenntnis der wichtigſten hiſtoriſchen That⸗ ſachen erwerben und den inneren Zuſammenhang derſelben nach Kräften erkennen lernen. Durch Bekannt⸗ werden mit hervorragenden Perſönlichkeiten und Handlungen ſollen Charakter und Gemüt gebildet und die Liebe zum Vaterlande geweckt werden.

Dem Unterricht iſt ein Lehrbuch zu Grunde zu legen. Die Schüler ſind von den unterſten Klaſſen an zu gewöhnen, den behandelten Stoff in zuſammenhängender Weiſe frei nachzuerzählen.

In den Klaſſen VI und V kommt die Geſchichte der alten Kulturvölker, namentlich die der Griechen und Römer, in einzelnen Bildern zur Behandlung.

In Klaſſe IV wird dann die Geſchichte der Römer bis zum Ausgang des weſtrömiſchen Reichs im Zuſammenhang durchgenommen.

Für die 3 oberen Klaſſen verteilt ſich der Stoff in folgender Weiſe:

Klaſſe III. Das Mittelalter bis Rudolf von Habsburg.

Klaſſe II. Geſchichte von Rudolf von Habsburg bis zum weſtfäliſchen Frieden.

Klaſſe I. Geſchichte vom weſtfäliſchen Frieden bis zur Gegenwart.

In dieſen 3 Klaſſen tritt die deutſche Geſchichte in den Vordergrund, wobei die Geſchichte des Großherzogtums Heſſen beſonders zu berückſichtigen iſt. Im Anſchluß an ſie kommt das Wichtigſte aus der Geſchichte der übrigen Völker zur Darſtellung.

6. Geographie. Das Ziel iſt: üÜberſichtliche Kenntnis der Erdoberfläche nach ihrer Geſtaltung, ihren Eigentümlichkeiten und wichtigſten Produkten, Bekanntſchaft mit der politiſchen Geographie und den Hauptlehren der phyſikaliſchen und mathematiſchen Geographie.

Die Überladung der Schüler mit einer allzugroßen Fülle von politiſchem und ſtatiſtiſchem Material iſt zu vermeiden. Die wichtigſten Verkehrslinien, Eiſenbahnen, Kanäle u. ſ. w. ſind zu berückſichtigen. Mit dem geſchichtlichen Unterricht iſt angemeſſene Verbindung zu erhalten.

Zur Ausbildung der Vorſtellung dienen außer den Karten einfache Skizzen, welche der Lehrer an der Tafel entwirft und auch von den Schülern entwerfen läßt.

Ein Lehrbuch iſt einzuführen.

Der Stoff verteilt ſich in folgender Weiſe:

Klaſſe VI. Feſtſtellung der geographiſchen Vorbegriffe. Es wird dabei von der Heimat aus⸗ gegangen, und das Großherzogtum Heſſen nebſt den anſtoßenden Länderteilen behandelt. Hieran ſchließt ſich eine überſichtliche Betrachtung der Erdoberfläche.

Klaſſe V. Deutſchland.