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VI. Durch Betrachtung einer verhältnismäßig kleinen Anzahl von Tieren und Pflanzen wird das Beobachtungs⸗ und Unterſcheidungsvermögen geübt. In der Zoologie wird dabei mit den Wirbeltieren begonnen.
V—IIIa. Die Schüler werden auf Grund der Anſchauung in die Syſtematik des Tier⸗ und Pflanzenreichs eingeführt. Im Sommer wird Botanik, im Winter Zoologie gelehrt.— Hieran ſchließen ſich in IIIa die zum Verſtändnis nötigen Beobachtungen aus der Anatomie und Phyſiologie und eine Be⸗ trachtung der Hauptorgane des menſchlichen Körpers und ihrer Verrichtungen an.
IIb. Die Elemente der Mineralogie und Geognoſie.
b. Chemie. Lehrziel: Kenntnis der Elemente und ihrer anorganiſchen Verbindungen, ſowie der ſtöchiometriſchen Geſetze.
IIa— l. Anorganiſche Chemie. Stöchiometriſche Übungen.
c. Phyſik. Lehrziel: Kenntnis der wichtigſten phyſikaliſchen Erſcheinungen und ihrer Geſetze auf Grund des Experimentes. Mathematiſche Begründung der Hauptſätze der Mechanik und deren An⸗ wendung auf die mathematiſche Geographie, die Geſetze der Spiegelung und Brechung der Lichtſtrahlen.
IIb. Die allgemeinen Eigenſchaften der Körper: Einiges aus der Mechanik, der Wärme⸗ und Elektrizitätslehre auf Grund des Experiments, als Einleitung für den Unterricht in den Oberklaſſen.
IIa. Wärmelehre. Reibungselektrizität.
Ib. Magnetismus und Abſchluß der Elektrizitätslehre. Katoptrik. Dioptrik. Das Auge und die optiſchen Inſtrumente. Die übrigen Teile der Optik nur im Ueberblick.
Ia. Mechanik. Begründung der hierher gehörenden Sätze der mathematiſchen Geographie. Das Notwendigſte aus der Akuſtik.
10. Zeichnen. Der Unterricht im Zeichnen beginnt mit Vorzeichnen an der Tafel durch den Lehrer. Daran reiht ſich das Zeichnen nach Vorlagen, Modellen und Gypsabgüſſen in methodiſcher Folge. An der graphiſchen Nachbildung von großen geometriſchen Körpern ſind die Schüler mit den Hauptgeſetzen der Perſpektive bekannt zu machen. Hierbei ſind auch architektoniſche Ornamente und Architekturwerke überhaupt zu verwenden. Der Gebrauch von Zirkel, Lineal und Reißfeder iſt zu üben.— Zur Bildung des Farbenſinns dienen farbig anzulegende Ornamente und Aquarellſtudien.
11. Schreiben. Der Schreibunterricht ſchließt in IV ab. Doch können für Schüler von III und II noch fakultative Schreibſtunden eingerichtet werden. Es iſt zuläſſig, Schüler, die ſich durchaus nicht bemühen, leſerlich und ſauber zu ſchreiben, zu dem Beſuch dieſer Schreibſtunden zu zwingen.
12. Curnen. Der Turnunterricht hat den Zweck, durch geeignete Leibesübungen Geſundheit, Kraft und Gewandtheit zu fördern, ſowie Mut, Entſchloſſenheit, Ausdauer und den Sinn für Ordnung und Pünktlichkeit zu entwickeln. Zugleich hat das Turnen bei höheren Schulen die Aufgabe, die erhöhte geiſtige Anſtrengung auszugleichen. Den Uebungsſtoff bilden: 1. Ordnungsübungen,
welche mit der Klaſſe VI beginnen und in allen Klaſſen, mindeſtens bis einſchließlich IIa, betrieben werden ſollen. Als Klaſſenziele verteilen ſich dieſelben folgendermaßen:
VI. Die Reihe. Bildung und Auflöſung der Stirn⸗ und Flankenreihe— Haltung der Ein⸗ zelnen— Richtung der Reihe— Drehungen im Stehen— Taktgehen an Ort und in verſchiedenen Gang⸗ richtungen— Drehungen während des Gehens an und von Ort— Gehen der geſchloſſenen Flanken⸗ reihe in verſchiedenen Ganglinien— Leichte Gangarten, vorzugsweiſe Schrittwechſelgang— Taktlaufen— Bildung eines Reihenkörpers durch Abzählen und Nebenreihen— Oeffnen der Reihen mit Handgeben, Auflegen der Hände und Ausbreiten der Arme.


