Jahrgang 
1915
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XV

Ueberweg-Heinze, Grundriss der Geschichte der Philosophie I.(10. Aufl.), III.(11. Aufl.). Rüsewald, K., Praktische Erdkunde. Künstler-Monographien 109(W. Steinhausen). S(chad) Sink, burn, destroy, der Schlag gegen Deutschland Monographien z. Weltgeschichte 32(Der Islam einst und jetzt). Statist. Jahrb. der höh. Schulen 35, 1. Die Kultur der Gegenwart, herausg. von Paul Hinneberg, IV. Teil, 12. Bd. Technik des Kriegswesens. Stroh, Wilhelm, Das Verhältnis zw. Frankreich und England in den Jahren 1801 1803, im Urteil der polit. Literatur= Histor. Studien 121. Berg, Geograph. Wanderbuch= B. Schmidts. Naturw. Schülerbibliothek 23. Esselborn, Darmstadt und sein Hof zur Zopfzeit(= Hess, Volksbücher 21 u. 22). Quellensammlung für den geschichtl. Unterr. an höh. Schulen herausg. von G. Lambeck I, 2, 7, 8, 10 a, 12, 16; II, 1, 3, 31, 38, 76, 79, 98. List-Back, Gottlieb von Koch. Bauer, Führer und Helden.

H. Mitteilungen an die Eltern und Bekanntmachungen.

1. Der von Untersekunda an wahlfreie Zeichenunterricht wird nicht derart von den Schülern besucht, wie es der hohen ideellen und praktischen Bedeutung dieses Lehrgegen- standes entspricht. Für diejenigen Schüler, welche sich später einem technischen Studienfache widmen wollen, ist der Zeichenunterricht schon zur Uebung von Auge und Hand erforderlich, aber auch alle übrigen sollten sich, selbst wenn ein ausgesprochenes Zeichentalent nicht vor- handen ist, die von der Schule gebotene Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihr künstlerisches Interesse und ihren künstlerischen Geschmack zu wecken und zu bilden. Wir ersuchen daher die Eltern unserer Schüler, nur wenn dringende Abhaltungsgründe vorliegen, ihre Söhne von dem Besuch des wahlfreien Zeichenunterrichts zurückzuhalten. Wiedereintritt nach zeitweilger Unterbrechung ist jederzeit gestattet.

2. Der ungünstige Einfluss, den minderwertige und von sittlichem Schmutz erfüllte Lektüre auf die Jugend ausübt, ist leider durch zahlreiche, recht schlimme Erfahrungen festgestellt worden. Mit schreckenerregenden Titelbildern ausgestattete, unwahrscheinliche Detektiv- und Räubergeschichten werden von gewissenlosen Geschäftsleuten in Tausenden von Heften für billigen Preis unter der Jugend verbreitet und wirken geradezu vergiftend auf Geist und Gemüt der jugendlichen Leser. Der Sinn für ernste, pflichttreue Arbeit geht bei ihnen ver- loren, die Unzufriedenheit mit der sie umgebenden Wirklichkeit erzeugt Trotz und Ungehorsam, wenn nicht noch schlimmere Gedanken in ihrem überreizten Sinn wach werden. Ebenso nachteilig wirken, namentlich auf die älteren Schüler, unsittliche Bücher und Bilder. Wir machen die Eltern auf die grossen Gefahren, die der gesunden Entwicklung unserer Ju- gend durch die Schund- und Schmutzliteratur drohen, aufmerksam und bitten sie, durch sorgfältige Ueberwachung der Geldausgaben und der Lektüre ihrer Kinder die Schule in ihrem Kampf gegen die verderblichen Wirkungen eines skrupellosen, gemeinen Er- werbsinnes zu unterstützen.

3. Das Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, hat am 24. April 1911 folgende Verfügung erlassen: Um bei dem ungesunden Andrang zu den höheren Schulen un- begabte und den Aufgaben nicht gewachsene Schüler vor späteren Enttäuschungen zu schützen, und um sie rechtzeitig den Uebergang zu einem ihrer anders gearteten Veranlagung ent- sprechenden Bildungsgang und Beruf vollziehen zu lassen, bestimmen wir, dass Schüler, die in derselben Klasse zum zweiten Male das Lehrziel nicht erreichen, durch Beschluss des Klassen- lehrerrats von dem weiteren Besuch einer jeden Lehranstalt derselben Art ausgeschlossen werden können..

Die Aufnahme in eine höhere Schule anderer Art ist von dem Ergebnis einer Prüfung abhängig zu machen; sie wird jedoch in der Regel von vornherein zu versagen sein, wenn sich aus dem Zeugnis der früher besuchten Schule die Unfähigkeit zur Mitarbeit gerade in solchen Fächern ergibt, in denen die Lebrziele beider Schularten im wesentlichen überein- stimmen.