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4. Schulfeierlichkeiten.
Der Sedantag wurde, wie üblich, durch eine Ansprache an die im Schulhofe versammelten Schüler und darauf folgende Klassenspaziergänge festlich begangen.
Bei der öffentlichen Vorfeier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs am 24. November 1911 hielt Oberlehrer Prof. Dr. Ihne, bei der öffentlichen Feier des Geburts- tages Sr. Majestät des Kaisers Prof. Dr. Fischer die Festrede.
Der diesjährige Lehrgang zur Ausbildung freiwilliger Krankenträger, an dem sich 14 Primaner und Obersekundaner beteiligten, begann am 5. Dezember 1911 und endigte am 23. Februar 1912. Wir sprechen dem ärztlichen Leiter, Herrn Oberstabsarzt Dr. Langheld, auch an dieser Stelle nochmals unsern aufrichtigen Dank für seine Bemühungen aus.
Herr Geh. Medizinalrat Dr. Lehr warnte in einem am 8. März 1912 gehaltenen Vortrag die Abiturienten in eindringlichen Worten vor den gesundheitlichen und sittlichen Gefahren, denen sie durch übermässigen Alkoholgenuss und andere Ausschweifungen ausgesetzt sind. Wir wiederholen hier unseren herzlichen Dank, den wir bereits mündlich dem Herrn Geh. Medizinalrat ausgesprochen haben.
Oberlehrer Prof. Dr. Hattemer gab während der Sommermonate Unterricht in der Gabelsberger Stenographie, an dem 22 Schüler teilnahmen.
Auch in dem abgelaufenen Schuljahre hat Obl. Prof. Dr. Fischer Schülern der beiden Primen in 1— 2 wöchentlichen Stunden Gelegenheit zur Ausführung physikalischer Uebungen und Arbeiten gegeben.
Die Oberlehrer Prof. Dr. Ihne und Prof. Dr. Hattemer besuchten öfter das Landesmuseum.
5. Pädagogisches Seminar.
Von den Ostern 1911 aus dem Seminar entlassenen Lehramtsreferendaren erhielt Ref. Jockel eine Verwendung am Realgymnasium zu Darmstadt. Ref. Kadel wurde auf ein halbes Jahr beurlaubt. Die Reff. Graf und Immel setzten den Vorbereitungsdienst am Gymnasium zu Worms fort; Bauder an dem Gymnasium zu Bensheim; Heinrich Koch an der Augustiner- schule zu Friedberg; Becker an der Viktoriaschule zu Darmstadt; Dr. Schaffner und Werner an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt.
Von den im Herbst 1911 entlassenen Referendaren traten zur Vollendung des Vorbe- reitungsdienstes in andere hessische Lehranstalten über: Dr. Moog und Dr. Naujoks in das Ludwig-Georgs-Gymnasium; Glock und Zipp in die Eleonorenschule zu Darmstadt; Hahn in die Viktoriaschule zu Darmstadt; Eckes in das Ostergymnasium zu Mainz; Escher in die Realschule zu Michelstadt.— Der Referendar Dr. Winter wurde provisorischer Lehrer an der höheren Mädchen- schule zu Braunschweig; Leonhardt an der Realschule zu Schmölln in Sachsen-Altenburg.
Der Ostern 1911 eingetretene Ref. Richard Koch unterbrach im Herbst 1911 sein erstes Vorbereitungsjahr, um seiner Militärpflicht zu genügen. Ref. Schuckmann kehrte am Anfang des Wintersemesters 1911/12, nachdem er in München als Einjährig-Freiwilliger gedient hatte, in das Seminar zurück.
6. Geschenke.
S. Kgl. Hoheit der Grossherzog haben„unsrer Anstalt zwei grössere Bilder(„Friedrich der Grosse vor der Schlacht bei Rossbach“ und„Der Grosse Kurfürst tröstet das Landvolk-) zur Ausschmückung des Anstaltshauses allergnädigst überweisen lassen.
Bibliothek und Lehrmittelsammlung unsrer Anstalt wurden durch wertvolle Geschenke bereichert: von dem Grossherzogl. Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, von zahlreichen Verlagsbuchhandlungen, von Prof. Dr. Ihne, Prof. Dr. Büchner, Prof. Dr. Berger, Prof. Dr. Hattemer und den Schülern der Unterprima Ferdinand Naumann und Hugo Wetzel.
Die Abiturienten des Jahres 1911/12 haben der Schule zur Erinnerung eine schöne Goethebüste(von Rauch) geschenkt.
Wir sprechen allen Gebern unsren verbindlichsten Dank aus.
H. Mitteilungen an die Eltern.
1. Der von Untersekunda an wahlfreie Zeichenunterricht wird nicht derart von den Schülern besucht, wie es der hohen ideellen und praktischen Bedeutung dieses Lehrgegen- standes entspricht. Für diejenigen Schüler, welche sich später einem technischen Studienfache widmen wollen, ist der Zeichenunterricht schon zur Uebung von Auge und Hand erforderlich, aber auch alle übrigen sollten sich, selbst wenn ein ausgesprochenes Zeichentalent nicht vor-


