Den an den höheren Schulen definitiv angeſtellten, ſeminariſtiſch gebildeten Lehrern wurde
der Amtstitel„Reallehrer“ erteilt.
Herr Rühl wurde am 1. Oktober zum Lehramtsaſſeſſor ernannt.
Am Geburtstage Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs erhielten die Herren Prof. Dr. Müller und Prof. Lade das Ritterkreuz 1. Klaſſe Philipps des Großmütigen.
Die Feſtrede an Großherzogs Geburtstag hielt Herr Prof. Dr. Müller, diejenige an Kaiſers
Geburtstag Herr Prof. Hauff.
Unter gütiger Leitung des Herrn Dr. med. Nahm fand an unſerer Anſtalt im Winter⸗ ſemeſter ein Krankenträgerkurſus ſtatt, an dem ſich 10 Unterprimaner beteiligten. An dem wahlfreien Lateinunterricht nahmen 32, an dem fakultativen, chemiſchen Praktikum
17 Schüler teil.
Im zweiten Jahre ihrer Probedienſtzeit waren an unſerer Anſtalt die Herren Lehramts⸗ referendare Hans Thierolf von Oſtern bis Ende Auguſt, Peter Ehrhard vom 20. Juni bis Mitte Juli, Hermann Junker vom 24. Auguſt an, Adam Ehrhard und Eugen Retzer vom 15. Oktober an tätig. Ferner waren die Herren Lehramtsaſſeſſoren Ludwig Colin vom 18. Oktober bis 5 November und Hermann Schuchmann vom 17. November an an unſerer Schule beſchäftigt.
Unter dem Vorſitze des Herrn Geh. Oberſchulrats Nodnagel fand am 2. März die Reife⸗ prüfung der Klaſſe lau und unter dem Vorſitze des Unterzeichneten am 1. März die Reifeprüfung
von lau ſtatt.
Vor ihrem Weggange wurde den Abiturienten am 27. Februar ein Vortrag über die ſitt⸗ lichen Gefahren geſchlechtlicher Ausſchweifungen und unmäßigen Alkoholgenuſſes gehalten. Herr Medizinalrat Dr. Lehr hatte wieder die Güte, dieſen Vortrag zu übernehmen.
Herr Oberlehrer Roller und Herr Lehramtsaſſeſſor Rühl promovierten an der Landes⸗
univerſität Gießen.
Nach Miniſterialverfügung vom 5. Februar ſind in den Schul⸗ und Prüfungszeugniſſen für die Leiſtungen der Schüler(in den Reifezeugniſſen auch für Fleiß und Aufmerkſamkeit) die Noten 1= ſehr gut, 2= gut, 3= im ganzen gut, 4= genügend, 5= ungenügend zuläſſig. Für die Schulzeugniſſe iſt alſo die Note„teilweiſe genügend“ weggefallen und für die Maturitätszeugniſſe
die Note„im ganzen gut“ zugefügt.
Ferien und ſchulfreie Tage in 1909/10.
Oſterferien: 4. bis 19. April 1909. Himmelfahrtstag: 20. Mai. Pfingſtferien: 30. Mai bis 6. Juni. Sommerferien: 15. Juli bis 11. Auguſt. Ludwigstag: 25. Auguſt.
Geburtstag Ihrer Kak⸗ Hoheit der Großherzogin: 17. Sept.
Herbſtferien: 30. September bis 13. Oktober.
Weihnachtsferien: 23. Dezbr. 1909 bis 5. Januar 1910.
Faſtnacht: 8. Februar 1910. Oſterferien: 20. März bis 4. April 1910.
Schulgeld.
Ia-—IIIb jährlich 108 Mk.; IV, V, VI jährlich 96 Mk. (Nichtheſſen zahlen jährlich 20 Mk. mehr.) 2. Bruder zahlt 26, 3. und folgender Bruder ½ Schulgeld. Dieſe Ermäßigung genießen jüngere Brüder einer ſtaatlichen heſſ. höheren Lehranſtalt(auch einer mit derſelben organiſch verbundenen Vorſchule) auch dann, wenn die Brüder verſchiedene ſtaatliche heſſ. Lehranſtalten (oder deren Vorſchulen) beſuchen.
Eine Erhöhung von 25% ſteht in Ausſicht.


