Jahrgang 
1895
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Balſer ernannt. Herr Kollege Balſer iſt am 22. Auguſt 1865 zu Darmſtadt geboren. Er beſuchte das Gymnaſium zu Gießen bis Oſtern 1885 und erlangte Herbſt 1888 an der Großh. Landes⸗ Univerſität die facultas docendi für Mathematik, Phyſik und Chemie.

Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 1. Juni 1894 wurde Herrn Lehramtsaſſeſſor Ludwig Hönig die Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Realſchule zu Michelſtadt übertragen. Durch miniſterielle Verfügung vom gleichen Tage wurde Herr Guſtav Stammler, Dirigent der erweiterten Volksſchule zu Vilbel, zum Nachſolger desſelben ernannt. SHeerr Kollege Stamnler iſt geboren am 14. Juni 1859 zu Liederbach(Kr. Alsfeld), beſuchte das Gymnaſium zu Darmſtadt bis zum Herbſt 1878, erwarb im November 1883 an der Landes⸗ Univerſität Gießen die facultas docendi für Chemie, Phyſik und beſchreibende Naturwiſſenſchaften und machte vom Dezember 1883 bis Auguſt 1885 ſeinen Acceß an dem Realgymnaſium und der Realſchule zu Darmſtadt. Von Auguſt 1885 bis November 1888 wirkte er als Hauslehrer auf los Leones, Provinz Sante der Argentiniſchen Republik, von November 1888 bis 1. Mai 1889 als Lehrer an der erweiterten Volksſchule zu Pfungſtadt und von da bis zum 19. Juni 1894 als Lehrer und Dirigent der erweiterten Volksſchule zu Vilbel.

Mit Beginn des Winterhalbjahres wurde Herrn Lehramtsaſſeſſor Ludwig Haſſelbaum zum Zweck einer Studienreiſe in England von Großh. Miniſterium ein halbjähriger Urlaub unter gleich⸗ zeitiger Enthebung von ſeiner ſeitherigen Stelle erteilt. Dieſe aber wurde dem Lehramtsacceſſiſten Herrn Karl Roller durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 26. September 1894 übertragen.

Herr Kollege Roller, geboren den 1. September 1870 zu Darmſtadt, beſuchte das Real⸗ gymnaſium daſelbſt bis Oſtern 1889 und erwarb im Herbſt 1893 an der Landes⸗Univerſität Gießen die facultas docendi für Franzöſiſch, Engliſch, Deutſch und Geſchichte. Seinen Seminaracceß machte er auf dem Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt von Oktober 1893 bis Juni 1894, um von da ab als Dirigent der erweiterten Volksſchule zu Vilbel zu wirken.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 27. Juni 1894 wurde unſerem Kollegen, Herrn Dr. Chr. Schmehl, der Charakter als Profeſſor verliehen.

Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 27. Oktober 1894 wurde dem Herrn Kaplan Peter Laufer dahier die Verwaltung einer Lehrerſtelle an dem Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium dahier und zugleich die Erteilung des katholiſchen Religionsunterrichts an den hieſigen höheren Schulen übertragen.

Der Geſundheitszuſtand war während des ganzen Jahres bei Lehrern und Schülern der beſte. Einziehungen von Kollegen zu militäriſchen Übungen fanden keine ſtatt.

Bei der Spalierbildung und dem Fackelzug am 20. April 1894 zu Ehren des Einzugs des neuvermählten Allerhöchſten Paares:

Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernſt Ludwig und Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Viktoria Melita durfte ſich die Schule beteiligen. Aus Anlaß der feſtlichen Zeit fiel der Unterricht nicht nur am Tage des Einzugs ſelbſt, ſondern auch am 21. und 23. April aus. Die Erinnerung an dieſe groß⸗ artige Huldigung und die freudig⸗gehobene Feſtſtimmung wird noch lang fortleben.

Am 12. September 1894 fiel der Unterricht wegen der hier tagenden Hauptverſammlung des Guſtav⸗ Adolf⸗Vereins aus. Die regelmäßig wiederkehrenden Schulfeſte wurden in üblicher Weiſe gefeiert. Des Sedantages gedachten wir am Samstag den 1. Sept. durch Anſprachen der Klaſſenführer an ihre Schüler.