Jahrgang 
1876
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12. Zeichnen.

Sexta: Der Unterricht beginnt mit der geraden Linie und deren Theilung; derselbe geht dann, nach Vorausschickung einiger einfacher Begriffe aus der Formenlehre, über die Winkel, Figuren etc., zum Quadrat über, in welchem alsdann nach der Kumpa'schen Methode eine Reihenfolge gerad- liniger Figuren gezeichnet werden. Es wird dem Schüler gezeigt, wie mit der geraden Linie aus dem Quadrat die verschiedenartigsten Figuren entstehen, welche er häufig im Leben angewendet findet.

Die Ausführung der Zeichnung geschieht im Anfang nur mit Reisskohle, später nur der Entwurf mit Reiskohle, die Auszeichnung mit schwarzer Kreide.

Quinta: Schyvierigere geradlinige Figuren der I. Abtheilung der Kumpa'schen Zeichenschule.

Die Zeichnungen wurden ebenfalls mit Reiskohle entworfen, dann theils mit schwarzer Kreide, theils mit Feder und Tusche ausgeführt. 5

Quarta: Die Schüler, welche in den zwei verelceknhen Klassen sich nur mit der geraden Linie beschäftigt haben(I. Abtheilung der Kumpa'schen Zeichenschule), gehen jetzt an das Zeichnen der einfach gebogenen Linie(II. Abtheilung derselben Zeichenschule). In dieser Abtheilung ist die gebogene Linie auf die einfachste Weise mit der geraden verbunden und werden in derselben die ver- schiedenartigsten Figuren aus einfach gebogenen Linien, verbunden mit der geraden Linie gezeichnet.

Tertia: III. Abtheilung der Kumpa' schen Leichensehnle. Schwierigere Figuren aus einfach gebogenen Linien gebildet.

Unter-Secunda: Einige der schwierigsten Figuren der III. Abtheilung. Erklärung und An- wendung von Schattenlinien. Dann Figuren aus frei bewegten Linien gebildet.(IV. Abtheilung der

Zeichenschule). Ober-Secunda: Einige Figuren aus frei bewegten Linien gebildet, ohne Quadrat.(Kumpa's Zeichenschule V. Abtheilung). Aldann Zeichnen einiger griechischen Ornamente,(Palmetten, Kumpa's Zeichenschule VI. Abtheilung, Jacobsthal, Grammatik der Ornamente). Als Uebergang zum Schattiren, soweit möglich, einige griechische, romanische und frühgothische Flachornamente, theils nach Kumpa, theils nach Zeichnung des Lehrers. Von einigen weiter entwickelten Schülern vollständig ausgeführte Rosetten nach Gyps, nach Zeichnung des Lehrers.

Unter- und Ober-Prima: Hier wurden ausgeführte Ornamente gezeichnet und die Schüler? mit den hauptsächlichsten Ornamenten der verschiedenen Kunststyle bekannt gemacht. Je nach Neigung und Anlage wurde auch Figuren- und Landschaftszeichnen betrieben.

13. Kalligraphie.

Schreibunterricht wurde in den drei unteren Klassen beider Realschulen ertheilt. Schlecht- schreibende Schuler der oberen Klassen werden auf Grund einer bestehenden Verordnung angehalten, durch Privatunterricht ihre Handschrift zu verbessern.

Klasse VI. und Sexta: Uebungen der Grundformen der deutschen und englischen Schrift; Verbindung derselben eu Wörtern und Sätzen.

Klasse V. und Quinta: Die Uebungen der vorhergehenden Klassen wurden fortgesetzt und erweitert. Den geübteren Schülern in Quinta wurde überdies Unterricht in verschiedenen anderen in der Technik vorkommenden Schriftarten ertheilt.

Klasse IV. und Quarta: Die kalligraphischen Uebungen wurden durch Darstellen kleinerer und grösserer Schriftstücke fortgesetzt. Eine grössere Anzahl Schüler übte sich im freien Copiren gegebener Stücke, sowohl in der deutschen als auch in der englischen Schrift.