Jahrgang 
1873
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ſtellung des Herrn Dr. Eiſenhuth noch folgende Aenderungen ergeben: Hülfslehre Bender wurde mit mehr Stunden und dafür mit einer Erhöhung ſeiner Remuneration bedacht am 14. Okto⸗ ber 1872.

Der Lehrer an der Stadtknabenſchule dahier, W. Schad, wurde als Hilfslehrer für Schreibunterricht mit entſprechender Remuneration durch Hohe Verfügung Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction vom 17. Oktober 1872 angeſtellt; desgl. wurden Cantor Völſing für vermehrten Singunterricht und Schulamtsaspirant Völſing II. für vermehrten Turnunterricht durch Hohe Verfügung vom 25. November 1872 mit Erhöhung ihrer Remunerationen bedacht. Durch Allerhöchſte Decrete vom 12. November 1872 wurde dem Director Hoffmann, den Reallehrern Lorey, Hickler, Külp, Weis, Schäffer, Diehl, Treſſer, Friedrich, Zimmermann, Bähr und Henning die Beſoldungserhöhung zu Theil, wie ſie die übrigen Civildiener erhal⸗ ten haben.

Da Dr. Külp mit Beginn des neuen Schuljahres aus ſeinem früheren Verhältniß zum Polytechnikum als Aſſiſtent im phyſikaliſchen Cabinet geſchieden und fortan vollſtändig bei der Realſchule verwendet war, wurde durch Allerhöchſtes Decret vom 13. Januar 1873 mit Kraft vom 1. Oktober 1872 an ſein Gehalt der weggefallenen Remuneration gemäß erhöht.

Der Geſundheitszuſtand des Lehrercollegiums war, auſſer jenem oben erzählten betrüben⸗ den Falle, ein befriedigender, nur die Erkrankung eines Lehrers machte ein längeres Vicariat nöthig. Unter den Schülern graſſirten keinerlei Krankheiten, und wir haben keinen Todesfall zu beklagen.

Daß den Schülern auſſer dem Unterrichte auch ſonſt noch friſche und heitere Anregung geboten wird, davon zeugen die Spaziergänge und Tageswanderungen, welche klaſſenweiſe mit denſelben gemacht wurden, z. B. nach Lindenfels, nach dem Ortsberg und Breuberg, nach dem Felsberg, Frankenſtein, Einſiedel u. ſ. w.

Zur Wiener Weltausſtellung wurden, gemäß ergangener Aufforderung Hoher Behörde, Schreibhefte, Zeichnungen und Landkarten der Schüler am 8. März 1873 eingeſendet.

Die Confirmation der Realſchüler fand wieder, wie voriges Jahr, geſondert in der Ka⸗ pelle ſtatt und zwar am Sonntage Jubilate, den 4. Mai 1873.

Zur großen gemeinſamen dentſchen Feier am 2. September wurden die Realſchüler in ihren Klaſſen verſammelt, und die Bedeutung des Tages und ſeiner Feier wurde ihnen von den Ordinarien auseinandergeſetzt und zu Gemüth geführt. Dann zogen die evangeliſchen Schüler in klaſſenweiſe geordnetem Zuge mit den Lehrern zu dem gemeinſamen Gottesdienſte in der Stadtkirche, wo für ſie wie für die Gymnaſiaſten beſondere Plätze vorbehalten waren.

Durch die ſich vollziehende vollſtändige Trennung der Realſchule vom Polytechnikum wurde deren ſelbſtändige Ausrüſtung mit Lehrmitteln und ſonſtigen Einrichtungen nöthig. So wurden denn von Wohllöblichem Gemeinderathe am 1. November 1872 zur Einrichtung eines phyſikaliſchen Cabinets 1200 fl. verwilligt und am 30. April 1873 zur Einrichtung eines che⸗ miſchen Laboratorinms 300 fl. und zur jährlichen Verwendung in demſelben 50 fl.

Am 3. Juni 1873 wurde durch ein Schreiben der Direction des Polytechnikums die Ueberlaſſung der Doubletten aus der Minerialienſammlung zugeſagt und die Ueberlieferung