Jahrgang 
1873
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39) Wilhelm Walger aus Pfungſtadt, 15 ½¼ J. a., will in's Gymnaſium übertreten. 40) Wilhelm Walloth aus Darmſtadt, 16 ¼ J. a., wird Kaufmann. 41) Franz Weiß aus Darmſtadt, 16 ½¼ J. a., wird Kaufmann. 42) Gottfried Weſternacher aus Darmſtadt, 16 ³ J. a., wird Oekonom. 43) Chriſtian Wörißhoffer aus Groß⸗Bieberau, 18 ½ J. a., wird Kaufmann. Zwölf Schüler der jetzigen erſten Klaſſe bleiben in der Anſtalt und wollen noch die beiden oberen Klaſſen der neuen Realſchule I. Ordnung durchmachen.

VI. Chranik der Anſtalt.

Das Schuljahr 187 ⁄13 nahm am 14. Oktober 1872 ſeinen Anfang, und es wurden bei der Aufnahmsprüfung 179 neue Schüler aufgenommen. Dieſe Zahl ſtieg im Laufe des Jahres auf 231, ſo daß alle Klaſſen vollſtändig gefüllt, ja zum Theil überfüllt wurden. Namentlich war die Klaſſe I. mit 58 Schülern viel zu zahlreich und hätte eigentlich ſofort in 2 Parallel⸗ klaſſen getrennt werden müſſen, wenn es möglich geweſen wäre Raum und Mittel zu beſchaf⸗ fen. Dieſe Ueberfüllung hatte den bedeutenden Nachtheil, daß in den Unterrichtsſtunden der darſtellenden Geometrie abwechſelnd je nur eine Hälfte der Klaſſe anweſend ſein konnte, und daß auch in anderen Stunden, ſo wie es etwas zu ſchreiben oder zu zeichnen gab, die mit mit⸗ unter ſchon ſehr großen und breitſchulterigen Schüler nur nothdürftig ſich zurechtſetzen konnten und zum Theil an Seitentiſchen Unterkunft ſuchen mußten. So müſſen wir eben in ſehr unzulänglichen und unbequemen Räumlichkeiten, welche noch dazu in 2 Gebäude(nächſtens ſo⸗ gar in 3) vertheilt ſind, uns hinhelfen, bis durch einen Neuban für's Polytechnikum der Real⸗ ſchule das früher inne gehabte ſtattliche Gebäude mit ſeinen geräumigen, lichten Lehrſälen wie⸗ der gegeben werden kann. Realſchule I. Ordnung und II. Ordnung würden dort angemeſſen und gut untergebracht werden können, würden es aber auch vollſtändig brauchen, während es für das Polytechnikum mit allen etwaigen An⸗ und Umbauten doch nur ein Nothbehelf bleibt.

Gleich Nachmittags den 14. Oktober wurde unſere Schule von Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzeſſin Ludwig von Heſſen, welche einer engliſchen Dame die hieſigen Schulanſtalten zeigte, mit einem Beſuche beehrt.

Mit dem Beginne des Schuljahres trat Dr. Heinrich Eiſenhut ſein Lehramt an unſerer Schule an. Derſelbe iſt am 12. Auguſt 1851 zu Vöhl im Königreich Preußen geboren. Er beſuchte zuerſt die Volksſchule zu Nidda, ſpäter die zu Büdingen und trat im Oktober 1862 in das dortige Gymnaſium ein. Nachdem er im Herbſt 1868 die Maturitätsprüfung abgelegt, bezog er die Landesnniverſität Gießen, vorerſt in der Abſicht, altelaſſiſche Philologie zu ſtudiren. Er beſuchte einige Semeſter das philologiſche Seminar, wandte ſich dann ausſchließlich dem Studium der neueren Sprachen und der Geſchichte zu, legte im Herbſt 1870 die philoſophiſche Vorprüfung und im Juni 1872 die akademiſche Schlußprüfung ab. Durch hohes Decret Großherzoglicher Oberſtudiendirection zum proviſoriſchen Lehrer an hieſiger Realſchule unter'm 14. Oktober 1872 ernannt, wurde er durch Allerhöchſtes Decret vom 1. Mai 1873 definitiv angeſtellt.

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