der Seminarbücherei hatten zahlreiche Amtsgenoſſen Werke aus ihrem Privatbeſitz zur Verfügung ge⸗ ſtellt.
Der Film„Simba, der König der Tiere“, den Herr Studienrat Dr. Vetter am 10. September 1930 in unſerer Turnhalle vorführte, wurde von der ganzen Schule beſucht, ebenſo der Film„Hungaria“, der am 17. Februar 1931 im Union⸗Theater lief.
Kleinere Ausflüge wurden unternommen am 21. Mai, 29. Auguſt, 6. November 1930 und am 18. März 1931. Einzelne Klaſſen machten Tagesausflüge.
Unter Führung der Herren Dr. Scheuermann und K. Schmidt machten die Klaſſen Ia l und Ia2 am 21. Mai 1930 einen geographiſchen Lehrausflug in die Umgebung von Heppenheim a. d. B.— Die Ia2 und Ia4 beſichtigen am 10. Mai 1930 unter Führung von Herrn Dr. Racke die Brauerei Fay.— Die Einrichtungen der Obſt⸗ und Weinbauſchule Oppenheim wurden von den Primen am 1. Juli 1930 beſichtigt. Wegen der Landung des Luftſchiffs„Graf Zeppelin“ fiel am 4. Auguſt 1930 der Nachmittags⸗ unterricht aus. Mehrere Klaſſen beſuchten das Landesmuſeum.
Der Hitze wegen wurde von 11 Uhr ab freigegeben am 16., 17., 18, 20., 23., 24. Juni, 2., 3., 4. Juli, 28., 30. Auguſt und am 5. und 6. September 1930.— Zum Eislauf und Rodeln wurde der Nachmittagsunterricht am 13., 15. Januar und am 5. und 9. Februar 1931 ausgeſetzt.
Die Schule dankt mit Freude allen denen, die ſie mit Geſchenken bedacht haben. Mit beſonderem Dank erwähnen wir eine Stiftung des Herrn Oberrechnungsrates Schlitt, der zur Anſchaffung von Lehrbüchern für unbemittelte Schüler der Schule den Betrag von 100.— RM. überwieſen hat. Herr Optiker Kuntze ſchenkte uns 2 Chromſäurebatterien, die Firma Herbig ein großes Thermometer. Herr Studienrat Dr. Gottron ſtiftete für unſer Orcheſter eine Poſaune und Noten eigener Kompoſition. Eine erfreuliche Bereicherung unſerer Bücherei verdanken wir den Herren Oberſtudienräten Dietrich, Balſer und Dr. Krämer, unſeren früheren Schülern W. Schäfer in Langen und Fr. Göbel in Arheilgen, ſowie dem Kultusminiſterium und verſchiedenen Verlagsanſtalten. Der aus Erſparnisgründen ſtark beſchränkte Raum des Jahresberichtes verbietet uns, alle Spender namentlich aufzuführen.
VII. Mitteilungen an die Eltern.
In die Liebigs⸗Oberrealſchule werden Söhne von Familien aufgenommen, die in der Rhein⸗ ſtraße, Alexanderſtraße, Dieburgerſtraße und nördlich davon wohnen, ſowie diejenigen Auswärtigen, die am Haupt⸗ und Nordbahnhof und mit der Elektriſchen von Griesheim, Eberſtadt und Arheilgen ankommen. Vorzulegen ſind bei der Anmeldung ein Auszug aus dem ſtandesamtlichen Geburtsregiſter, in dem der Rufname unterſtrichen ſein muß, eine Beſcheinigung über die erfolgte Impfung oder Wiederimpfung und das Abgangszeugnis der zuletzt beſuchten Schule.
Zur Aufnahme in die Sexta werden zugelaſſen:
1. Schulkinder nach vierjähriger Grundſchulpflicht, 2. im Einzelfall beſonders leiſtungsfähige Schulkinder nach Anhören des Grundſchullehrers unter Genehmigung der Schulaufſichtsbehörde ſchon nach dreijähriger Grundſchulpflicht.
Die Aufnahmeprüfung der neu angemeldeten Sextaner findet am Dienstag, den 24. März 1931 um 15 Uhr, die der übrigen Prüflinge am Montag, den 20. April 1931 von 8 Uhr ab ſtatt. Der Unterricht beginnt am Dienstag, den 21. April 1931, um 8 Uhr.
Anmeldungen für das neue Schuljahr werden auch noch während der Oſterferien angenommen.
Seit Oſtern 1926 ſind an den höheren Schulen Heſſens neue Lehrpläne eingeführt. Für unſere Liebigs⸗Oberrealſchule iſt dies beſonders wichtig, da dadurch Lehrziel und Lehrgang der früheren Oberrealſchule gewiſſe Aenderungen erfahren haben. Die Oberrealſchule trug vor Einführung der neuen Lehrpläne, alſo vor Oſtern 1926, im Unterſchied zu anderen höheren Lehranſtalten ihr weſentliches Merkmal in der ſtarken Betonung der Mathematik und Naturwiſſenſchaften auf der einen und der neueren Sprachen auf der anderen Seite. Außerhalb des ſtundenplanmäßigen Unterrichts konnten ihre Schüler von der Unterſekunda ab freiwillig Latein lernen(2 Wochenſtunden).
Die Gründe für die durch die neuen Lehrpläne bedingten Abweichungen vom bisherigen Plan der Oberrealſchule liegen in dem Weſen der Reform, einem ſtärkeren Betonen der deutſchkundlichen Kernfächer, die in allen höheren Schulen etwa gleich ſtark betrieben werden ſollen, bei gleichzeitiger Verwirklichung des alten Beſtrebens, den Schüler wöchentlich mit nicht mehr als 30 wiſſenſchaftlichen Stunden zu belaſten.
Ab Oſtern 1926 ſetzt ſich nunmehr die ſeitherige Oberrealſchule mit ihrem etwa gleich ſtarken Betonen der mathematiſch⸗naturwiſſenſchaftlichen und der neuſprachlichen Fächer in zwei verſchiedenen Anſtalten fort, in der neuen Oberrealſchule und in dem Reformrealgymnaſium.
Die neue Oberrealſchule läßt die neueren Sprachen(Franzöſiſch und Engliſch) etwas zurück⸗ treten. Sie pflegt die Ausbildung des Geiſtes, wenn man von den deutſchkundlichen Kernfächern und
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