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An der Verfassungsfeier am 18. August sprach Herr Studienrat Pabst, bei der Gedenkfeier aus Anlaß der Wiederkehr des 100. Todestages J. H. Pestalozzis am 17. Februar 1927 sprach Herr Studienrat Dr. Jochem über die Lebensarbeit des großen Pädagogen. Bei der Beethoven- feier(100 jähriger Todestag) am 26. März 1927 hielt Herr Studienrat Lust die Gedächtnisrede. Für die evangelischen Schüler sprach Herr Studienrat Axt am 30. Oktober 1926 in einer schlichten Feier über die Einführung der Reformation in Hessen vor 400 Jahren.
Die Eltern der zu Ostern 1927 neu aufzunehmenden Sextaner hatten wir am 30. Januar und diejenigen unserer Quartaner am 25. März 1927 zusammengerufen. Der Direktor und die Herren Dr. Türk und Dr. Mathes klärten sie über die in Betracht kommenden Fragen, ins- besondere über die neuen Lehrpläne auf.
Für die Eltern unserer Zöglinge hielt Herr Studienrat Dr. Seiler am 1. und 4. Februar 1927 35 Vorträge mit Lichtbild- und Filmvorführungen über seine Studienfahrt nach Neapel und
izilien.
Am 18. Mai 1926 besuchten wir im Saalbau eine Filmvorführung über die Besteigung des Kilima-Nscharo, der uns interessante Bilder aus unserer früheren Kolonie Deutsch-Ostafrika bot. Am 4. Februar 1927 sahen wir den Lehrfilm„Die Wunder des blauen Golfes“. Oskar Fiedler sprach am 13. Dezember 1926 über„Vortragskunst“, Prof. Dahl trug am 10. März 1927 in eng- lischer Sprache vor, und am 10. Februar 1927 hielt Frau Gütschow einen Lichtbildervortrag über Pompeji. Alle diese Veranstaltungen fanden in unserer Turnhalle statt.
Mit Freude danken wir allen denen, die die Schule mit Geschenken bedacht haben. Wertvolle Bücher und künstlerischen Wandschmuck stifteten(z. T. anläßlich der Hundertjahrfeier) hiesige Buchhandlungen. Das Landesamt für das Bildungswesen, Herr Ministerialdirektor Urstadt, Herr Ministerialrat Dr. Dorfeld, Frau Oberstudiendirektor Dr. Dietz und Frau Prof. Dr. Weinsheimer, zahlreiche Verlage, frühere Schüler und Herren des Kollegiums spendeten Bücher und Bilder. Besondere Erwähnung verdient eine hochherzige Gabe des Herrn Oberstudienrats Dr. Todt für Neuanschaffungen in der Bücherei und der zur Ausschmückung des Hauses von dem Verein ehemaliger Real- und Oberrealschüler gestiftete Betrag von 250.— Mk. Herr Direktor Knöpfel schenkte ein Bild von dem Geburtshaus Liebigs und 7 Drucke von chemischen Laboratorien, Herr Dr. Fr. Wagner überließ uns eine wertvolle Sammlung von Teerdestillationsprodukten. Spitzner Ib 2 fertigte für die Lehrmittelsammlung ein Modell„Weltzeit“ und„Schnitt von Gerade und Dreieck“, Müller Ia 2 eine Heftlade und ein Modell eines Bilderrahmens für den Werkunterricht, Lauber Ib2 eine Weltkarte in Mercatorprojektion.
Es ist uns eine angenehme Pflicht, der Stadtverwaltung für die dringend nötig gewesene Instandsetzung unserer Schulzimmer unseren verbindlichsten Dank auszusprechen.
VII. Mitteilungen an die Eltern.
Seit Ostern 1926 sind an den höheren Schulen Hessens neue Lehrpläne eingeführt. Für unsere Liebigs-Oberrealschule ist dies besonders wichtig, da dadurch Lehrziel und Lehrgang der früheren Oberrealschule gewisse Aenderungen erfahren haben. Die Oberrealschule trug vor Einführung der neuen Lehrpläne, also vor Ostern 1926, im Unterschied zu anderen höheren Lehr- anstalten ihr wesentliches Merkmal in der starken Betonung der Mathematik und Naturwissen- schaften auf der einen und der neueren Sprachen auf der anderen Seite. Außerhalb des stun- denplanmäßigen Unterrichts konnten ihre Schüler von der Untersekunda ab freiwillig Latein lernen(2 Wochenstunden).
Die Gründe für die durch die neuen Lehrpläne bedingten Abweichungen vom bisherigen Plan der Oberrealschule liegen in dem Wesen der Reform, einem stärkeren Betonen der deutsch- kundlichen Kernfächer, die in allen höheren Schulen etwa gleich stark betrieben werden sollen, bei gleichzeitiger Verwirklichung des alten Bestrebens, den Schüler wöchentlich mit nicht mehr als 30 wissenschaftlichen Stunden zu belasten.
Ab Ostern 1926 setzt sich nunmehr die seitherige Oberrealschule mit ihrem etwa gleich starken Betonen der mathematisch-naturwissenschaftlichen und der neusprachlichen Fächer in zwei verschiedenen Anstalten fort, in der neuen Oberrealschule und in dem Reformreal- gymnasium.


