Jahrgang 
1931
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Daß das Leben in unſerem Landheim ſich in einfachem, beſcheidenem Rahmen vollzieht, und die Wohn⸗ und Schlafräume keinerlei unnötige Bequemlichkeiten bieten, darf vom erzieheriſchen Standpunkt aus wohl als Vorteil be⸗ trachtet werden. Und doch war es inzwiſchen unſer ſtetes Bemühen, zur Förderung der Geſundheit unſerer Schüler die beſtehenden Einrichtungen zu verbeſſern.

So haben wir in den letzten Monaten im Tagesraum einen großen Kachelofen mit iriſchem Dauerbrand⸗ Einſatz aufſtellen laſſen, der durch einen Wärmeſchacht die im oberen Stock gelegenen Schlafräume behaglich erwärmen kann. Die Heag hat, in verſtändnisvoller Würdigung die Vorteile eines Landheims, uns 2 Heißwaſſerſpeicher als Geſchenk überlaſſen. Der kleine mit 801 Inhalt verſorgt die Küche mit dem nötigen warmen Waſſer, der größere, mit 200 1 Jnhalt, gibt in Verbindung mit einer ebenfalls neu errichteten Waſchanlage im Waſchraum unſeren Schülern Gelegenheit, nach Spiel und Wanderung ihren Körper tüchtig abzubrauſen und zu erfriſchen. Aber die Einrichtung einer Heißwaſſeranlage war nur möglich, nachdem ein früherer Schüler unſeres Gymnaſiums in hochherzigem Spenderſinn uns einen Elektromotor und eine Hauswaſſerpumpe zum Geſchenk gemacht hat. Damit iſt die maleriſche Pumpe vor dem Haus verſchwunden und die wenn auch kleine Unbequemlichkeit des Waſſerholens iſt weggefallen, da Küche und Waſchraum an die Waſſerleitung angeſchloſſen werden konnten. Alle dieſe Neuerungen ſollen ihre Vorteile im kommenden Schuljahr errweiſen!

Nachdem wir ſo und durch Ankauf von Matratzen u. a. die Behaglichkeit des Aufenthalts für unſere Jugend erhöht haben, drängt es uns, allen gütigen Spendern, nicht nur den zuletzt genannten, ſondern auch allen denen, die durch freiwillige Geldſpenden, Überlaſſung von Einrichtungs⸗ und Gebrauchsgegenſtänden, durch Übernahme von Autofahrten zur Beförderung dieſer Dinge, unſer Werk in ſo hochherziger und uneigennütziger Weiſe unterſtützt haben, auch an dieſer Stelle unſeren herzlichſten Dank auszuſprechen.

Die Eltern aber bitten wir, unſere Arbeit für das Landheim weiterhin durch lebhaftes Intereſſe zu fördern und auch in der heutigen wirtſchaftlichen Notzeit die geldlichen Opfer zu bringen, die der Landheimaufenthalt für ihre Kinder erfordert, die wir aber ſo niedrig wie möglich zu halten auch künftig entſchloſſen ſind. Minder⸗ bemittelten Schülern können Beihilfen aus der Dreihundertjahr⸗Spende gewährt werden.

Zum Schluſſe ſei bemerkt, daß die geſamten Einnahmen einſchl. der freiwilligen Spenden 8357 M., die Ausgaben 8130 M. betragen, ſodaß wir mit einem Überſchuß von 226 M. in das 2. Landheimjahr eintreten. Eine genaue Rechnungsüberſicht liegt dieſem Jahresbericht geſondert bei.

Prof. Dr. Breidenbach 1. Vorſitzender des Landheimausſchuſſes.

Darmſtadt, im März 1931.

Die Direktion des Uudwig⸗Georgs⸗Gumnaſiums Lauteſchläger, Oberſtudiendirektor. Sprechſtunden des Direktors:

täglich 1112 Uhr. Fernſprecher: Stadtamt.