Jahrgang 
1892
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V. Zur Chronik der Anſtalt. (Von Frübjahr 1891 bis Frübjaßr 1892.)

1. Das neue Schuljahr. Am 8. April 1891 begann das neue Schuljahr mit einer gemein⸗ ſamen Feier. Der Unterricht wurde am 9. April angefangen.

2. Veränderungen in den Lehrerſtellen der Anſtalt.

In dem Staatsbudget für die Finanzperiode 1891/94 traten bezüglich unſerer Lehrerſtellen einige Veränderungen ein. Hiernach wurde die frühere Geſanglehrerremuneration beſeitigt, und der an dem Neuen Gymnaſium dahier mit den Rechten eines akademiſch gebildeten Lehrers angeſtellte und von dieſer Anſtalt dotierte Geſanglehrer ſollte zugleich die Geſangſtunden des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums übernehmen, und zwar ohne beſondere Remuneration. Außerdem wurde für unſere Schule eine zweite etatsmäßige proviſoriſche und mit einem akademiſchen Lehrer zu beſetzende Stelle geſchaffen. Infolge dieſer Bewilligungen ſind in dem Voranſchlag für 1891/94 außer der Stelle des Direktors die folgenden Stellen vorgeſehen: 18 definitive akademiſche Stellen, 2 proviſoriſche akademiſche Stellen und eine ſeminariſtiſche Stelle. Dazu die früheren Hülfslehrerſtellen für katholiſchen und israelitiſchen Religions⸗ unterricht, Zeichnen und Turnen. Dagegen wurde der ſeit dem Abgang des Prof. Dr. Schädel aus deſſen Stelle zugleich mit dem eigentlichen Vikar dieſer Stelle dotierte evangeliſche Religionshülfslehrer, deſſen Stunden im Winter 1890/91 von den Herren Pfarrer Trümpert und Hoſprediger Ehrhardt verſehen worden waren, vom 1. April 1891 an nicht mehr beibehalten.

Wichtig iſt ſeit dem Beginn der gegenwärtigen Finanzperiode die neue Beſtimmung, nach der die Anzahl der definitiven akademiſchen Stellen unter der Vorausſetzung entſprechender Verminderung der proviſoriſchen akademiſchen Stellen vermehrt werden kann. Dieſer Fall trat bei der Verſetzung des definitiven Lehrers H. Fritz vom Neuen Gymnaſium an unſere Anſtalt ein.

3. Veränderungen im Lehrerkollegium.

Die Herren Pfarrer Trümpert und Hofprediger Ehrhardt, welche aushülfsweiſe den oben erwähnten ev. Religionsunterricht erteilt hatten, verließen zu Ende des Winterhalbjahres 1890/91 die Anſtalt; Herr Dr. Matthäi behielt im Sommer 1891 zwei Stunden ev. Religionsunterricht.

In die ſeit dem Abgang des Prof. Dr. Schädel erledigte Stelle wurde der Gymnaſiallehramts⸗ acceſſiſt Karl Eger durch Miniſterialverfügung vom 26. März 1891 vom Neuen Gymnaſium dahier an das Ludwig-Georgs-Gymnaſium als proviſoriſcher Lehrer und ev. Religionshülfslehrer verſetzt. Derſelbe ſuchte aber um Entbindung von dieſer Verwendung zum Zweck des Übertritts ins Pfarramt nach, und dieſem Wunſche entſprach das Großh. Miniſterium durch Verf. vom 6. April 1891, wodurch die frühere Ernennung aufgehoben wurde. Herr Eger trat demnach nicht bei uns ein.

Statt des Herrn Karl Eger wurde durch Miniſterialverfügung v. 10. April 1891(Nr. M. J. 10 016) der Gymnaſiallehramtsacceſſiſt Berthold Weidig aus Lauterbach, der am 7. April als Volontär bei unſerer Anſtalt zugelaſſen worden war, die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt übertragen. Infolge dieſer Verfügung übernahmen die Kollegen Dr. Schöl, Dr. Matthäi und Lerch alle evangeliſchen Religionsſtunden.

Dr. Rudolf Becker und Dr. Philipp Brückel verwalteten nunmehr die beiden etatsmäßigen proviſoriſchen Stellen.