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Außer den genannten Oſterklaſſen verblieben dem Ludwig-Georgs⸗Gymnaſium nach Errichtung des Neuen Gymnaſiums alle Schüler unſrer ſeitherigen neun Herbſtklaſſen, unter welchen die Herbſt⸗ unterſecunda ſchon im Sommer 1890 in zwei Parallelcöten geſpalten war(vgl. oben S. 20). Dieſe Spaltung wurde auch für das Winterhalbjahr 1890/91 beibehalten. Da aber auch die Klaſſen Herbſtquarta, Herbſtuntertertia und Herbſtoberſecunda zu Beginn des Winterhalbjahrs 1890/91 ſehr zahlreich beſucht waren, ſo wurden dieſe Klaſſen für die Mehrzahl der Lehrſtunden im Winterhalbjahr in je zwei Parallelcöten geſpalten. Dies war möglich, weil unſre Kollegen im Intereſſe der Anſtalt ſich gern bereit fanden, die erforderlichen Lehrſtunden zu übernehmen und weil die unſrer Anſtalt überwieſenen Acceſſiſten und Volontäre, die Herren Köhler, Ritſert, Noack, Dr. Schmidt und Henkel, zu dem gedachten Zwecke bereitwillig ſich zur Verfügung ſtellten. Wir ſprechen denſelben, wie allen Kollegen, an dieſer Stelle im Intereſſe unſrer Anſtalt, ihrer Schüler und der Eltern herzlichen Dank aus. 4
Nach den vorſtehenden Darlegungen hatte nun das Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium im letzten Winter⸗ halbjahr die fünf Oſterklaſſen: IIIa O. IIIb O, IV O, V O, VI 0 und die dreizehn Herbſtklaſſen: Ia H, Ib H, IIa H Cöt. A, Ila H Cöt. B, IIb H Cöt. A, IIb H Cöt. B, IIIa H, IIIb H Cöt. A, IIIb H Cöt. B, IV H Cöt. A, IV H Cöt. B, V H. VI H. Eine Überſicht dieſer Organi⸗ ſation bietet die obige tabellariſche Zuſammenſtellung der Verteilung der Unterrichtsſtunden im Winter⸗ halbjahr 1890/91(vgl. oben S. 10).
Das gegenwärtige Klaſſenſyſtem unſrer Anſtalt, das im Vorſtehenden dargeſtellt wurde, iſt in den Oſterklaſſen unvollſtändig; in den Herbſtklaſſen hat es teilweiſe vorübergehende Einrichtungen. Gott führe weiter die Organiſation unſrer Anſtalt in ſegensreicher Entwickelung zu dem für ſie vorgeſehenen Ziele und zu derjenigen Geſtaltung, die dieſem Ziele am beſten dient!
9. Bevor Lehrer und Schüler des alten Ludwig-Georgs⸗Gymnaſiums ſich trennen mußten und in die beiden jetzigen Gymnaſien auseinandergingen, ließen ſich ſämtliche Klaſſen(auch die Vorklaſſen) und das Lehrerkollegium photographieren, zur freundlichen Erinnerung an die Zeit ihres Zuſammen⸗ lebens in einer Anſtalt.
10. Im Winterhalbjahr 1890/91 beſuchten die katholiſchen Schüler des Neuen Gymnaſiums den kath. Religionsunterricht des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums; und die Schüler des Neuen Gymna⸗ ſiums, welche Engliſch und Hebräiſch lernten, blieben mit den engliſchen und hebräiſchen Unterrichts⸗ abteilungen des Ludwig-Georgs⸗Gymnaſiums bis auf weiteres vereinigt.
11. Durch Miniſterialverfügung vom 24. September 1890(Nr. M. J. 24 538) wurden nach erfolgter Abzweigung des Neuen Gymnaſiums von dem Ludwig-Georgs⸗Gymnaſium die den beiden Anſtalten bewilligten Staatszuſchüſſe in der Weiſe geteilt, daß dem Ludwig⸗Georgs⸗ Gymnaſium ein jährlicher Staatszuſchuß von 39 160 Mark zugewieſen und die Summe der Einnahme und Ausgabe des Voranſchlags dieſer Anſtalt für 1890/91 auf 92 136 Mark 1 Pfg. feſtgeſtellt wurde.
12. Spaziergänge wurden von allen Klaſſen am 20. Mai, 30. Oktober und 13. November 1890 in die Umgegend von Darmſtadt unternommen. Tagesausflüge aller Klaſſen fanden am 18. Juni 1890 ſtatt.— Im Dezember 1890, Januar und Februar l. J. wurden öfters die wiſſenſchaftlichen Nachmittagsſtunden zur Benutzung der Eisbahn ausgeſetzt. Zu demſelben Zwecke wurden insbeſondere die Turnſtunden, welche auf die Nachmittage fielen, faſt regelmäßig freigegeben.


