die Schülerinnen viel Anregung, die ſie auch ſpäter erfahrungsgemäß lange benutzten. Sie erzog, nebenbei bemerkt, wie kaum eine andere Technik zu größter Genauigkeit und Sauberkeit; die kleinſte Nachläſſigkeit verdarb da oft alles. Holzarbeiten traten etwas in den Hinter⸗ grund. Der Buchbinderei widmete man ſich lange Wochen mit größtem Eifer. Holzarbeiten werden in dieſem Jahre wieder mehr zu ihrem Rechte kommen.— Dieſe Abwechslung im Material hielt das Intereſſe der Schülerin ſtets wach. Was ihr auf dem einen Gebiete nicht gelang, glückte auf anderem umſo mehr. So ließ ſich der Unterricht immer anregend geſtalten, es tauchten immer wieder Ideen auf und lockten zur Verwirklichung.
(Emmy Frenzel.) Eleonorenſchule
Die Ausſtellung, die am Ende des Schuljahres 1924/25 in unſerer Turnhalle ſtattfand, bot einen Überblick über die Schülerinnenarbeiten ſämtlicher Klaſſen.
Den Reigen eröffneten die Arbeiten unſerer Kleinſten. In den beiden 7. Klaſſen wurden an Wäſchebändern und Nadelbüchern die erſten Nähverſuche gemacht. Auch die Erfindungsgabe der Kinder wurde herangezogen und ein zweites Wäſcheband nach ſelbſt⸗ erfundenem Muſter gearbeitet. Dann folgten Serviettenbänder, Gürtel und Ketten in Perlen⸗ arbeit, und ein Sportſchal in Wollhäkelei bildete den Abſchluß des Jahrespenſums.
In den 6. Klaſſen wurde das Häkeln weitergeübt. Als Lernobjekte dienten Einſätze und Spitzen aus feinerem Zwirn zur Verzierung von Wäſche. Als zweite Arbeit wurde ein Gegenſtand mit Kreuzſtichverzierung nach eigenem Muſter hergeſtellt. Die Kinder wählten Nadelkiſſen, Deckchen und Serviettentaſchen.
Die 5. Klaſſen beſchäftigten ſich hauptſächlich mit Handnähen. Angefertigt wurde ein Kragen, deſſen Verzierung— je nach Befähigung der Schülerin— in einfacher oder ſchwieriger Hohlſaumarbeit beſtand. Die Muſterſtrickerei wurde an einer Spitze geübt.
In den 4. Klaſſen wechſelten praktiſche Arbeiten mit Verzierungsarbeiten. An einem kleinen Muſtertuch hatten die Kinder den Köperſtopf gelernt und an Handtüchern und Servietten praktiſch angewandt; auch das Stopfen von Strümpfen wurde geübt. Als erſte Arbeit in der Formenhäkelei wurde ein Spitzendeckchen aus feinem Zwirn hergeſtellt. Dann folgte eine wahlfreie Arbeit in Wollhäkelei; in Betracht kamen Kiſſen, Schlummerpuffs, Kaffee⸗ und Teewärmer. Die Abformungsarbeit in Verbindung mit Handnäherei wurde an Unter⸗ taillen, Kinder⸗ und Puppenkleidung geübt.
Die 3. Klaſſen beſchäftigten ſich zuerſt mit Flicken zerriſſener Gegenſtände; danach wurde ein Kiſſenbezug mit Hohlſaumverzierung angefertigt. Die Anordnung der Hohlſäume blieb den Schülerinnen überlaſſen; die Kiſſenbezüge zeigten Ziernähte von einfachſter Linien⸗ führung bis zur ausgenähten Durchbrucharbeit.
In den 2. Klaſſen wurde das Ausbogen, die Ausſchnitt⸗ und Lochſtickerei und das Namenſticken an Taſchentüchern geübt. Ferner wurde eine Schürze angefertigt; den Stoff dazu wählten die Schülerinnen ſelbſt. Einfarbiges Leinen, Mull und buntbedruckte Stoffe wurden verwendet. Das Stricken eines Strumpfes beſchloß die Arbeiten der 2. Klaſſen.
Das Anfertigen von Wäſche fand in den beiden 1. Klaſſen beſondere Berückſichtigung. Zuerſt wurden Nachthemden gearbeitet, dann Wäſchegegenſtände nach Wahl, z. B. Hemden, Unterröcke, Schürzen und Untertaillen. Als Verzierung dienten: Ausbogen, Loch⸗ und Ausſchnittſtickerei, Filet⸗ und Schiffchenarbeit, Tülldurchzug und Häkelei. Auch farbige Beſätze— Stickerei⸗ und Klöppelſpitze— fanden Verwendung. Zum Schluß wurden noch feinere Handarbeiten angefertigt, z. B. Sofakiſſen, Vorhang, Kinderkleidchen, Taſchentücher, Tablettdeckchen und Strickdecken.
Auf Abbildung 5 ſehen wir einen kleinen Teil der ausgeſtellten Handarbeiten unſerer Eleonorenſchülerinnen.(Lilli Darmſtädter, Clotilde Willenbücher.)
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