Jahrgang 
1925
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einige Wochen in Schottland. Zu ſeiner Vertretung waren der aus dem beſetzten Gebiet ausgewieſene Studienrat Herr Wagner-Langen und Frl. Dr. Schork, Studienreferendarin an der Viktoriaſchule, bei uns tätig. Heizer und Hilfsſchuldiener Kommander ward zum Hausmeiſter der ſtädt. Sparkaſſe ernannt; ſein Nachfolger iſt Friedrich Kröh, ſeither an der elektriſchen Straßenbahn. Am 21. Oktober ließ die Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland den Schülerinnen der Oberklaſſen einen Vortrag über Roſegger halten. Herr Studien⸗Aſſeſſor Dr. Heldmann ſprach vor dem Kollegium über ſeinen Aufenthalt in Schottland, Herr Studienrat Vièl zweimal über Amerika. Ein Elternabend brachte Erörterung über das Landheim und die Neugeſtaltung der höheren Mädchenſchule. Eine ſchlichte Schillerfeier, die wir der früheren Lehrerin unſerer Anſtalt Frl. Elſe SpeckhardtGießen und mehreren ehemaligen Schülerinnen zu verdanken hatten, gab uns in den Nachmittagsſtunden des 8. November Erhebung im Gedächtnis an den großen Dichter. Ein Kurſus des Roten Kreuzes bot den Schülerinnen der Frauenſchulklaſſe I Erſatz für den leider infolge der Suche nach einer Lehrkraft unverhältnismäßig lang ausgefallenen Unterricht in Geſundheitspflege. Die Trauerfeier für die Toten des Weltkrieges am Samstag, 22. November, war auch von Eltern gut beſucht. Dasſelbe gilt von den Elternabenden der Klaſſen IVc, IIIa, IIb und Ib. Eine Adventsfeier der Klaſſe Ia feſſelte durch den ernſten Ton die zahlreich Erſchienenen. Die Studien⸗Aſſeſſoren Herr Beck und Herr Dr. Imgram erhielten die AmtsbezeichnungStudienrat.

Nikolaustag und Weihnachtsfeier des Kindergartens verliefen unter Teilnahme der Eltern in ſchöner Form und erfreuten durch Lieder und Erzählung, durch Scherz und Ernſt und durch der Gaben bunte Fülle klein und groß. Herr May ward zum Oberreallehrer ernannt. Frl. Naumann mußte leider wegen eines Fußleidens für einige Zeit ein Krankenhaus aufſuchen. In ihrem Pflichtbewußtſein ſiedelte ſie nach den Weihnachtsferien für einige Wochen in unſer Schulhaus über, wo ſie notdürftig im Wartezimmer des Direktors untergebracht war. Sie brachte dies Opfer im Gedanken an ihre Schülerinnen gern.

Im Februar beteiligte ſich eine große Zahl unſerer Schülerinnen mit großem Eifer an der vom Hochſchulring Deutſcher Art veranſtalteten Sammlung für das Sudetendeutſchtum. Sie brachten den ſtattlichen Betrag von 1836 Mk. zuſammen, wofür der Schule beſonderer Dank ausgeſprochen wurde. Im Auftrag des Vereins für das Deutſchtum im Ausland ſprach am 3. März Herr Studienaſſeſſor Dr. Bell aus Kaſſel vor unſeren Schülerinnen über das Deutſchtum im Banat.

Am 5. März fand eine Trauerfeier für den verſtorbenen Reichspräſidenten ſtatt.

Leider ſteht unſer Schulhaus unſeren Schülerinnen immer noch nicht ſo zur Verfügung, wie es ſein ſollte. Die Arbeit iſt in manchern Fächern weſentlich erſchwert. Sitzen doch z. B. im Handarbeits⸗ unterricht meiſt zwei Lehrerinnen mit ihren Abteilungen in einem Zimmer zuſammen. Dabei ſind die Bänke ungeeignet. Unſere einſt ſchön ausgeſtatteten Handarbeitsſäle ſind uns leider noch immer verſchloſſen. Sie wurden Klaſſen der Dieſterwegſchule zugewieſen, die aus Rückſicht auf Ausgewieſene ihr geräumiges Schulhaus leider noch nicht wieder vollſtändig beziehen konnten, ihnen ſelbſt zum größten Leidweſen. Aus dem gleichen Grunde konnten wir bisher auch dem techniſchen Seminar den Wunſch nach einem beſſer belichteten und darum mehr der Geſundheit der im Kellergeſchoß untergebrachten Seminariſtinnen dienenden Zimmer nicht entſprechen.

Möge der Beginn des kommenden Schuljahres unſerer ſeit dem Jahre 1911 um mehr als 250 Schülerinnen gewachſenen Anſtalt die wünſchenswerte Verfügungsmöglichkeit über die ſo ſchön eingerichteten Räume des eigenen Schulhauſes zu unſerer Arbeit endlich bringen.