Jahrgang 
1913
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laſſen. Und das iſt dadurch möglich geworden, daß die Stadt Darmſtadt in dem Kellergeſchoß der Schule die notwendigen Räume in berbindung mit dem Hliceverein für Frauenbildung und Erwerb herrichten ließ. Dem genannten berein wurde das Recht eingeräumt, ſein Seminar für haushaltungslehrerinnen in den ſtädtiſchen Räumen mitzuunterrichten. Die Schülerinnen des Seminars, die ihre Derpflegung daſelbſt er halten, bekommen das von den Frauenſchülerinnen gekochte Eſſen, ſodaß das Einkaufen und Derwerten der Speiſen ganz auf Koſten des Seminars ſtattfinden und der Stadt Darmſtadt keine Unbequemlichkeiten ſchaffen.

Die Räume im Kellergeſchoß umfaſſen vor allem die ſchöne Küche, die für drei 6ruppen zu je oier Schülerinnen eingerichtet iſt.

Rußerdem finden wir dort noch einen Lehrſaal, die photographiſche Dunkelkammer, das Hnkleide- zimmer und den Waſch- und Bügelraum.

Für den Hadelarbeitsunterricht benutzt die Frauenſchule die Räume der Eleonorenſchule.

Die Stenographiekurſe des handelslehrers Simon, ſowie die lurnſtunde der Frl. Bauſch und Hau waren von den krauenſchülerinnen gut beſucht.

Die bis jetzt vorliegenden Meldungen zur Frauenſchule für das kommende jahr ſind ſo zahlreich, daß eine Dierteilung der klaſſe im hauswirtſchaftlichen Unterricht notwendig wird, die ſich durch die Rnſtellung einer Hilfslehrerin ermöglichen läßt.

Beſichtigungen unſerer finſtalt fanden in großer Zahl ſtatt. Durch den Deutſchen Hrchitekten- und Ingenieurberein, den Deutſchen Frauenverein, durch Dertreter der Städte Hamburg, Elberfeld, Iainz, Zehlendorf, auch aus England, Finland und der Schweiz erhielten wir Beſuch. herr éeh. Oberſchulrat Block beehrte unſere Hnſtalt am 24. und 26. Januar, 21. Mai und 4. September 1912 mit ſeinem Beſuch. Hm 3. Wärz 1913 wurde uns die hohe Ehre des Beſuchs Ihrer Kgl. Hoheit der Frau éroßherzogin zuteil.

Die 6eburtsfeſte unſeres Landesfürſten wurden durch Feſtakte gefeiert, 1911 ſprach herr Oberlehrer Zimmer über dieGroffherzogin Hlice und 1912 herr Hſſeſſor Diél überéroßherzog und Kunſt. Die nſprachen bei den Feiern von Kaiſers 6eburtstag hielten 1912 herr Reallehrer Schäfer und 1913 herr Hſſeſſor Dr. Bauer.

Huch zwei Elternabende wurden im Januar 1912 und 1913 gehalten; am erſten ſprach der Direktor überZweck und Ziele der Frauenſchule, der zweite diente einer freien Husſprache über den Unter- richt in der Frauenſchule im abgelaufenen jahr. Die éElternabende waren ſehr gut beſucht und haben im Publikum eine recht klärende Wirkung getan.

Hußer den regelmäßigen Schulſpaziergängen wurde der Schwimm- und éisſport gefördert, die marineausſtellung, die puppenausſtellung beſucht und für die Kleinen durch Frl. Ida Strack aus éießen ein Märchenabend mit Lichtbildern gehalten. Für die Frauenſchule und die Oberklaſſen wurde ein Dortrag von Dr. R. Burkhart⸗Berlin über die Hlkoholfrage gehalten.

Die Lehrerſchaft beſtand bei Eröffnung der Schule aus dem Direktor und 14 Lehrkräften, die jetzt auf 19 vermehrt wurden:

1. Direktor Dr. Hlbert Cucius, geb. 31. Januar 1863 zu Darmſtadt, ſtudierte von 1880- 82 in Teipzig und 1882 SS in Straßburg. Im juli 188q promovierte er und beſtand am 13. Februar 1885 das Fakultätsexamen in Latein, 6riechiſch, 6eſchichte, 6eographie und Religion. Sein Seminarjahr legte er im 6umnaſium in éießen zurück und war von Oſtern 1886 bis 31. Oktober 1880 in ainz und Darmſtadt verwendet. Hm 1. Hovember 18S0 wurde er am Realgumnaſium zu Darmſtadt definitiv an⸗ geſtellt, am 1. Juli 1803 zum Kreisſchulinſpektor in Worms ernannt und am 1. Hpril 1800 in gleicher Eigenſchaft nach 6ießen verſetzt. Um 0. Mai 19000 wurde ihm der Charakter als profeſſor verliehen, und am 1. Hpril 1903 wurde er nach Darmſtadt verſetzt. Im November 1900 erhielt er das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Derdienſtordens philipps des 6roßmütigen. Seit 1. Huguſt 1911 iſt er Direktor der Hnſtalt.

2. Profeſſor Friedrich Hxt, geb. 2. Dezember 1870 zu Elsheim in Rheinheſſen, beſtand im Mlärz 1800 die Reifeprüfung am 6umnaſium zu Worms, ſtudierte von 1800904 in éießen ev. Theologie und beſtand daſelbſt im ärz 180d die Fakultätsprüfung. Seiner Militärpflicht genügte er von Hpril 1804 95, beſuchte von Oſtern 1805 90 das predigerſeminar zu Friedberg und beſtand im Huguſt 1806 die Definitorialprüfung. Don Hlovember 1800 ab war er zuerſt pfarraſſiſtent, dann pfarrvikar in Ober- Ramſtadt, von Iai 1901 ab Pfarrer zu Mommenheim in Rheinheſſen und wurde Oſtern 1908 mit der Derwaltung einer Oberlehrerſtelle am LCudwig-écorgs-éumnaſium zu Darmſtadt beauftragt. Hm 1. Hpril 1900 wurde er daſelbſt als Oberlehrer angeſtellt und ihm der Charakter als profeſſor verliehen, am 1. Hpril 1912 wurde er an die Liebigs-Oberrealſchule verſetzt und zugleich mit der Erteilung des Religionsunterrichtes in den oberen Klaſſen der Eleonorenſchule beauftragt.

3. Oberlehrer Wilhelm Zimmer, geb. 13. September 1877 zu Ortenberg in Oberheſſen, beſtand im herbſte 180s die Reifeprüfung am Tudwig⸗Georgs-Gumnaſium zu Darmſtadt, beſuchte dann die Univerſitäten in München und 6ießen und erwarb ſich 1800 die Tehrbefähigung in Mathematik, Phuſik, 6eographie und Deutſch. Er trat dann in das pädagogiſche Seminar am Realgumnaſium zu Darmſtadt ein und wurde Oſtern 1900 an die höhere Bürgerſchule in Hidda verſetzt. Hm' 1. Mai 1902 kam er an die Realſchule zu Hlsfeld, wo er 1. Hpril 1904 als 6roßh. Oberlehrer angeſtellt wurde. Hach ſeiner Derſetzung an die diktoriaſchule zu Darmſtadt am 1. Juli 1911 wurde er mit Errichtung der Eleonorenſchule der neuen nſtalt zugeteilt.

4. Hſſeſſor paul Diél, geb. S5. Mai 1882 zu Darmſtadt, beſtand an Oſtern 1901 die Reifeprüfung am Realgumnaſium zu Darmſtadt, beſuchte ebenda bis herbſt 1902 die hochſchule, dann die Univerſität

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