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Das Schuljahr begann am 25. April mit der Aufnahmeprüfung. In IIlb wurden aufgenommen 34 Schülerinnen, und eine Schülerin trat in lb ein. Im Laufe des Schuljahrs trat sodann in IIb noch eine weitere Schülerin ein, während ausschieden aus Ila zwei Schülerinnen, aus IIb zwei Schülerinnen(davon eine durch Tod), und aus IIIb fünf Schülerinnen. Sämtliche 14 Schülerinnen der la bestanden am 5. März 1028 die Reifeprüfung.
Herr Ministerialdirektor Urstadt wohnte am 7. Juli und 15. Dezember dem Unterricht in mehreren Klassen bei. Am 27. Mai besichtigte der Pinanzausschuß des Landtags das Schülerinnenheim und sprach sich anerkennend über die Einrichtung aus.
Während der Osterferien wurde für die Schülerinnen des Heims eine Rundfunkanlage geschaffen und in den Klassenzimmern zur Beleuchtung der Wandtafeln und der Klaviere eine besondere Lichtanlage eingerichtet, die auch für Lichtbildvorführungen in den Klassen benutzt werden kann. Im Laufe des Schuljahrs wurden ein Klassenzimmer, die beiden Treppenhäuser und der Gang im zweiten Sto getüncht; ferner wurde durch Ein- ziehen einer Wand ein Kellerraum für das Heim geschaffen.
Die Zahl der Heimchen, die zu Beginn des Schuljahres 25 betrug, erhöhte sich im Laufe des Schuljahres auf 20 und betrug am Schluß des Schuljahres 23.
Der Gesundheitszustand der Schülerinnen war im allgemeinen befriedigend, doch verloren wir am 3. Juni eine begabte und liebe Schülerin der IIb, Elisabeth Großmeyer aus Seligenstadt, durch den Tod infolge einer Gehirnhautentzündung.
Im Lehrkörper brachte uns das Schuljahr mehrere recht unangenehme Anderungen, die die Aufstellung des Stundenplans und die Durchführung des Lehrplans außerordentlich erschwerten. Professor Matthes, der zum Studienrat am pädagogischen Institut ernannt wurde, konnte bei uns nur noch 2 Religionsstunden beibehalten, während der übrige Religionsunterricht von den Herren Pfarrer Maræx, sowie den Studienräten Axt, Dr. Krämer und Dr. Avemarie übernommen wurde. Da auch Studienrat Borngässer an das pädagogische Institut versetzt wurde, der Landtag aber keinen Ersatz für ihn bewilligte, mußte der gesamte Klavierunterricht nebenamtlich erteilt werden. Er wurde übernommen von Herrn Lehrer Niebergall, Fräulein Weber und Weitzel. An Stelle von Fräulein Weber trat am 7. Dezember Fräulein Kosse. Während der Osterferien erkrankte die Handarbeits- lehrerin Fräulein Schnittspahn, die seit 1923 den Handarbeitsunterricht erteilte, schwer und starb am 18. Juni. Während ihrer Erkrankung wurde sie von Fräulein Rücert, sodann von Fräulein Volquards vertreten, und nach dem Tod von Präulein Schnittspahn übernahm den Handarbeitsunterricht Frau Grünewald. Fräulein Schnitt- spahn, die den Schülerinnen eine gütige und gewissenhafte Lehrerin und dem Kollegium eine liebe Mitarbeiterin gewesen ist, wird die Anstalt ein treues Andenken bewahren. Die vom Landtag bewilligte Stelle für einen Studienassessor wurde in der Weise verwaltet, daß Studienassessor Dr. Kester, der an der Eleonorenschule eine halbe Stelle verwaltete, bei uns 14 Stunden übernahm, während Assessor Dr. Schrader, dem eine halbe Stelle an unserer Anstalt übertragen wurde, dem Ludwig-Georgs-Gymnasium zur Dienstleistung zugewiesen wurde und an seiner Stelle Studienrat Dern vom Ludwig-Georgs-Gymnasium 10 Stunden Latein übernahm. Am 12. Dezember wurden die Seminarlehrerinnen Wilhelmine Welsch und Luise Willenbücher zu Studienräten ernannt.
Hitzfrei war am 17. Juni, 5. Juli, 1. und 2. September.
Ferien: Pfingstferien 4. bis 11. Juni, Sommerferien 16. Juli bis 15. August, Herbstferien 25. September bis 9. Oktober, Weihnachtsferien 23. Dezember bis 4 Januar.
Schulspaziergänge fanden statt am: 6. Mai, 16. Juni, 13. Juli, 31. August, 17. September, 24. Oktober, 1. November, 30. November, 20. Januar, 22. Februar und am 17. März, sowie mit den Abiturientinnen eine achttägige Fahrt nach Thüringen(Eisenach, IlImenau, Erfurt, Weimar).
Feiern und sonstige Veranstaltungen: am 24. Juni fand das Jugendfest in der üblichen Weise mit Gesängen, einer Ansprache des Direktors, Aufführung des Sachsschen Stüdkes: Das Kälberbrüten, Sadlaufen, Wurstschnappen und Wettlauf statt. Am 14. Juli vereinigten sich Lehrer und Lehrerinnen mit den Heimchen bei Kaffee und Kucdhen zu einer schlichten Abschiedsfeier für Fräulein Volk. Bei der Verfassungsfeier am 15. August sprach Fräulein Welsch über die Stellung der Frau in der Verfassung, bei der Feier aus Anlaß des 80. Geburtstags des Reichspräsidenten von Hindenburg der Direktor über die Persönlichkeit Hindenburgs. Bei der Totengedächtnisfeier am 26. November hielt Professor Roos die Gedächtnisrede, und bei der Feier des 75. Geburtstages des Staatspräsidenten Ulrich entwarf Dr. Kreidkemeier ein Lebensbild des Jubilars. Am 21. Dezember fand wie schon seit Jahren für die Eltern und Schülerinnen eine Weihnachtsfeier statt, bei der neben Gesängen und Gedichtvorträgen von den Schülerinnen ein Weihnachtsspiel aufgeführt wurde.
Am 8. Mai beteiligte sich eine größere Anzahl unsrer Schülerinnen am Verkauf von Gegenständen bei der Werbewoche des Vereins für das Deutschtum im Ausland, und am 20. Mai besuchte die Schule einen Vortrag des Herrn Direktors Treut über das Deutschtum im Ausland. Am 18. Juni besuchten die Klassen la und Ib die hessische Wanderausstellung für Gesundheitspflege und soziale Fürsorge, am 2. Juli fand eine Besichtigung der Ausstellung„Musik im Leben der Völker“ in Frankfurt statt und am 20. September eine Besichtigung der landwirtschaftlichen Ausstellung. Am 8. Dezember hielt Herr Dr. Zeh für die Schülerinnen unsrer Anstalt einen interessanten Vortrag über das Osebergschiff.
Bei den Reichsjugendwettkämpfen erhielten 32 Schülerinnen Diplome.
Den Schülerinnen der IIIb erteilte Frl. Bausch, geprüfte Turnlehrerin, anstelle der Spielstunden Schwimm- unterricht in dem Schwimmbad.
Zur Pflege der Kuræschrift bildete sich ein Schülerinnenkränzchen.
Geschenke machten uns: Das Kultusministerium: mehrere Werke für die Bibliothek, Winklers Verlag: mehrere Verlagswerke für das Stenographenkränzchen, Dr. Mahr: Greiners Grablegung und Kreuzigung, Grab- wächter, Dr. Dern: eine Büste der Niobe.
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