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Seminar.
Herr Dr. Lisco vollendete nach Ablauf seines Jahresurlaubs nach Athen von Ostern 1905 ab sein Seminarjahr und wurde Michaelis 1905 Probekandidat am Bismarck-Gymnasium in Dt.-Wilmersdorf.
Von dem Jahrgang 1904 05 der Seminarkandidaten traten Michaelis 1905 ihr Probejahr an: die Herren Weber an der I. Realschule in Berlin, Dr. Winkler am Friedrichs-Gymnasium ebenda, Dr. Noack an der Oberrealschule in Charlottenburg, Quaatz am Königl. Luisen-Gymnasium in Berſin, Penner am Königl. Joachimsthalschen Gymnasium, Dr. Hennicke am Königl. Viktoria-Gymnasium in Potsdam. Her DriPisitker trat zur Ableistung seiner Dienstpflicht beim Füsilier-Regiment No. 35 in Branden- zurg a. H. ein.
Das Michaelis 1905 neugebildete Seminar setzt sich zusammen aus den Herren: Oswald Richter, Willy Weber, Dr. Ernst Winter, Wilhelm Fraatz, Dr. Wilhelm Othmer, Arthur Fetkenheuer, Robert Kahn, Ernst Hils.
Schüler.
Von der Erkrankung einer größeren Anzahl Schüler in Vorschule 3 an den Masern abgesehen, erfuhr der Gesundheitszustand keine nennenswerten Störungen.
Ausfall des Unterrichts. Wegen Hitze: am 5. und 6. Juni nachmittags, 21. und 26. Juni von 12 Uhr ab, 29. Juni von 1 ab, 30. Juni von 12 ab, 1. Juli von 11 ab(90 Uhr 28⁰), 3. Juli von 11 ab (9 Uhr 26 ⁰), 4. und 5. Juli von 1 ab. Aus Anlaß festlicher Begebenheiten: am 9. Mai Schillers hundertster Todestag; 27. Mai Charlottenburgs Zweihundertjahrfeier; 3. Juni Einzug Ihrer Hoheit der Kronprinzlichen Braut; 6. November Einholung des Königs Alfons XIII. von Spanien; 27. Februar Silber- hochzeit des Kaiserpaares. Wegen der Paraden: am 31. Mai, 4. und 5. September.— Zum Schlittschuhlauten fiel der Nachmittagsunterricht ein- oder zweimal in den einzelnen Klassen aus.
An den vom Deutschen Flottenverein veranstalteten Schülersonderfahrten nach Kiel nahmen das erste Mal, vom 22. bis 24. Mai, 38 Schüler unter Führung der Herren Oberlehrer Nitsche und Richter, das zweite Mal, vom 1. bis 3. September, 14 Schüler unter Führung des Herrn Professor Heinrich Müller(I) teil.
Die Klassen U. IIIa, IVa, IVb besuchten am 13. November vormittags unter Führung der Herren Oberlehrer Nitsche und Dr. Salkowski das Kolonialmuseum.
Herr Dr. Claude du Bois-Reymond führte am 20. November nachmittags in der Alten Urania den Schülern unserer Anstalt und der Kaiser Priedrichschule von ihm aufgenommene Licht- bilder aus Griechenland mit sich anschließender Erklärung vor.
Im Saal der Oberrealschule fand am 7. Februar eine Aufführung von»l'Avare« und am 8. Februar von»Mademoiselle de la Seiglière« vor Schülern durch eine französische Schauspielergesell- schaft unter Direktion des Mr. A. Roubaud statt. Hierzu wurden 98 Einlaßkarten von unseren Primanern und Sekundanern gelöst.
Dem Ruderverein»Wiking«, der seit Ostern 1905 unter der Leitung des Herrn Ober- lehrer Nitsche steht, gehörten im verflossenen Jahre 22 Schüler als Mitglieder an. Die regelmäßigen UÜbungsfahrten wurden zweimal in der Woche während des Sommers abgehalten. Außerdem wurden an fast allen Sonntagen bei günstigem Wetter größere Fahrten unternommen, während der Pfingstferien auch ein viertägiger Ausflug nach Plaue a. d. Havel. An der Schülerregatta in Grünau am 24. Juni beteiligte sich der Verein mit einer Rennmannschaft, am Schaurudern mit 2 Booten. Im ganzen Jahr wurden etwa 1750 km gerudert. Der Verein besitzt 3 Bootc, von denen eins als Ersatz des unbrauchbar gewordenen Doppelzweiers dem Verein von einem Freunde der Anstalt geschenkt wurde.
Das im Sommer fertiggestellte Bootshaus auf dem von der Stadt pachtlos überlassenen Gelände am Fürstenbrunnerweg konnte am 23. September in Gegenwart zahlreicher Freunde des Vereins eingeweiht werden. Der Direktor übergab das zweckmäßig eingerichtete, vollständig aus Holz erbaute Bootshaus seiner Bestimmung. An die kleine Feier, der auch der Vizepräsident des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums Herr Dr. Mager beiwohnte, schloß sich die Taufe des neuen Doppelzweiers und ein Schaurudern.
Der Verband ehemaliger Schüler des Kaiserin Augusta-Gymnasiums veranstaltet jetzt viermal im Jahr, statt früher zweimal, seine Zusammenkünfte. Auch darin ließ sich der Verband die Pflege der Beziehungen zu seiner alten Schule angelegen sein, daß seine Vorstandsmitglieder uns bei unseren öffentlichen Schulfeiern mit ihrer Anwesenheit erfreuten.
Schulfeiern.
Unsere am 8. Mai nachmittags 5 Uhr vor geladenen Gästen abchealtene Schillerfeier be- wegte sich in der Vortragsfolge: 1. Einleitendes Vorspiel(Klavier), Hlerr Musikdirektor Bahr-Hennig. 2. Goethes»Epilog zu Schillers Glocke«. 3.»Freude, schöner Götterfunken«(aus Beethovens Symphonie No. 9 in Dmoll), vorgetragen vom Schülerchor. 4. Ansprache des Direktors. 5. Schillers»Glocke« im Wechsel von musikalischem(Romberg) und deklamatorischem Vortrag.


