Jahrgang 
1882
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Der Converſationsunterricht war theils ein freier(freie Beſprechung), der ſeinen Stoff den

Vorkommniſſen entnahm, wie ſie der Augenblick bietet; theils wurde er an beſtimmte Themata an⸗ geſchloſſen. Es wurden in den oberen Claſſen, mit Berückſichtigung deren Standpunktes, behandelt und zwar im Sommerſemeſter: 1 1. Perſonalia der Schüler und Lehrer; 2. Befehls⸗ und Bittformen, wie ſie ſich im Verkehre der Schüler in der Anſtalt und mit Hörenden ergeben; 3. Tiſchgeſpräche,(Gebete); 4. Unterredung bei dem Einkaufe von Lebensmitteln und ſonſtigen Waaren; 5. Von dem Inſtitute, den Räumen u. ſ. w.; 6. Beim Spielen(Katze und Maus), Ballſpiel ꝛc.; 7. Am Eiſenbahnſchalter, über das Reiſen; 8. Unterredung über ein Begräbniß, Krankheiten, Feſte und andere Ereigniſſe. Im Winter gaben nachſtehende Themata Stoff für die Converſation ab:

1. Die Herbſtferien; 2. Jahrmarkt, Kirchweihe und Beſuch; 3. Weihnachten, Beſcherung, Neujahr; 4. Winterfreuden: Schlittenfahren, Schneeballwerfen(ſiehe das Schweizerbild: der Winter); 5. Witterungsverhältniſſe, Barometer, Thermometer; 6. Beſuch eines Fremden in der Anſtalt; 7. Inſtitutsverhältniſſe, Namen der Lehrer und Schüler; 8. Prüfung u. Confirmation der Schüler. Stoff boten nebenbei die ſchon angeführten bei Antenen in Bern erſchienenen Bilder für den An⸗

ſchauungsunterricht. B. Stoff⸗& Stundenoertheilung. I. Religion. 1. Katechismus.

a) Mit den evaugeliſchen Zöglingen der I. u. II. Claſſe wurden im abgelaufenen Schuljahre behandelt nachDr. Mathias: Religionsbuch II. Theil: Das chriſtl. Glaubensbekenntniß und die Lehre vom chriſtl. Leben und Wandel. Daneben kamen zur Erklärung und wurden memorirt: Die hl. 10 Gebote, das Gebet des Herrn und die Einſetzungsworte der hl. Taufe und des hl. Abendmahls; wöchentlich 3 Stunden. Wehrheim.

b) Mit den katholiſchen Zöglingen der I. u. II. Claſſe wurden behandelt: Das apoſto⸗ liſche Glaubensbekenntniß, die Gebote, Gnade, Sakramente und Sakramentalien; Lehrbuch:Kleiner Katechismus der katholiſchen Religion für das Bisthum Lim⸗ burg; wöchentlich 4 Stunden. 1 Zirvas.

c) Religionslehrer Heymann behandelte mit einem iſraelitiſchen Zöglinge: Die Lehre von Gott und ſeinen Eigenſchaften.

2. Bibliſche Geſchichte.

I. u. II. Claſſe. a) Mit den evangeliſchen Schülern der I. u. II. Claſſe kamen zur Behandlung nachDr. Mathias Religionsbuch II. Theil: Die bibl. Geſchichten des neuen Teſtaments Nr. 125; wöchentlich 3 Stunden. Wehrheim. b) Mit den katholiſchen Zöglingen wurde im Sommerſemeſter beſprochen: Die Geſchichten des alten Teſtamentes von der Erſchaffung der Welt bis zur Ab⸗ götterei; Auserwählung und Führung des iſr. Volkes; im Winterſemeſter wurde behandelt: Die Geburtsgeſchichte Jeſu und die folgenden bis zur Ver⸗ herrlichung Jeſu; nachDr. Schuſter's kurze bibl. Geſchichten; wöchentlich 2 Stunden. Zirvas. III. Claſſe. Im Sommerſemeſter: Die Geſchichten des alten Teſtamentes bis Joſephs Erhöhung incl.; im Winterſemeſter: Die Geſchichten des neuen Teſtamentes; benutzt wurde das Werkchen von Köbrich; wöchentlich 4 Stunden. Löw II.