Jahrgang 
1868
Einzelbild herunterladen

28 C. Disciplin.

Die Lehrer können zu ihrer Freude über Fleiß und Betragen der Schüler im vergangenen Schuljahre im Allgemeinen ihre Zufriedenheit ausſprechen.

D. Geſundheitszuſtand.

Wie ſchon oben angeführt, konnte Oberlehrer Meckel im Laufe des ganzen Schuljahres wegen Unwohlſeins keinen Unterricht ertheilen und die Oberleitung der Anſtalt nicht verſehen. Von dem übrigen Lehrerperſonal war der Berichterſtatter im Auguſt 8 Tage, Hilfslehrerin Willach vom 3. Auguſt bis 15. September, Lehrer Jung vom 3. bis 20. Januar und Hilfs⸗ lehrer Marx vom 6. bis 12. Februar durch Krankheit verhindert Unterricht zu ertheilen. Während dieſer Krankheitsfälle füllte das übrige Lehrerperſonal bereitwillig und nach Kräften ne vſeandenen Lücken aus. Für die Hilfslehrerin trat bis zur Wiedergeneſung deren Fräulein

weſter ein.

Was den Geſundheitszuſtand der Zöglinge anbetraf, ſo kamen unter ihnen durch Erkrankungen oft mehrtägige Schulverſäumniſſe vor. Ein Mädchen beſuchte deßhalb ſogar über ein Vierteljahr und ein Knabe von der Herbſtprüfung bis Ende Februar das Inſtitut nicht.

Zur Erhaltung und Stärkung der Geſundheit wurde die vorhandene Badeeinrichtung im Sommer ſoweit als möglich, benutzt und während des ganzen Schuljahres in der Regel jede Woche an einem ſchönen Nachmittage ein kleiner Spaziergang gemacht.

6

II. Geſchichte der Anſtalt.

Die Frühlingsprüfung fand am 21. Mai 1867 unter Leitung des Hrn. Geheimen⸗Regierung srathes Dr. Firnhaber ſtatt. 8 Zöglinge der I. und eine Schülerin der IV. Klaſſe, 3 Knaben und 6 Mädchen, verließen alsdann die Anſtalt, mit folgenden Prädikaten über Kenntniſſe und Fertig⸗ keiten: 3 mit ſehr gut, 3 mit gut, 2 mit genuͤgend und 1 mit zum Theil genügend. Letztere mußte wegen geringer Anlagen und in Folge derſelben wegen geringer Fortſchritte nach acht⸗ jährigem Beſuch der Schule aus der IV. Klaſſe entlaſſen werden. G

Am 14. Juni begann das neue Schuljahr und wurden an dieſem Ta e 10 Kinder, 3 Knaben

und 7 Mädchen, 9 aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden, 1 aus Luxemburg, in das Inſtitut aufgenommen. Ein Mädchen aus Camberg das erſte taubſtumme Kind aus hieſigem Orte ſeit dem Beſtehen des Taubſtummen⸗Inſtituts, welches zur Vorbereitung von ſeinem 6. Lebensjahr an zwei Jahre hindurch, ſtatt der Orts⸗Elementarſchule, die Taubſtummenſchule beſuchte, ohne als Zögling aufgenommen zu ſein, konnte in Folge deſſen ſofort in die V. Klaſſe eintreten. Mit Beginn des Winterhalbjahres trat noch ein Knabe aus dem Badiſchen in die III. Klaſſe ein, da auch dieſer ſchon durch mehrjährigen Privat⸗Unterricht vorgebildet war. Ein Mädchen das mit Beginn des Schuljahres wegen wahrſcheinlicher Bildungsunfähigkeit nur verſuchsweiſe aufgenommen wurde, mußte ſchon nach einigen Wochen, weil es gänzlich blöd⸗ finnig war, wieder entfernt werden. 1 Schüler der vorjährigen VI. Klaſſe blieb wegen zu geringer Fortſchritte auch in dieſem Jahre in derſelben Klaſſe, 1 Mädchen aus der V. Klaſſe konnte aus demſelben Grunde nicht auf⸗ ſteigen und ein ſolches der IV. Klaſſe mußte, da ihre Leibes⸗ und Geiſteskraft, insbeſondere ihr