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B. Uinterricht.
Der Lehrplan blieb unverändert, während der Stundenplan nach den vorhandenen Lehr⸗ kräften eingerichtet werden mußte. Die übrige Einrichtung des Inſtitutes, ſowie die in früheren Programmen veröffentlichte Tagesordnung erlitten keine Veränderung.
Da in 1863 keine Aufnahme taubſtummer Kinder in das Inſtitut ſtatthatte, ſo beſtand dasſelbe nur aus einer I, III., IV., V. und VI. Klaſſe.
Ueberſicht der im Schuljahre 1857%s behandelten Lehrgegenſtände.
1. Religion. 1. Für die evangeliſchen Zöglinge.
a. Katechismus.
I. u. III. Kl. Nach„Religionsbuch für evangeliſche Taubſtumme von Dr. A. Chr. Matthias II. Theil“ die drei Artikel des chriſtlichen Glaubensbekenntniſſes, das Gebet des Herrn, der öffentliche Gottesdienſt, die heiligen Sakramente— beide letztere Gegenſtände auch nach„Auszug aus der Liturgie bei dem öffentlichen Gottesdienſte zum Gebrauche für Taubſtumme von K. Püeſt er— und die zehn Gebote Gottes. Zu den darin enthaltenen Hauptwahrheiten und Bibelſprüchen, ſowie gelegentlich der Feſt⸗ tage, wurden darauf bezügliche Geſangbuchsverſe gelernt.
b. Bibliſche Geſchichte.
I. u. III. Kl. Bibliſche Geſchichte des alten und neuen Teſtamentes nach„Religionsbuch von Dr. A. Chr. Matthia I. Theil.“ Zuſammen wöchentlich 8 Stunden. Prieſter.
An Sonn⸗ und Feſttagen wurde wie früher des Morgens eine Andachtsſtunde gehalten und darin mit vorangehendem und nachfolgendem Gebet die betreffenden Evangelien erklärt und die ſich ergebenden Lehren auf die Taubſtummen angewendet, wobei die Schüler das obengenannte vom Lehrer Prieſter verfaßte Büchlein in Händen hatten. Prieſter und Wehrheim abwechſeln d.
2. Für die katholiſchen Zöglinge.
a. Katechismus.
I. u. III. Kl. Von Gott dem Schöpfer, Erhalter und Regierer der Welt; von den Eigenſchaften Gottes. Das apoſtoliſche Glaubensbekenntniß, die zehn Gebote und die ſieben heiligen Sakramente. Nach„Hummel, Religionslehre“ wöchentlich 4 Stunden.
b. Bibliſche Geſchichte.
I. u. III. Kl. Bibliſche Geſchichten des alten und neuen Teſtamentes. Nach„Hummel, bibliſche Geſchichte“ wöchent⸗ lich 4 Stunden. Jung.
An Sonn⸗ und Feſttagen fand des Morgens, vor dem Hauptgottesdienſte in der hieſigen Pfarr⸗ kirche, eine Andachtsſtunde ſtatt, in welcher die betreffenden Evangelien erklärt und daran die erforder⸗ lichen Lehren angeſchloſſen wurden. Die älteren Zöglinge hatten hierbei Dr. Allioli's„Kleines Epiſtel⸗ und Evangelienbuch“ in Händen. Jung und Marxz abwechſelnd.
3. Für einen iſraelitiſchen Zögling. I. Klaſſe. 1. Bibliſche Geſchichte nach Flehinger: Geſchichte der Sclaverei in Egypten, Moſis Sendung, Auszug aus Egypten, Offenbarung am Sinai, die zehn Ausſprüche. 4 2. Erklärungen über Zweck und Bedeutung der wichtigſten Ceremonialgeſetze.
3. Eonfirmandenunterricht nach einem eigens für iſraelitiſche Taubſtumme verfaßten Manuſecript; wö⸗ chentlich 4 Stunden. M. Sonnenberger.
2. Sprachunterricht.
I. Klaſſe. a. Aufſätze: Rechnungen, Quittungen, Briefe. Die Schüler correſpondirten das ganze Jahr hindurch mit ihren Eltern, oder Geſchwiſtern, oder mit einzelnen aus dem Inſtitut entlaſſenen Taubſtummen; wöchentlich 6 Stunden.
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