I. Klaſſe wöchentlich 7 Stunden.
a. Grammatik 2 St. Spyntax des ein⸗ und mehrfachen Satzes in mehr wiſſenſchaftlicher Behand⸗ lung; Interpunktionslehre; überſichtliche Wiederholung der ganzen Grammatik; Hervorhebung und Zuſam⸗ menſtellung des aus der Satz⸗ und Interpunktionslehre in der Clementarſchule zu Verwerthenden.
b. Lektüre 2 St. Leſen und Erklären poetiſcher und proſaiſcher Stücke; das zum Verſtändniß der Leſeſtücke Nothwendigſte aus der Poetik, Metrik und Tropenlehre; gedrängte Biographien und Charakteriſtiken derjenigen Schriftſteller, von denen Muſterſtücke geleſen wurden; Anleitung zur Privatlektäre und Kontrole derſelben. ‧
c. Styliſtik und Aufſätze. Das Wichtigſte aus der Styliſtik, mit beſonderer Beachtung des da⸗ raus in der Elementarſchule zu Verwerthenden; ſchriftliche(meiſt zu Hauſe gefertigte) Ausarbeitungen, deren Themata vorſchriftsmäßig hier folgen: 1. Weihnachten und Oſtern. 2. Was predigt uns die Erntezeit? 3. Von der Bedeutung der menſchlichen Sprache. 4 Worin beſteht das wahre Verdienſt? 5. Das beſte Mittel, etwas zu ſcheinen, iſt, daß man es ſei.(Die Wahl unter 4 und 5, dann unter 6 und 7 war jedem Schüler freigeſtellt.) 6. Bethlehem und Golgatha, von Rückert. 7. Tobias Witt, von Engel: Inhalt und Gliederung beider Stücke. 8. Des Sängers Fluch, von Uhland: Inhaltsangabe in Form einer Er⸗ zählung, 9. Beſchreibung meines Lebenslaufes(curricullum vitae.) 10. Referat über meine Privatlektüre. 11. Einfluß der Schule auf Erziehung und Bildung des Kindes. 12. über Strafen in der Elementarſchule. — Auch die anderen Herren Lehrer ließen in jedem Trimeſter wenigſtens eine größere Probearbeit in jedem ihrer Lehrgegenſtände machen. Kehrein.
d. Sprachpraxis 3 St. Verſuche in der Sprachpraxis durch alle Klaſſen der Elementarſchule mit durchgreifenden ſchriftlichen Ausarbeitungen zur Regelung und Kontrole der Vorbereitung.
Hartmann.
3. Mathematik
(Elementar⸗Mathematik von Wittſtein, Uebungsbuch zum mündlichen und ſchriftlichen Rechnen von Frick⸗ höffer, die Bruchlehre von Gaſſer in der Rechenpraxis. Benutzt wurden noch, aber nicht als eigent⸗ liche Lehrbücher: Aufgabenſammlung von M. Hirſch und Logarithmen von Vega.)
a. Arithmetik.
IlI. Klaſſe wöchentlich 3 St. Sommer: Der Zahlenbau und ſeine Anwendung aufs Schreiben und Leſen der Zahlen; Erweiterung der Grundrechnungsarten mit Bezug auf Zahlengeſetze und Rechnungskürzungen bei ganzen Zahlen; arithmetiſche und geometriſche Verhältniſſe und Proportionen; die Theilbarkeit der Zahlen; Weſen, Eintheilung und Veränderung der gewöhnlichen Brüche; Addition, Subtraktion und Multiplikation von Ziffer⸗ und Buchſtabenbrüchen.— Winter: Bruchdiviſion; Behandlung des Doppel⸗ und Ketten⸗ bruchs; die Grundoperationen mit Decimalbrüchen; gegenſeitige Verwandlung der Brüche mit beſonderer Be⸗ rückſichtigung des periodiſchen Bruchs; Weſen und Eintheilung des bürgerlichen Rechnens, Schlußfolgen und Löſungsarten; einfache und zuſammengeſetzte Regel de tri; Zins⸗, Termin⸗, Rabatt und Geſellſchafts⸗ rechnung mit Anwendung der verſchiedenen Löſungsarten; laufende Uebungsaufgaben.
II. Klaſſe wöchentlich 2 Stunden. Sommer: Kurze Wiederholung und Erweiterung des Früheren aus dem bürgerlichen Rechnen; Miſchungsrechnung; Quadrieren und Kubieren; Quadrat⸗ und Kubikwurzelausziehen mit ganzen und gebrochenen Zahlen; Beſtimmung der annähernden Wurzel.— Winter: Fortſetzung und Einübung des Wurzelrechnens; die Lehre von den entgegengeſetzten Größen; reine und angewandte Gleichungen vom erſten Grad mit einer und mehreren Unbekannten; Uebungsaufgaben.
I. Klaſſ e wöchentlich 4 St., 2 für die Theorie und 2 für die Praxis. Sommer: Wiederholung des Quardrat⸗ und Kubikwurzelausziehens, der Lehre von den entgegengeſetzten Größen und der Gleichungen vom erſten Grad mit einer Unbekannten; Gleichungen vom erſten Grad mit zwei und drei Unbekannten, rein und ange⸗ wandt in den verſchiedenen Löſungsarten; reine quadratiſche Gleichungen; Rechenpraxis in den beiden unteren Klaſſen der Elementarſchule bis zur Bruchlehre mit durchlaufenden Ausarbeitungen des Uebungsſtoffes.— Winter: Fortſetzung der Gleichungen vom zweiten Grad, insbeſondere die gemiſchtquadratiſchen Gleichungen; Wiederholung und Erweiterung der arithmetiſchen und geometriſchen Proportionen; arithmetiſchen und geo⸗ metriſche Progreſſionen; Einiges von den Logaritzmen und dem Gebrauche der Veha'ſchen Tafeln; Wieder⸗ holung des Wichtigſten aus den früheren Jahren; Rechenpraxis in den beiden oberen Klaſſen der Elementar⸗ ſchule aus der Bruchlehre und dem bürgerlichen Rechnen.
b Geometrie.
IIl. Klaſſe wöchentlich 2 Stunden. Sommer: Gruppierung der mathematiſchen Körper, Beſchreibung der Re⸗ präſentanten und Darſtellung des Angeſchauten; die Lehre von den Winkeln und Parallellinien: die Lehr⸗
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