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9. Landwirtſchaft.
(Für den Obſtbau: Kurze Anleitung zur Obſtkultur von Lucas.)
III. Klaſſe wöchentlich 1 Stunde. 8 a Gartenbau. Die während des Sommers bei den praktiſchen Verſuchen im Seminargarten gewonnenen
Erfahrungen wurden im Winter zu einer theoretiſchen Anleitune zum Anbau der gangbarſten Gemüſearten zuſammengeſtellt. b. Obſtbau. Allgemeine Vorbegriffe und techniſche Ausdrücke als Grundlage für den Weiterbau; Anlage, Einfriedigung und Eintheilung der Baumſchule; Kennzeichen guter Obſtkerne, Sammel⸗, Aufbewahrungs⸗ und Saatmethoden der Obſtkerne und Steine; Behandlung des Sämlings in der Wildlingsſchule vor, bei und nach dem Verſetzen in die Edelſchule; Sammeln, Aufbewahren und Verſenden der Edelreiſer; Herrichtung des Verbandzeugs und Zubereitung des Baumwachſes; die einfachſten Veredlungsarten mit praktiſchen Ver⸗ ſuchen am trocken Holze; Behandlung des veredelten Stämmchens füur die Zucht auf den Hochſtamm nach der Dietrich'ſchen Erziehungsmethode; Baumſchularbeiten während der Arbeitszeit.
II Klaſſe wöchentlich 1 St a. Gartenbau. Das Allgemeine des Gemüſebaues: Anlage und Einrichtung des Gemüſegartens; die 3 Saatmethoden und ihre Anwendung; das Verpflanzen, Umlegen, Bleichen, Ernten und Aufbewahren der Ge⸗ müſepflanzen; die Samenzucht; praktiſche Anleitung zur Behandlung eines ländlichen Gemüſegartens in den Arbeitsſtunden. b. Obſtbau Einrichtung der Edelſchule; die Vorarbeiten zur Veredlung mit Bezug auf Edelreiſer, Ver⸗ vandzeug und Unterlagen; das Spalt⸗ und Rindepfropfen, Kopulieren, Anplätten, Sattelſchäften und Okulie⸗ ren; Schnitt und Behaadlung des veredelten Bäumchens in der Baumſchule zur Zucht auf den Hochſtamm, die Pyramide, den Spalier⸗ und Buſchbaum; Feinde, Krankheiten und Mißſtände, womit die Baumſchule zu kämpfen hat; Anleitung zum Ausgraben, Beſchneiden, Verpacken und Ueberwintern verpflanzbarer Bäumchen; Wahl des Standortes nach Klima, Bodenbeſchaffenheit und Standortsarten; Gruben⸗ unb Scheibenſatz; praktiſche Verſuche in der Baumſchule in freier Zeit und in den Arbeitsſtunden.
J. Klaſſe wöchentlich 1 Stunde. a Gartenbau. Das Allgemeine des landwirthſchaftlichen Pſian zenbaues überhaupt: Die Pflanzenſtoffe; die Pflanzennahrung; Boden, Bodenarten und Bodenbereitung; Beſt andtheile, Beſchaffenheit, Behandlung und Anwendung der Düngerarten; Mittel zur Fernhaltung und Vertilgung der den landwirthſchaftlichen Kulturen ſchädlichen Thiere; jeweilige praktiſche Verſuche im Gemüſebau in den Arbeitsſtunden. b Obſtbau. Verpflanzung des Obſtbaumes an den Standort: Pflanzzeit, Verpflanzungsort und Pflanz⸗ verfahren; Pflege des Baumes am Standort: Fortbildung der Krone mit Rückſicht auf Holz⸗ und Fruchtge⸗ bilde, Ausputzen und Reinigen, Unterſtützen, Verjüngen und Umpfropfen alter Bäume; Feinde, Krankheiten und Mißſtände, welche der Baumpflege am Standort entgegenwirken; Obſternte, Nutzungsarten und Klaſſi⸗ fikation des Obſtes; Einiges über den Schutz der Singvögel, über Einrichtung und Anbringung von Niſt⸗ und Schlafkaſten; überſichtliche Wiederholung des obſtbaulichen Unterrichts aus den 3 Seminarklaſſen; prak⸗ tiſche Verſuche in der Baumſchule, beſonders im Veredeln.
Hartmann,(Gartenbau) Zirvas,(Obſtbau).
10. Schulkunde.
(Volksſchulkunde und Skizzen und Bilder aus der Erziehungsgeſchichte von Kellner. Das naſſautſche Schulweſen in ſeiner geſchichtlichen Entwicklung und gegenwärtigen Geſtaltung von Dr. Firnhaber. Benützt wurde auch: Real⸗Encyclopädie des Erziehungs⸗ und Unterrichtsweſens von Rolfus und Pfiſter.)
II Klaſſe wöchentlich 2 St. Sommer: Die Schule als Lehranſtalt; Eintheilung und Zweck der einzelnen Unter⸗ richtsgegenſtände der Elementarſchule; der Religions⸗ und Sprachunterricht.— Winter: Der Unterricht im Rechnen, Schreiben, Singen und in den ſogenannten Realien; naſſauiſche Schulkunde; Anführung und Be⸗ ſprechung von Hauptwerken aus der Literatur der Volksſchule. Im Methodologiſchen wurde nur das Allge⸗ meine genommen, das Beſondere wurde den betreffenden Fachlehrern in der Praxis anheimgegeben.
I. Klaſſe wöchentlich 3 St. Sommer: Die Schule als Erziehungsanſtalt; der Menſch nach ſeinem Weſen und ſeiner Beſtimmung; das Kind und ſeine Eigenthümlichkeiten; Begriff der wahren Erziehung; die Erziehungs⸗ faktoren.— Winter: Fortſetzung des zuletzt genannten Abſchnittes; die Perſönlichkeit des Lehrers; über⸗ ſichtliche Wiederholung der naſſauiſchen Schulkunde; Anführung und Beſprechung von Hauptwerten aus der Literatur der Volksſchule.
Gegen Ende des Schuljahres wurde in beiden Klaſſen der Artikel über das Preußiſche Schulweſen in der oben genannten Real⸗Encyclopädie Bd. 4. S. 2—29 vorgeleſen und erklärt. Kehrein.
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