Jahrgang 
1867
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Die auf den 23. November von dem Hochwürdigſten Herrn Landesbiſchofe Dr. Wilhelmi angeſagte kirchliche Viſitarion des Seminars kam leider nicht zur Ausführung, weil Erkrankung die Ausfübrung der Abſicht durchkreuzte.

Am 1. Adventsſonntage feierte das Seminar, wie bisher, den Anfang des neuen Kirchen⸗ jahres durch gemeinſamen Genuß des heil. Abendmahles.

Am 20. December veranſtaltete das Seminar unter der bekannten anerkennenswerthen Leitung des Herrn Seminarlehrers Feye das übliche Weihnachtskonzert, mu welchem wieder zum Beſten armer braver Schulkinder der Stadt eine Beſcherung verknüpft war, wobei der Director die Anſprache hielt.

Am 21. December ſchloß der Director das Herbſttrimeſter mit einer feierlichen Haupt⸗ cenſur und entließ die Zöglinge bis zum 3. Januar 1867 in die Heimath.

Ein weiteres, ſonſt gewöhnlich noch vor Beginn der Paſſionszeit veranſtaltetes, Seminar⸗ konzert wurde nicht gehalten, wegen der in naher Ausſicht ſtehenden Feier des Gebu rtsfeſtes Sr. Majeſtät des Königs.

Die heil. Paſſionszeit wurde wiederum durch beſondere Paſſionserbauungen gebührend auszuzeichnen beſchloſſen.

An bedürftige würdige Seminariſten wurden höhern Ortes im verwichenen Schuljahre 558 fl. Stipendien verwilliget

Abfaſſungsdatum dieſer Chronik Uſingen den 23. Februar 1867.

III. Statiſtik.

Mitielſt der höheren Ortes wiederum verwilligten 125 fl. wurde die Seminarbibli othek angemeſſen vermehrt.

In gleicher Weiſe erfuhren ſämmtliche Sammlungen und Apparate der Anſtalt eine angemeſſene Erweiterung. Insbeſondere wurde der naturwiſſenſchaftliche Lehrapparat vermehrt durch eine ſehr ſchöne Sammlung Hemipteren von H. Profeſſor Kirſchbaum in Wiesbaden, durch verſchiedene phyſikaliſche Apparate und einige chemiſche Präparate.

An Geſchenken floſſen dem Königlichen Seminar zu:

a) Dem naturkundlichen Cabinet:

1) Vom Seminariſten E. Zeppenfeld aus Grenzau ein Exemplar der glatten Natter (Coronella laevis).

2) Vom Seminariſten G. Oppermann aus Kaltenholzhauſen 2 Exemplare(Männchen und Weihchen) des Pyrol(0Oriolus galbula).

3) Von Herrn Gaſtwirth von der Heidt in Miehlen eine Ohreule(Strix otus).

4) Vom Seminariſten K. Roth aus Niederlauken ein Seidenſchwanz(Bolbycilla garrula).

5) Von Herrn Lebrer Kleinſchmidt in Emmerichenhain ein Exemplar des grünfüßigen Rohrhuhns(Gallinula chloropus); eine Seeſchwalbe, und zwar(Sterna nigra); verſchiedene Blätterahdrücke und Verſteinerungen aus den Braunkohlenlagern des Weſterwaldes.

b) Der Bibliothek:

1) Von der Direction des Herborner theo logiſchen Seminars die Denkſchrift des⸗ ſelben für 186 ⁄66.

2) Von Herrn Lehre Phil. Greuling in Frankfurt a. M.: Geißel, die Schlacht am Haſenbühl und das Königskreuz zu Göllheim, Speier, 1835.

3) Von Herrn Lehrer und Organiſten zu Ems A. Müller: Sonate von Haſſe in An- thologie classique pour le Piano, Muſterſammlung gediegener Clavierwerke 1867.

Den Herren Gebern wird hiermit Namens der Anſtalt der gebührende Dank ausgeſprochen.

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