Jahrgang 
1867
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ferien nach Camberg zurückgebracht wurde, konnte nur wenige Zeit wegen ſeines noch andauernden Augenleidens die Anſtalt beſuchen. Auch Obelehrer Meckel konnre zweimal 5 bis 6 Tage wegen Unwohlſeins keinen Unterricht ertheilen.

II. Geſchichte der Anſtalt.

Am 15. Mai 1866 wurde die Frühlingsprüfung durch Herrn Geheimen⸗Regierungsrath Dr. Firnhaber abgehalten. Nach derſelben wurden 8 Zöglinge der I. Klaſſe und 1 Schülerin der II. Klaſſe, 6 Knaben und 3 Mädchen, nach dem Maße der erlangten Kenntniſſe und Fertig⸗ keiten, 2 mit den Prädikaten: ſehr gut, 4 mit gut und 3 mit genügend entlaſſen.

Ein Knabe, welcher ſchon im vorigen Schuljahre wegen vollſtändigen Blödſinns aus der Anſtalt entfernt werden ſollte, allein auf dringendes Bitten der Eltern noch weiter in derſelben verblieb, um ihn zu deren Beruhigung nur einigermaßer an äußere Zucht und Ordnung zu ge⸗ wöhnen, wurde am Schluſſe des Schuljahres 1866 den Seinigen wieder zurückgegeben.

Am 6 Juni begann das neue Schuljahr und wurden an dieſem Tage 10 Kinder, 6 Knaben und 4 Mädchen, alle aus Naſſau, in die Anſtalt aufgenommen.

2 Schüler der V. Klaſſe konnten in die nächſtfolgende Klaſſe nicht aufſteigen, und 2 Schuler der IV. Klaſſe konnten wegen zu geringer Fortſchritte in die III. Klaſſe nicht verſetzt werden.

Am 15. Juni wurde das Stiftungsfeſt der Anſtalt des Morgens mit Gebet und einer An⸗ ſprache gefeiert, am Nachmittage von ſämmtlichen Lehrern und Schülern eine Fahrt nach Idſtein ausgeführt und daſelbſt die im Innern mit kunſtvollen bibliſchen Bildern gezierte evangeliſche Kirche, ſowie eine Buchdruckerei beſucht. Auch wurde in gewohnter Weiſe am 24. Juli das Geburtsfeſt Seiner Hoheit des Herzogs gefeiert.

Von Lehrer Prieſter und Hilfslehrer Marx wurde im Auguſt mit 10 der älteren Zöglinge eine mehrtägige Reiſe in die Maingegend gemacht, worüber die Reiſeberichte der Zöglinge vorliegen.

Die Herbſtprüfung wurde am 3. October vom Oberlehrer der Anſtalt abgehalten und das Winterſemeſter am 25. desſelben Monats begonnen.

In den Monaten Oetober und November wurde einem lange gefühlten Bedürfniſſe zur Pflege der Geſundheit der Zöglinge abgeholfen, indem in den Räumen des Inſtitus eine Bade⸗ einrichtung hergeſtellt wurde.

Wie im vorigen Jahre, ſo wurde auch in dieſem Jahre eine Chriſtbeſcherung veranſtaltet, und konnten durch die Wohlthätigkeit vieler Freunde der Taubſtummen alle Kinder recht reichlich beſchenkt werden.

Ebenſo wurde auch wieder das alte Jahr am Sylveſterabend mit einer religiöſen Betrachtung und Gebet gemeinſchaftlich von ſämmtlichen Lehrern und Schülern geſchloſſen.

Am weißen Sonntage gingen 3 Mädchen und 1 Knabe in der hieſigen Pfarrkirche zur erſten heiligen Communion, und om Pfingſtfeſte werden 2 Knaben und 3 Mädchen durch die in der Pfarrkirche zu Walsdorf ſtattfindende Confirmation in die evangeliſche Kirche aufgenommen werden.

Trotz der ſehr ungünſtigen Zeit, welche aus den kriegeriſchen Ereigniſſen des verfloſſenen Jahres für den mit dem Tayeſtummen⸗Inſtnut dabier verbundenen Verein zur Beförderung des Taubſtummen⸗Unrerrichts in Naſſau erwochſen mußte, hat, wie nur mit Befriedigung ausge⸗ ſprochen werden kann, auch in dieſem Jahre Gottes Segen auf dem Verein geruht.

In 1866 ſind im Ganzen 841 fl. 8 kr. eingegangen, Kapital und Zinſen ſind, erſteres von 8670 auf 9070 fl. und letztere von 372 auf 388 fl. geſtiegen.

13 entlaſſene Taubſtumme, 7 Knaben und 6 Mädchen, ſtehen resp. ſtanden auf Koſten des Vereins in der Lehre. Ein Mädchen davon ſtarb am 3. Februar 1867 zu Camberg am Schluſſe