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ein Feſt- und Freudentag für das Seminar. Es wurde gefeiert durch Hochamt in der Kirche, Concert im Schulſaal und geſellige Unterhaltung in der Gaſtwirthſchaft des Herrn Hilbert. Die Feſtrede des Direktors lieferte den Beweis aus der Geſchichte, daß der Naſſauer Urſache habe, ſein Vaterland und ſeinen Landesvater zu lieben.
Bei dem für das ganze Land höchſt erfreulichen Ereigniß der Geburt des Prinzen Franz Joſeph Wilhelm(am 30. Januar 1859) ſprach das Lehrercollegium in einer beſonderen Adxeß an Seine Hoheit unſern gnädigſten Herzog ſeine Freude und ſeine Glückwünſche aus.
Wie früher, ſo gab auch in dieſem Jahr das Seminar ein recht zahlreich beſuchtes Win⸗ terconcert, deſſen Ertrag zu einem wohlthätigen Zwecke verwendet wurde.
Am 5. Juli machten die Schüler der I. Klaſſe in Begleitung einiger Lehrer einen Ausflug nach Schaumburg, die der II. und III. Klaſſe in Begleitung der anderen Lehrer einen ſolchen nach Ems und Stolzenfels.
Zuletzt möge hier noch eine Sache angeführt werden, die zwar nicht eigentlich Gegenſtand des Seminarprogramms, aber für den geſammten Elementarlehrerſtand ein Lebensereigniß iſt, und darum auch die Schullehrerbildungsanſtalt ſehr nahe berührt: es iſt die in ſo hochherziger Weiſe von unſerem gnädigſten Landesvater gewollte und in ſo umfaſſendem Sinne größtentheils bereits verwirklichte Aufbeſſerung der Lehrerbeſoldungen. Das verpflichtet einerſeits zum wärm⸗ ſten Danke, andererſeits zur gewiſſenhafteſten Erfüllung der ſo wichtigen Aufgabe der Schule, worüber Lehrer und Erzieher einſt dem Allwiſſenden die ſtrengſte Rechenſchaft ablegen müſſen.
III. Statiſtik.
Die Geſammtzahl unſerer Zöglinge betrug im Sommerhalbjahr 42, im Winterhalbjahr 43. Von dieſen wohnen die Schüler der II. und III. Klaſſe alle bis auf die aus Montabaur gebürtigen im Internat.
Fuͤr Vermehrung der Bibliothek und der verſchiedenen Sammlungen, Apparate und Mo⸗ biliargegenſtände waren auch in dieſem Jahr anſehnliche Summen verwilligt, welche nach Be⸗ dürfniß ſachgemäß verwendet wurden.
In der Verwaltung der Bibliothek, der verſchiedenen Sammlungen und der Internats⸗ öconomie iſt keine Veränderung eingetreten.
An Geſchenken, wofür den Gebern der gebührende Dank ausgeſprochen wird, hat das Seminar im Laufe des Schuljahrs erhalten: 1) vom theolog. Seminar zu Herborn deſſen Denkſchrift für das Jahr 1858; 2) vom Verein für Naturkunde im H. Naſſau deſſen Jahrbücher 12. Heft; 3) von Herrn Lehrer L. Link in Höchſt deſſen Variations pour le piano-forte Op. 1; 4) vom Herrn Seminarlehrer K. Feye in Uſingen folgende von ihm her⸗ ausgegebene Muſikalien: Hymnen; Leichte Lieder; Neue Geſänge; Lieder, Op. 26, 27, 28, 29; 5) vom Berichterſtatter deſſen oben genannte Aufgaben zu Sprach⸗ und Stylübungen.
Zur Unterſtützung bedürftiger und wuͤrdiger Zöglinge waren 648 fl. aus öffentlichen Mit⸗ teln bewilligt, deren Vertheilung auf Vorſchlag des Lehrercollegiums und nach Verfügung Her⸗ zoglicher Regierung ſtattfand.


