I. Geſchichte der Anſtalt während des Schuljahres 18 ⁄6.
Nach der am 15. Mai v. J. abgehaltenen öffentlichen Prüfung wurden von den 58 Zöglingen, welche das Inſtitut zählte, vier Knaben und drei Mädchen als hinlänglich befähigt, ein Zögling aus Beideweiler im Großherzogthum Luxemburg wegen zu weit vorgeſchrittenen Alters und zu geringer Fortſchritte, ſowie eine Schülerin aus Dillenburg wegen Blödſinns aus der Anſtalt entlaſſen.
Mit dem am 14. Juni v. J. begonnenen neuen Lehrcurſus wurden acht taub⸗ ſtumme Kinder, fünf Knaben und drei Mädchen, in die Anſtalt aufgenommen. Die Geſammtzahl der Zöglinge betrug ſomit 57, nämlich 30 Knaben und 27 Mädchen, von welchen 3 Knaben und 2 Mädchen dem Auslande angehören. 25 Zöglinge be⸗ kennen ſich zur katholiſchen, 30 zur evangeliſch-chriſtlichen, und 2 zur moſaiſchen Religion.*
Am 19. Juni 1854 wurde das Stiftungsfeſt des Inſtituts und am 24. Juli das Geburtsfeſt Seiner Hoheit des Herzogs von den Lehrern und Zöglingen der Anſtalt gefeiert.
Im verfloſſenen Sommer machten Oberlehrer Deußer und Lehrer Meckel mit den Zöglingen der I. Klaſſe eine ſechstägige Reiſe von Camberg über Idſtein, Wehen, Bleidenſtadt, Langenſchwalbach, Schlangenbad, Eltville, den Rheingau hinab bis Rüdesheim, dann rheinaufwärts im Dampfboote bis Mainz, von Mainz auf der Eiſenbahn nach Wiesbaden, und von da nach Camberg zurück. Dieſe Reiſe bot den Lehrern mannichfache Gelegenheit dar, den Kindern über Vieles, was ſie geſehen, nützliche Belehrungen zu geben, welche dieſe in ihren Reiſebeſchreibungen, die bei der öffentlichen Prüfung vorgelegt werden ſollen, niedergelegt haben.
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