Jahrgang 
1912
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Da die Einrichtung eines Lateinunterrichts an den Oberrealſchulen und deſſen Bedeu⸗ tung für die Berechtigungen noch nicht überall bekannt zu ſein ſcheint, ſo ſei hier ausdrücklich darauf hingewieſen.

²) Apothekerlehrlinge müſſen nachweiſen, daß ſie bereits bei der Zulaſſung zur Apotheker⸗ laufbahn in der lateiniſchen Sprache die Kenntniſſe beſeſſen haben, die für die Verſetzung nach der Oberſekunda eines Realgymnaſiums notwendig ſind.

8. 3ur Geſchichte der Anſtalt.

Am 29. März 1911 wurde der ſeitherige Direktor Herr Guſtav Karg zum Direktor der Oberrealſchule am Stadthaus in Offenbach a. M. ernannt. Am 31. März verabſchiedete er ſich in der Turnhalle von ſeinen Schülern, die ihn mit lebhaftem Bedauern ſcheiden ſahen. Bei der von den Lehrern der Schule veranſtalteten einfachen Abſchiedsfeier gedachte Herr Oberlehrer Glaſer der mannig⸗ fachen Verdienſte, die ſich der Scheidende in ſeiner achtjährigen Wirkſamkeit um die Schule erworben hat. Ganz beſonderen Dank ſprach er ihm für ſeine auf den inneren Ausbau der Schule gerichtete erfolgreiche Tätigkeit aus. Die Schule wird ſtets ſeiner in Verehrung gedenken.

Zum neuen Direktor der Anſtalt wurde gleichzeitig der ſeitherige Oberlehrer am Ludwig⸗Georgs⸗ Gymnaſium in Darmſtadt Prof. Dr. Heinrich Schnell ernannt. Am 3. April wurde er von Herrn Geh. Oberſchulrat Block in Gegenwart mehrerer Mitglieder des Gemeinderats und ſonſtiger geladener Gäſte der Schule vorgeſtellt und in ſein neues Amt eingewieſen. Bei dieſer Feier ſprach Herr Prof. Wamſer im Namen der Schule, Herr Bürgermeiſter Flach für die Stadt und Herr Hauptlehrer Storch als Vertreter der Volksſchule.

Mit Schluß des Schuljahres 1910/11 wurde Herr Oberlehrer Buxbaum nach Sjähriger Tätig⸗ keit an unſerer Anſtalt an das Gymnaſium zu Laubach verſetzt. Mit Bedauern ſahen ihn ſeine Amts⸗ genoſſen wie ſeine Schüler von hier ſcheiden.

Das Schuljahr 1911/12 begann am 24. April.

Mit Anfang des Schuljahres wurde Herr Lehramtsaſſeſſor Bauſch unſerer Anſtalt zur Be⸗ ſchäftigung überwieſen. Er übernahm zunächſt die Vertretung des Herrn Oberlehrers Dr. Werner. Am 22. Auguſt ſchied er jedoch aus unſerer Anſtalt und dem heſſiſchen Schuldienſt überhaupt aus.

Herr Oberlehrer Dr. Werner war zur Ausübung ſeines Amtes als Reichstagsabgeordneter den größten Teil des Schuljahres außer Dienſt, nämlich: von Anfang des Schuljahres bis zum 19. Juni, vom 9. Oktober bis 8. Dezember und vom 23. Januar bis zum Schluß des Schuljahres.

Herr Reallehrer Schweitzer war vom 31. Juli bis zu den Herbſtferien zu ſeiner Erholung beurlaubt.

Die Vertretung des Herrn Schweitzer wurde zunächſt Herrn Bauſch und nach deſſen Ausſcheiden Herrn Lehramtsreferendar Dr. Handke übertragen. Nach den Herbſtferien übernahm Herr Dr. Handke die Vertretung des Herrn Dr. Werner. Im ganzen war Herr Dr. Handke vom 22. Auguſt bis zum 7. Dezember an unſerer Anſtalt tätig.

Mit Schluß des Sommerhalbjahres wurde Herr Reallehrer Felſing von unſerer Anſtalt an die Liebigs⸗Oberrealſchule in Darmſtadt verſetzt. Alle ſahen ihn mit Bedauern von hier ſcheiden, und bei der im engſten Kreiſe der Amtsgenoſſen abgehaltenen Abſchiedsfeier wurde dem ſo ungern Scheiden⸗ den von allen der herzlichſte Wunſch auf baldiges Wiederſehen mitgegeben.

An ſeine Stelle trat Herr Reallehrer Otto Weide, der bis Oſtern 1911 Lehrer an der hieſigen

hoheren Mädchenſchule und von da bis Herbſt an der Höheren Bürgerſchule zu Bad⸗Nauheim ge⸗ weſen war.

Ferner wurden mit Beginn des Winterhalbjahres die Herren Lehramtsreferendare Hans Liſtmann und Heinrich Rauſch und vom 27. November ab Herr Georg Funk zur Fortſetzung ihres