Jahrgang 
1912
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tigen Bedeutnng der Naturwiſſenſchaften im Leben und nach dem jetzigen Stand der Methodik der naturwiſſenſchaftlichen Unterrichtsfächer geſtellt werden können.

In dem neuen Lehrplan wird die für die Verſtärkung des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichtes nötige Stundenzahl dadurch gewonnen, daß die Mathematik in allen Klaſſen außer in V eine Stunde abgiebt, und außerdem die Stundenzahl für das Deutſche in VI herabgeſetzt wird. Der fremdſprachliche Unterricht wird nicht vermindert, im Gegenteil, das Engliſche erfährt ſogar eine Verſtärkung um 2 Stunden. Die weiteren Änderungen in den Stundenzahlen ſind dadurch bedingt, daß die Geſamtſtundenzahl des Lehrplanes um 4 vermindert iſt.

Die Verſtärkung des naturgeſchichtlichen Unterrichts erfolgt in den Klaſſen IIIb IIb. Um hierfür den nötigen Raum zu gewinnen, mußte der fremdſprachliche Unterricht etwas nach unten ver⸗ ſchoben werden, was wieder nur ſo möglich iſt, daß mit dem Franzöſiſchen ſchon in VI und mit dem Engliſchen in IV begonnen wird, womit wir uns übrigens außerdem in Übereinſtimmung mit den ſämt⸗ lichen übrigen Staaten des deutſchen Reiches bringen.

Um den neuen Lehrplan gerecht zu beurteilen, darf man ihn nicht unter irgend einem einſeitigen Geſichtspunkt betrachten; man muß ſich vielmehr ganz allgemein fragen, was ſoll dem abgehenden Unterſekundaner an Kenntniſſen und Fähigkeiten in's Leben mitgegeben werden. Darüber dürfte nun aber kaum noch eine Meinungsverſchiedenheit beſtehen, daß die naturwiſſenſchaftlichen Kenntniſſe, die unſere Realſchulunterſekundaner z. Zt. mitnehmen, bei der knappen Stundenzahl, die dem naturwiſſen⸗ ſchaftlichen Unterricht in unſerem ſeitherigen Lehrplan zugemeſſen iſt, nicht ſo ſein können, wie ſie ge⸗ wünſcht werden müſſen. Wenn dieſem Mißſtand aber abgeholfen werden ſoll, ſo gibt es kaum einen anderen Weg als den in dem neuen Lehrplan vorgezeichneten. Dieſer Plan iſt die notwendige Folge einer Verſtärkung des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichts.

Der Übergang in den neuen Lehrplan wurde im Herbſt 1911 folgendermaßen eingeleitet:

VI erhielt 6 St. Franzöſiſch, wozu 4 von 10 St. Deutſch, 1 von 6 St. Rechnen und 1 von 3 St. Schreiben verwandt wurden.

In V wurde das Franzöſiſche um 2 Stunden vermehrt; dieſe wurden dem Deutſchen entnommen.

In IV erhielt ebenfalls das Franzöſiſche 1 St. mehr, die dem Deutſchen entzogen wurde.

Dieſe Maßregeln gelten für V und IV nur vorübergehend für das abgelaufene Halbjahr.

Außerdem wurden in IIla die 6 St. Math. und 2 St. Phyſik geteilt in 5 St. Math. und 3 St. Phyſik. Der phyſikaliſche Unterricht der IIla wurde mit Schülerübungen ingleicher Front verwebt.

5. Unterricht.

Die Lehraufgaben für die einzelnen Klaſſen ſind durch den amtlichen Lehrplan für die Realſchulen des Großherzogtums Heſſen feſtgeſetzt. Hiervon wurde bei uns im abgelaufenen Schuljahr inſoweit abgewichen, als es durch die Überleitung in den neuen Lehrplan, über die oben berichtet worden iſt, bedingt war.

Es wurde abweichend vom amtlichen Lehrplan durchgenommen: in VI, Franzöſiſch, Plötz⸗Kares, Elementarbuch C, Lektion 113;

Rechnen, außer der lehrplanmäßigen Lehraufgabe noch die Einleitung in die Bruchrechnung; in V, Franzöſiſch, Plötz⸗Kares Elementarbuch C, ſtatt bis Lektion 35 bis Lektion 48; Rechnen, gemeine⸗ und Dezimalbrüche, einfache Dreiſatzaufgaben; in IV, Franzöſiſch, es wurde mehr durchgenommen: Plötz, UÜbungsbuch C, Lektion 110. Rechnen, die bürgerlichen Rechnungsarten wurden abgeſchloſſen.

Im übrigen beſchränken wir uns auf die Angabe des Leſeſtoffes, der in den Klaſſen IIibIIIb behandelt wurde.

a) Deutſch. IIb: Odyſſee, Tell, Götz von Berlichingen.