4. Lehrplan.
Durch Verfügung unſerer vorgeſetzten Behörde vom 22. 9. 1911 wurde an unſerer Anſtalt die verſuchsweiſe Einführung eines neuen Lehrplanes genehmigt, der ſich den Forderungen anſchließt, die die Geſellſchaft deutſcher Naturforſcher und Ärzte auf ihrer Tagung in Meran im Jahre 1905 aufgeſtellt hat. Zugleich wurde beſtimmt, daß bereits im Herbſt 1911 mit der allmählichen Überleitung in den neuen Lehrplan zu beginnen ſei.
Zum Vergleich ſtellen wir hier den alten und neuen Lehrplan einander gegenüber:
Alter Plan. Neuer Plan.
vIIVIV IIIlai zuſ. vVIVTIV LI liei zuſ. Religion 2 2 2 2 21 2 12 2 2 2 2 2[=2 12 Deutſch 10 6 5 3 3 4 31 65[4 3 3 3 24 Franzöſiſch 7 7 6 5 5 30 6 6 5 3[4 4.30 Engliſch ſ— I= ſ3ſ 43 12-=ſ4 4 3[3 14 Geſchichte—— 2 2 2 2 8—[- 2[2 2 2. 3 Erdkunde 2 3 2 2 2 2 13 2 3 2 2i 2 2 13 Mathematikß 6 5ſ 6 6 6 5 34 5 5I5SISIS 5 30 Geom. Zeichn.————— 1 1——————— i-I= 2[2= 3 3 29 —————=—- 3 u—IAln 17 25 Biologie 2 2 2 2 2—[10 2 2 2 2 2 12 Zeichnen 2 2 2 2 2 12 2 2 2 2 2 12 Schreiben 3 21 2——— 7m 2 2 i——[—[ 27 29 30 30 30 31 177 27 27 29 ſ 30 30 30 173
Der Zweck der Einführung des neuen Lehrplanes iſt die Verſtärkung des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichts. Iſt doch die Stundenzahl für die Naturwiſſenſchaften in unſerem heutigen aus dem Jahre 1899 ſtammenden Lehrplan geringer als in dem vom Jahre 1879, wie man erkennt, wenn man den oben als alten bezeichneten Lehrplan mit dem folgenden Auszug vergleicht:
Auszug aus dem Lehrplan vom Jahre 1879:
VI V Iv n n 1 zuſ.
(= IIIb)(ü= IIla)(= IIb) Phyſik 2 2 2 6 Chemie und Mineralogie 3 3 9 20
Biologie 2 2 2 3 2 8
Es ſteht zur Zeit ſo, daß die naturwiſſenſchaftliche Bildung unſerer Realſchulunterſekundaner, wenn man von der Chemie abſieht, nicht weſentlich über die der Gymnaſialunterſekundaner hinaus⸗ geht. Dagegen dürfte das in dem neuen Lehrplan vorgeſehene Zeitausmaß hinreichen, um die Forderungen zu erfüllen, die an die naturwiſſenſchaftliche Ausbildung eines Realſchülers nach der heu⸗


