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VII. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr 1908— 09 begann am 27. April 1908 und schliesst am 3. April 1909.
1. Personalangelegenheiten. Mit Beginn des Schuljahres schied der langjährige Senior des Lehrkörpers, Herr Reallehrer Ernst Rumpf, mit Rücksicht auf sein vorgeschrittenes Alter aus dem aktiven Schuldienste aus.
Rumpf, geboren dahier am 20. September 1841, besuchte die hiesige Stadtschule und dann ein Privatinstitut des damaligen hiesigen Stadtpfarrers Naumann bis zu seinem Eintritt in das Grossherzogliche Lehrerseminar zu Friedberg, der Ostern 1859 erfolgte. Nach Ostern 1861 bestandener Abgangsprüfung war er zunächst über 4 Jahre lang als Hauslehrer tätig. Während dieser Zeit bestand er im Herbst 1863 die Definito- rialprüfung für Volksschullehrer zu Darmstadt. Alsdann übernahm er am 31. Juli 1865 die provisorische Ver- waltung einer Lehrerstelle an der hiesigen Stadtschule, an der bis kurz nach Erlass des hessischen Volksschul- gesetzes als letzte Erinnerung an die 1540 gegründete Lateinschule wahlfreier fremdsprachlicher Unterricht erteilt wurde. Letztere Stelle wurde ihm im Jahre 1869 definitiv übertragen. Von August 1877 an war er aushilfs- weise und vom 30. September 1879 an war er ganz an der am 12. Juni 1876 eröffneten höheren Schule, welche durch Beseitigung der fremdsprachlichen Kurse an der Stadtschule nötig geworden war, tätig. Als im Frühjahre 1891 aus dieser Schule die heutige Grossherzogliche Realschule hervorging, wurde er zum Lehrer an dieser Schule ernannt— Zu Neujahr 1904 wurde ihm das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen verliehen.— Fast 13 Jahre lang stand er an den öffentlichen Lehranstalten seiner Vaterstadt im Dienste der Jugenderziehung und in seinen 3 verschiedenen Stellungen war ihm von 1865 bis 1897 Gelegenheit gegeben, seine im obengenannten Naumann'’schen Institute erworbenen Kenntnisse in Latein zu verwerten.— Nach einem kurzen Urlaub wurde er am 4. Juli 1998 auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. August 1908 an in den Ruhestand versetzt, unter gleichzeitiger Verleihung der Krone zum Ritterkreuze 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen.
In diesem Manne verlor die Schule einen treuen Lehrer, die Kollegen einen lieben, lang- jährigen Amtsgenossen. Möge der verehrte Kollege noch lange in behaglicher Ruhe seine Tage hinführen!
Mit der Verwaltung der so erledigten Lehrerstelle wurde mit Schuljahrsanfang der Lehrer an der Grossherzoglichen Zellenstrafanstalt dahier Herr Ludwig Belsing provisorisch beauf- tragt. Unterm 16. August 1908 wurde demselben die Stelle definitiv übertragen
Weiter wurde zu Ostern 1908 Herr Pfarrer Loos von der Verwaltung einer Oberlebrer-— stelle, deren Obliegenheiten er seit Neujahr 1889 mit grosser Pflichttreue versehen hatte, entbunden, und gleichzeitig wurde ihm die neu errichtete Hilfslehrerstelle für den evangelischen Religions- unterricht übertragen.
An seiner Stelle wurde Herr Lehramtsreferendar Friedrich Stahl aus Bickenbach, bis dahin im pädagogischen Seminar am Neuen Gymnasium zu Darmstadt, mit der Verwaltung der frei gewordenen Oberlehrerstelle peauftragt.
Vom 7. Juni bis 2. August 1908 war Herr Oberlehrer Glaser zu einer Studienreise nach Frankreich und vom 16. Juli bis 12. August war Herr Reallehrer Felsing zu einem Fort- bildungslehrgang für Zeichenlehrer am Grossherzoglichen Lehrerseminar zu Alzey beurlaubt. In beiden Fällen hatte das Lehrerkollegium die Vertretung für den Teil des Urlaubs übernommen, der nicht in die Ferien gefallen war.
Herbst 1908 schied nach dreivierteljähriger Tätigkeit Herr Lehramtsreferendar Schmitz aus unserm Lehrkörper aus, um die Verwaltung einer Oberlehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Neu-Isenburg zu übernehmen Gleichzeitig wurde Herr Lehramtsassessor Mühleisen von dort an unsere Anstalt versetzt.
Durch Allerhöchste Verordnung vom 22. Oktober 1908 wurde bestimmt, dass die definitiv angestellten seminaristisch gebildeten Lehrer an den höheren Lehranstalten des Grossherzogtums den Amtstitel Reallehrer zu führen haben.
Mit Genehmigung einer hohen Behörde setzte Herr Lehramtsreferendar Georg Freitag von hier vom 9. November 1908 ab seinen Vorbereitungsdienst fort; doch wurde er zu Neujahr 1909 wieder abberufen, um die Verwaltung einer Oberlehrerstelle an dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach zu übernehmen Während seines Hierseins war ihm Naturgeschichte in IIla und IV, Geographie in IIIb und Turnen in IIIa u. b übertragen.
Anlässlich des Allerhöchsten Geburtstagsfestes Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs wurde


