Jahrgang 
1933
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Fur Anſtaltsgeſchichte.

Das Schuljahr dauerte vom 11. kpril 1932 bis zum 1. KHpril 1933.

Für die in den Ruheſtand getretenen Oberſtudienräte Prof. Dr. Wittekind und prof. Müller wurden Studienrat Dr. Martin Markloff von Dieburg und Studienaſſeſſor Dr. Kdolf Walter von Gießen, der dort auch jetzt noch als Aniverſitätsdozent tätig iſt, hierher berufen. Die Stelle des nach Butzbach verſetzten Studienaſſeſſors Dr. Roeschen blieb unbeſetzt, weil ein Neuſprachler nach dem flufrücken der Reformklaſſen und der Durchführung des neuen Lehrplans der Gumnaſien an unſerer Schule überflüſſig geworden war. In den Oſterferien 1932 wurde kiſſeſſor Dr. Pfaff mit Wirkung vom 1. Januar 1932 zum überplanmäßigen Studienrat ernannt; die gleiche Würde erhielt Dr. Walter am 1. Januar 1935. Studienreferendar Lampas ſetzte bis zum Herbſte 1932 ſeinen Vorbereitungsdienſt bei uns fort, wurde dann zum fiſſeſſor ernannt und iſt im Winterhalbjahr als Volontär hier tätig geweſen.

Der Staatsprüfung des Herrn Lampas halber beſuchte am 7. Juli Herr Miniſterialrat Glückert die Schule; weiter leitete er die Reifeprüfungen am 27. und 28. Februar, während er bei den am 22. September und 1. März abgehaltenen vom Unterzeichneten vertreten war. Der Jugendtag wurde am 4. Juli mit einer Wanderung begangen; der Jahresausflug fand(in einigen Klaſſen mehrtägig) Mitte Juni ſtatt; Spaziergänge wurden 6 gemacht. Bei der Verfaſſungsfeier im fluguſt ſprach der Direktor, zu Hindenburgs Geburtstag Dr. Walter, zu Guſtav fdolfs Gedächtnis am 5. November Lic. Eiden⸗ müller, am Cotengedenktage Studienrat Schwarz. Die Reden bei den beiden Schulfeiern an⸗ läßlich der Reichs⸗ und Landesumſtellung hielten der Direktor und fiſſeſſor Lampas; faſt bei allen Feſtlichkeiten wirkten Chor und Orcheſter unter Leitung von Dr. Pfaff mit. Die Kbiturientlinn)en erhielten im Winter die üblichen Belehrungen über Berufswahl[(Dr. Rottenbacher und Frl. Kolb aus Gießen) und hugieniſche Lebensführung(Medizinalrat Dr. Baljer); die letzteren ſtanden in Verbindung mit der von allen Klaſſen beſuchten Wanderausſtellung für Geſundheitspflege. Schließlich jei ein B. D. fl.Vortrag erwähnt, in dem Herr Pfarrer Harth uns im Geiſte in ſeine Heimat zu den Deutſchen Galiziens führte.

nn der großen Pfingſtfahrt des B. D. fl. nahmen nur wenige Schüler teil, die Studienrat Rau führte. Dieſer leitete auch die Reichsjugendwettkämpfe, deren Ergebnis z. ö5t. noch nicht bekannt iſt. Den Leiſtungen nach dürfte es nicht ſchlechter ſein als in den vorausgegangenen Jahren. Der warme Nachſommer begünſtigte den Schwimmſport, dieſer wurde hauptſächlich an den 14 hitzfreien Mittagen geübt. Der Geſundheitszuſtand der Schule war faſt das ganze Jahr günſtig; nur die Grippeepidemie zwang uns vom 6. bis zum 9. Februar 4 Tage Ferien auf, weil über ein Drittel der Schüler krank war. Immerhin genaſen die von dem Übel befallenen Lehrer und Schüler ziemlich raſch, während Haus⸗ meiſter Weiß, der gerade in dieſer Feit auf ein Vierteljahrhundert treuer Dienſtzeit am Wolfgang Ernſt⸗Symnaſium zurückſah, mehrere Wochen dienſtunfähig blieb.

Das neue Schuljahr beginnt mit einem Lehrerrat am Montag, dem 24., der Anterricht am Dienstag, dem 25. fpril 1935.

Die Direktion des Woljgang Ernſt⸗Sumnaſiums: Dr. Keller.