Jahrgang 
1917
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7.

ſolcher Gegenſtände nach Darmſtadt geſchickt werden. Für die Lazarette und für unſere Soldaten im Felde wurden etwa 50 Bücher geſtiftet. An der 5. Kriegsanleihe ſind die Schüler mit dem nur aus kleinen Summen ſich zuſammenſetzenden Betrage von 2558 Mk. beteiligt. Beträge über 80 Mk. ſollten nach miniſterieller Beſtimmung für die Schulzeichnungen nicht angenommen werden. Gerade deshalb hat ſich aber kaum ein Schüler von der Beteiligung ausgeſchloſſen.

Zum Heeresdienſt ſind aus folgenden Klaſſen Schüler im Laufe des Schuljahres einberufen worden oder als Fahnenjunker eingetreten: aus La 15, aus IIa 3, aus IIb 3 Schüler. Die Namen dieſer Schüler ſind in dem am Schluſſe folgenden Verzeichnis beſonders angegeben. Unſere herzlichen Wünſche begleiten die jungen Leute, die nun zum großen Teil ſchon im Felde ſtehen. Einer der Anfang Januar beim Heer eingetretenen Unterſekundaner, Meinhart, iſt zu unſerem tiefen Bedauern ſchon im Februar im Lazarett zu Bad Orb einer Lungenentzündung erlegen. Drei ſeiner Mitſchüler erwieſen ihm in ſeiner Heimat die letzte Ehre.

Die Schulfeiern zum 25. November 1916 und zum 27. Januar und 13. März 1917, dem Regierungsjubiläum des Großherzogs, haben wir nur im Kreiſe der Schule begangen; hierzu ſind wir ſchon dadurch genötigt, daß ſich unſer Feſtſaal, der dringend der Neuherſtellung bedarf, infolge der Zeit⸗ verhältniſſe leider immer noch im alten Zuſtande befindet.

Von den drei Reifeprüfungen, die im Laufe des Schuljahres ſtattfanden, waren die beiden erſten Kriegsreifeprüfungen. Die dritte war auf Verfügung Großh. Miniſteriums ſo frühzeitig angeſetzt worden, damit die daran teilnehmenden Schüler am 1. Februar für den Zivilhilfsdienſt frei würden.

über Zeit und Ergebnis der drei Prüfungen gibt die Zuſammenſtellung auf Seite 5 Auskunft. Sie wurden ſämtlich unter dem Vorſitz des Direktors abgehalten.

An der Schülerverſicherung des Allgemeinen Deutſchen Verſicherungs-⸗Vereins a. G. in Stuttgart ſind 79 Schüler beteiligt. Infolge von Beſchäͤdigungen, die ſie innerhalb des Schulbezirks oder auf dem Schulwege erlitten, erhielten in dieſem Schuljahre 5 Schüler Erſatz der Koſten des Heilverfahrens.

Wie für alle Schulen des Großherzogtums, ſo wurden auch für uns die Weihnachtsferien zum Zweck der Kohlenerſparnis um 8 Tage verlängert und ſo das an ſich und beſonders im Vergleich zum vorigen ſehr kurze Schuljahr noch mehr verkürzt.

Die ſogenannte Sommerzeit hat, ſoweit ſich das erkennen läßt, in keiner Hinſicht Nachteile mit ſich gebracht. Es ſchien anfangs, als ob die jüngeren Schüler, beſonders die mit der Bahn von auswärts kommenden, müder waren als ſonſt. Doch glich ſich das bald aus, und die Klagen darüber verſtummten. Daß ſich infolge dieſer Einrichtung die Zahl der Erkrankungen, der Schulverſäumniſſe und Verſpätungen irgendwie erhöht hätte, iſt jedenfalls nicht feſtzuſtellen geweſen.

Die Turnſtunden mußten wir während der ſtarken Kälte im Februar ausfallen laſſen, weil die Turnhalle auch bei großem Aufwand an Kohlen doch wohl kaum anzuwärmen geweſen wäre. Die Stunden wurden meiſt zum Schlittſchuhlaufen, ſonſt zum Spielen oder zu einem Gang verwendet.

Mitteilungen an die Eltern

Die Aufnahmeprüfung neu angemeldeter Schüler findet am Montag den 16. April vor⸗ mittags von 8 ½ Uhr an ſtatt.

Der Unterricht beginnt am Dienstag den 17. April; das Schuljahr ſchließt am Samstag den 23. März 1918.

Die Lage der Ferien iſt folgende: Pfingſtferien vom 27. Mai bis 3. Juni, Sommerferien vom 12. Juli bis 8. Auguſt, Herbſtſerien vom 27. September bis 10. Oktober, Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1917 bis 6. Januar 1918.

Großherzogliche Direktion des Wolfgang⸗Ernſt⸗Gymnaſiums Dr. Mohr.