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Weihnachtsferien beurlaubt. Sein Vertreter war Lehramtsaſſeſſor Friedrich. Den Oberlehrer Profeſſor Kölſch vertrat während ſeines vom Anfang des Winterhalbjahres bis zu den Weihnachtsferien dauernden Urlaubs der Pfarramtskandidat Friedrich Waas, bisher Repetent an der Univerſität Gießen.
Am 3. Juni ſtarb nach kurzem Krankenlager der langjährige Pedell der Anſtalt, Johannes Karl Ortwein. Er war geboren am 16. Juni 1840 zu Stockhauſen im Kreiſe Lauterbach. Zuerſt verwendet wurde er am hieſigen Gymnaſium vom 1. Oktober 1876 an, endgültig angeſtellt am 14. Mai 1879. Lehrer und Schüler gaben ihm das Geleit zum Grabe, an dem der Direktor im Namen des Lehrerkollegiums einen Kranz nieder⸗ legte. Die erledigte Stelle wurde dem Trompeter im Großh. Artillerie⸗Regiment Nr. 25 Heinrich Weiß vom 1. Auguſt an auf Probe, vom 1. Februar an endgültig übertragen.
Am 13. Januar beſuchte Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel die Anſtalt und wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war faſt durchweg gut. Die üblichen Ausflüge wurden regelmäßig unternommen, neben kürzeren Waldſpaziergängen auch ein Tagesausflug am 10. September auf das Manöverfeld. Ein Lehrgang für freiwillige Krankenträger kam in dieſem Jahr nicht zuſtande. Am 22. Februar hielt Herr Medizinalrat Dr. Wießner vor 16 Abiturienten einen eingehenden, lehrreichen und hoffentlich auch erfolgreichen Vortrag über die ſittlichen und geſundheitlichen Gefahren geſchlechtlicher Ausſchweifungen und übermäßigen Alkoholgenuſſes. Dem ſchon damals mündlich geäußerten Dank an den Vortragenden geben wir hier nochmals Ausdruck. Die engliſchen Unterrichtsſtunden beſuchten am Schluß in der unteren Abteilung 7 Schüler, in der oberen 5 Schüler, die hebräiſchen in der oberen Abteilung 1 Schüler, den wahlfreien Zeichenunterricht 3 Schüler. An den von Schülern geleiteten Lehrgängen in Stenographie nahmen zuletzt 19 Schüler teil, ſämtlich nach Stolze⸗Schrey.
Bei der Schulfeier am 25. November hielt Oberlehrer Dr. Fahz, bei der am 27. Januar Oberlehrer Kraft die Feſtrede. Ein beſonderes Verdienſt um die Belebung dieſer Feiern, die im Kreiſe der Schule ſtatt⸗ fanden, erwarb ſich das Schülerorcheſter, das hoffentlich auch weiter beſtehen bleibt. Am 17. September fiel der Unterricht wegen des Geburtstags Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin aus.
Die Herbſtferien waren wegen der Jubelfeier der Landesuniverſität mit Genehmigung Großh. Miniſteriums auf die Zeit vom 27. Juli bis 2. September verlegt. Auf Wunſch der meiſten Eltern der Schüler wurde durch Verfügung Großh. Minſteriums die Einführung der ſog. Darmſtädter Ferienordnung genehmigt.
An Geſchenken erhielt die Anſtalt im Laufe des Schuljahres: von Herrn Dr. Brettel hier einen Walfiſch⸗ wirbel, von dem Obertertianer Achenbach einen menſchlichen Schädel, von Herrn Dr. Ludwig Schäfer hier ſeine Inauguraldiſſertation: Die Schlierbacher Mundart, von Herrn Dr. Bruck zu Gießen ſeine Habilitationsſchrift: Beiträge zur Phyſiologie der Mycetozoen; von den diesjährigen Abiturienten ein Bild für das Klaſſenzimmer der ILa, Odipus und Antigone von Teſchendorff. Allen freundlichen Gebern ſagen wir im Namen der Schule auch hier herzlichen Dank.
Witteilungen an die Gtern
Geſuche um Befreiung von der Zahlung des Schulgeldes ſind bis zum 16. Mai ſchriftlich bei der Direktion einzureichen. Es dürfen nur geiſtig beſonders begabte und ſtrebſame Schüler berückſichtigt werden; zu bevorzugen ſind Schüler der oberen Klaſſen. Die Verleihung kann immer nur auf ein Jahr erfolgen.— Eltern, die Auskunft über die Leiſtungen ihrer Söhne zu erhalten wünſchen, bitten wir, ihren Beſuch wenigſtens einen Tag vorher anzumelden.— Die auswärtigen Schüler haben vor der


