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Ungewöhnlich groß waren in dieſem Schuljahr die Störungen des Unterrichts durch Beurlaubungen und Erkrankungen. Kürzere Vertretungen von 1—6 Tagen waren häufig; längere Vertretungen wurden nötig für Prof. Kölſch(4 Wochen), Prof. Dr. Volp wegen Teilnahme an einem archäologiſchen Kurſus und einer militäriſchen Uebung(2 ½ Wochen), Oberlehrer Dr. Wittekind(vom 7. Februar bis zum Schluß des Schuljahres), Oberlehrer Dr. Kraemer wegen einer militäriſchen Uebung(4 Wochen), Oberlehrer Kraft(11 Tage), Oberlehrer Dr. Fahz wegen einer militäriſchen Uebung und ſtudienhalber(5 ½ Woche).
Zur Vertretung für Oberlehrer Dr. Wittekind wurde uns von Großh. Miniſterium der Lehramtsreferendar Georg Appel, bisher in Darmſtadt, zugewieſen, der am 19. Februar in den Dienſt eintrat.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im allgemeinen gut. Spaziergänge und Ausflüge wurden in üblicher Weiſe unternommen. Beſondere Erwähnung verdient der Ausflug der beiden Primen nach Salmünſter zu einer in dem dortigen Franziskanerkloſter ſtattfindenden, trefflich gelungenen Aufführung von Sophokles Antigone in griechiſcher Sprache und der Ausflug der beiden Sekunden zur Beſichtigung der Eiſenwerke in Hirzenhain. Für die freundliche Aufnahme an beiden Orten ſprechen wir ſämtlichen Beteiligten, vor allem dem Pater Guardian in Salmünſter und Herrn Ingenieur Schramm in Hirzenhain, auch an dieſer Stelle unſeren verbindlichſten Dank aus. Eifrig gepflegt wurde auch in dieſem Jahr das Fußballſpiel. Der Handfertigkeits⸗ unterricht mußte diesmal leider ausfallen, da uns keine Mittel zur Verfügung geſtellt werden konnten. An dem wiederum von Herrn Medizinalrat Dr. Wießner geleiteten Lehrgang für freiwillige Krankenträger beteiligten ſich 7 Schüler der Unterprima. Herrn Dr. Wießner ſagen wir für ſeine Bereitwilligkeit auch hier verbindlichen Dank. Die engliſchen Unterrichtsſtunden beſuchten in der unteren Abteilung 6 Schüler, in der oberen 2, die hebräiſchen in der unteren 2, in der oberen 1, den wahlfreien Zeichenunterricht 6 aus IIb, IIa und Ib. An zwei von Schülern geleiteten Lehrgängen in Stenographie nahmen 17 Schüler teil, davon 4 nach Gabelsberger, 13 nach Stolze⸗Schrey.
Die Schulfeiern wurden in der üblichen Weiſe abgehalten. Die Feſtrede bei der Vorfeier zum 25. November hielt in öffentlicher Feier der Direktor, zum 27. Januar im Kreiſe der Schule Oberlehrer Müller. Am 15. November fiel der Unterricht zur Vorfeier des Geburtstags Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin aus.
An Geſchenken erhielt die Anſtalt im Laufe des Schuljahres: von Frau Domänenrat Kölſch einen ausgeſtopften Reiher; von Sr. Durchlaucht dem Fürſten zu Menburg und Büdingen 2 ſilberne und 5 kupferne Schnepfenheller; von dem Quintaner Henrich einen Fiſchotterſchädel; von dem Abiturienten Werlé phyſikaliſche Apparate im Werte von 100 Mark; von Herrn Schulrat Scherer 7 Bilder für den naturkundlichen, 17 Bilder für den Geſchichtsunterricht; von Herrn Oberamtsrichter Krämer in Wimpfen eine große Anzahl Bände aus der Bibliothek ſeines verſtorbenen Vaters, des früheren Direktors unſrer Anſtalt; von Herrn Pfarrer Köhler in Rohrbach eine größere Zahl älterer Werke für die Bibliothek.
Für alle dieſe Geſchenke ſagen wir den freundlichen Gebern im Namen der Schule auch hier herzlichen Dank.
Mitteilungen an die Eltern, um deren Beachtung wir dringend erſuchen: Geſuche um Befreiung von der Zahlung des Schulgeldes ſind bis zum 4. Mai ſchriftlich bei der Direktion einzureichen; beizulegen iſt eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei über die Bedürftigkeit des Bewerbers. Es dürfen nur geiſtig beſonders begabte und ſtrebſame Schüler berückſichtigt werden; zu bevorzugen ſind Schüler der oberen Klaſſen. Die Verleihung kann immer nur auf ein Jahr erfolgen.— Eltern, die Aus⸗- kunft über die Leiſtungen ihrer Söhne zu erhalten wünſchen, bitten wir, ihren Beſuch wenigſtens einen Tag vorher anzumelden.— Die auswärtigen Schüler haben vor der Wahl oder dem Wechſel einer Wohnung. dem Direktor hiervon Mitteilung zu machen.— Jüngeren Brüdern wird die vorgeſchriebene Ermäßigung des Schulgeldes auch dann zugeſtanden, wenn die Brüder verſchiedene ſtaatliche höhere Lehranſtalten des Großherzogtums beſuchen.— Den Eltern wird im Anfang jeden Halbjahres bekannt gegeben werden, an welchen Wochentagen ſich die Hefte mit den verbeſſerten und beurteilten ſchriftlichen Arbeiten in den Händen der Schüler befinden.— Bei Geſuchen um Befreiung vom Turnunterricht iſt ein ärztliches Zeugnis vorzulegen,


