Zur Geſchichte der Anſtalk.
1. Durch Allerhöchſtes Dekret vom 5. Mai 1900 wurde der Lehramtsaſſeſſor Dr. Krämer zum
Oberlehrer ernannt.
Adolf Krämer, geboren am 20. November 1868 zu Darmſtadt, beſuchte das Gymnaſium zu Zürich und ſtudierte dann auf den Univerſitäten Zürich, Göttingen und Gießen. Hier beſtand er im Sommer 1893 die Prüfung für das höhere Lehramt und promovierte zu derſelben Zeit. Im Herbſt 1893 begann er ſeinen Acceß am Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt und übernahm im Juni 1894, nachdem er vorübergehend am Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium daſelbſt verwendet war, die Leitung der höheren Bürgerſchule zu Rimbach im Odenwald. An hieſiger Anſtalt wirkt er ſeit Oſtern 1897.—
Durch Allerhöchſtes Dekret vom 10. October 1900 wurde der Lehramtsaſſeſſor Müller auf Präſentation Sr. Durchlaucht des Fürſten zu Yſenburg und Büdingen zum Oberlehrer ernannt.
Friedrich Müller, geboren am 7. November 1869 zu Flonheim, beſuchte das Gymnaſium zu Mainz und ſtudierte in Gießen und Heidelberg. Nachdem er im Frühjahr 1894 die Staatsprüfung in Gießen beſtanden hatte, gehörte er ein Jahr lang dem pädagogiſchen Seminar dort an, war dann in Mainz und Offenbach beſchäftigt und wurde am 1. October 1896 an die hieſige Anſtalt verſetzt, an der er ſeit dieſer Zeit ununterbrochen thätig iſt.—
2. Zur Teilnahme am archäologiſchen Kurſus in Italien war der Direktor vom Großh. Miniſterium für die Zeit vom 30. September bis 15. November beurlaubt. Seine Vertretung übernahmen in bereit⸗ willigſter Weiſe die Kollegen. Am 14. November trat er wieder in ſeinen Dienſt ein.—
3. Der Geſundheitszuſtand war im Laufe des verfloſſenen Schuljahres bei Lehrern und Schülern befriedigend. In den unteren Klaſſen war der Unterricht im Anfang des Schuljahres einige Zeit lang dadurch beeinträchtigt, daß eine ganze Anzahl von den Schülern an den Maſern erkrankt war. Sonſt ſind größere Störungen nicht vorgekommen.—
Die vorgeſchriebenen Ausflüge wurden gemacht, ſoweit es die Witterung erlaubte. Der Tagesausflug, der wegen andauernder allzu großer Hitze in die Zeit nach den Sommerferien verlegt und erſt am 2. Oktober unternommen wurde, führte die Prima über Orb tiefer in den Speſſart hinein, die Oberſekunda nach Birſtein, die Obertertia und ebenſo die Quinta über Wächtersbach nach Orb, die Untertertia nach Mainz, die Quarta nach Frankfurt, die Sexta nach Gelnhauſen.—
4. Am 31. Januar beſuchten Herr Miniſterialrat Dr. Eiſenhuth und Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel die Anſtalt und wohnten dem Unterricht in ſämtlichen Klaſſen bei.—
5. Schulfeiern fanden ſtatt am 24. November 1900 und am 26. Januar 1901. Die Feſtrede hielt am 24. November Herr Oberlehrer Müller über: Landgraf Georg l., am 26. Januar der Direktor über: Deutſche Treue.—
6. An den Unterrichtsſtunden im Engliſchen nahmen in der unteren Abteilung 9, in der oberen 7 Primaner teil, an denen im Hebräiſchen in der unteren und oberen je 1 Primaner.— Die Zeichenſtunden der Unter⸗ und Obertertia beſuchten freiwillig 8 Schüler der Unterſekunda.— An dem vom Heſſiſchen Hilfsverein vom Roten Kreuz veranlaßten Kurſus zur Ausbildung freiwilliger Krankenträger, zu deſſen Leitung ſich in dankenswerter Weiſe Herr Kreisarzt Dr. Wießner von hier freiwillig erboten hatte, nahmen 8 Primaner teil.— Einen Lehrgang in der Gabelsbergerſchen Stenographie leitete der Oberprimaner Schäfer; unterrichtet wurden 13 Schüler der Sekunda und Prima.—


