Abgesehen von dem oben erwähnten Falle war der Gesundheitszustand der Lehrer im abgelaufenen Schuljahr gut. Nur einige kurz dauernde Erkältungskrankheiten bedingten kurze dienstliche Vertretungen. Was den Gesundheitszustand der Schüler betrifft, so fehlten wegen Krankheit eine Reihe von Schülern mehrere Wochen. Die große Mehrzahl jedoch erfreute sich einer guten Gesundheit.
Die hiesige Stadtmolkerei bot unseren Schülern in den Wintermonaten während der großen Pause für zehn Pfennige ein warmes Milchfrühstück, das viele Abnchmer fand.
Hitzfrei war am 17. Juni und am 1I. Juli 1927. An zwei Tagen im Juli war nur nachmittags hitzfrei.
Für mancherlei Büchergeschenke von Verlagen spricht die Schule ihren Dank aus.
Schulfeiern.
Das Jugendfest wurde am 25. Juni 1927 auf den Spielplätzen auf dem Scharlachberg gefeiert. Nachdem die Schüler um 8 ½ Uhr auf der Höhe angelangt waren, wurden sie auf die Bedeutung des Tages hingewiesen. Die darauf einsetzenden Spiele mußten alsbald wegen starken Regens abgebrochen werden.
Die Verfassungsfeier veranstalteten wir am 18. Oktober 1927 in unserer Turnhalle. Herr St.-R. Schalk sprach über die deutsche Schule im Auslande.
In einer schlichten Feier in den einzelnen Klassen begingen wir am 3. Oktober 1927 den 80. Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten.
Am 16. November 1927 wurde in einer Totenfeier der Gefallenen gedacht. Umrahmt von Gedichten, Liedern und Vorträgen unseres Orchesters war die Festrede des Herrn St.-R. Schmahl über die Kriegergräber im Auslande.
Am 28. Januar 1928 feierten wir in unserer Turnhalle den 75. Geburtstag des Herrn Staatspräsidenten. Die Ansprache hielt der Direktor.
Unsere öffentliche Schlußfeier veranstalten wir am 29. März 1928 mit einer Aufführung des König Oedipus von Sophokles.
Spiel, Sport und Wanderungen.
Die Spielstunden wurden in 7 Abteilungen während des ganzen Schuljahres abgehalten Besonders während des Winterhalbjahres waren sie öfter beeinträchtigt durch das schlechte Wetter.
An den Reichsjugendwettkämpfen am 9. 9. 27 beteiligten sich in den einzelnen Stufen und Klassen insgesamt 58 Schüler, von denen 54 als Sieger hervorgingen. Die Ehrenurkunden wurden vor der versammelten Schulgemeinde überreicht. Auch diesmal haben einige Herren vom Turnyverein Bingen in liebenswürdiger Weise als Preisrichter mitgewirkt, wofür ihnen herzlich gedankt sei.
Unseren großen Ausflug haben wir am 12. Mai 1927 unternommen. Unter Leitung der Klassenführer wanderten die einzelnen Klassen in die nähere und weitere Umgegend. Die Höhen und Täler des Hunsrücks und Taunus, vor allem das Rheinthal, bildeten die Wanderziele. Es wurden dann noch einige Monatsspazier- gänge in die nächste Umgegend von Bingen unternommen.
Am 30. August 1927 unternahm die Schule eine Dampferfahrt nach Koblenz zur Ausstellung„Der Rhein und sein Werden und Wirken“.
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