früher betont wurde, eine rege Wechſelbeziehung beſteht. Zwar werden die Eltern in mannigfacher Weiſe über Leiſtungen und Geſittung der Schüler durch Zeugniſſe und ſchriftliche Mitteilungen in Kenntnis geſetzt, aber eine nachdrückliche Förderung des Fleißes und geſitteten Betragens wird beſonders durch mündlichen Verkehr der Eltern mit der Schule erreicht. Es iſt eine oft gemachte Erfahrung, daß Eltern es unterlaſſen, die Lehrer aufzuſuchen, um ihnen nicht„läſtig zu fallen“. Dieſer Auffaſſung gegenüber ſoll hier mit Nachdruck feſtgeſtellt werden, daß es der Leiter der Anſtalt ebenſo wie die Lehrer als ihre Pflicht betrachten, einen vertrauensvollen Verkehr mit den Eltern anzubahnen und zu unterhalten.
4. Von den Eltern geſitteter Söhne iſt zu erwarten, daß ſie jederzeit wiſſen, wo dieſe ſich aufhalten; daß ſie beſonders an den langen Winterabenden ihre Aufmerkſamkeit darauf richten, daß ihre Kinder nicht bis in ſpäte Abendzeit außer dem Hauſe verweilen. Verſtändige Eltern werden ihre Kinder, unbeſchadet einer vernünftigen und notwendigen Erholung, zu einem planmäßigen und nutzbringenden Leſen guter Bücher anleiten.
Es will den Unterzeichneten ferner bedünken, daß anhaltende Klagen der Schule über mangelhafte Vorbereitung meiſt immer derſelben Schüler ihren Grund in häuslichen Verhältniſſen haben, und er hält es für nützlich, auf eine, wie es ſcheint, nicht von allen Eltern beachtete erzieheriſche Forderung hinzu⸗ weiſen, daß nämlich den arbeitenden Schülern ein geeigneter Raum zur Verfügung ſteht, wo ſie un⸗ gehindert durch ſtörendes, geſchäftliches Getriebe oder laute Unterhaltung ihre Schularbeiten erledigen können.
5. Zum Schluſſe geben wir eine Zuſammenſtellung der wichtigſten neueren Erſcheinungen auf ſchul⸗ geſundheitlichem Gebiete, die das Intereſſe weiterer Elternkreiſe beanſpruchen und zum Teil auch von der oberen Schulbehörde empfohlen wurden.
Baur, A., Dr.: Geſundheitsregeln für Eltern bei Erziehung der Schulkinder,(42 Seiten Oktav mit Abbild.) 1905. München, Seitz u. Schauer. Derſelbe: Geſundheitspflege fürs Haus. 13.—18. Lieferung, 1905, Eßlingen, je 60 Pf.
Burgerſtein, Leo, Dr: 1. Geſundheitsregeln für Schüler und Schülerinnen aller Lehranſtalten. 10. Aufl. Leipzig, Teubner 1905, 16 Seiten Okt., 10 Pf. 2. Zur häuslichen Geſundheitspflege der Schuljugend. Bemerkungen für die Eltern und die Pfleger von Koſtzöglingen. 10. Aufl., Leipzig, Teubner 1905. 16 Seiten Oktav, 10 Pf. (Beide Schriftchen befinden ſich in den Händen der meiſten unſerer Schüler).
Geſundheitsbüchlein. Gemeinfaßliche Anleitung zur Geſundheitspflege. Bearbeitet im Kaiſerl.
Geſhdiettzamt Mit Abbild. im Text und 3 farb. Tafeln. 11. Ausg. 1905. Berlin, Springer. Kart.. 1.—.
Geſundheitsregeln für die Schuljugend. Plakat. Berlin, R. Schoetz. 10 Pf.
Hartm ün u Martin, Dr.: Die höhere Schule und die Geſundheitspflege. 56 Seiten. 1905. Leipzig, eubner.
Lekgel n ſtav, Tr.: Willensſtärke und Urteilskeaft. 100 Seiten. 1905. Wien und Leipzig, Karl romme.
Hofmann, Otto, Dr., Oberlehrer: Schuljugend und Elternhaus. Programmabh. des Katharineums in Lübeck. 1904.
Jeſſen, Ernſt, Dr. med.: Die zahnärztliche Behandlung der Volksſchulkinder in Straßburg i. E. Se⸗ paratabdruck aus der Straßburger mediziniſchen Zeitung. Oktav. Heft 3. 20 Seiten, 1905.
Derſelbe: Zur Populariſierung der Zahnheilkunde. Separatabdruck aus den Odontologiſchen Blättern VIII, Nr. 23— 24. 4 Seiten.
Liebing, R. H.: Hygiene des Schulkindes im Elternhauſe. Nr. 661 u. 662 der Miniaturbibliothek. 1905. Leipzig, A. O. Paul. Preis jeder Nummer 10 Pf.
Liebmann, Alb., Dr.: Vorleſungen über Sprachſtörungen, 6. Heft: Kinder, die ſchwer leſen, ſchrei⸗ ben und rechnen lernen. 1906. Berlin, O. Coblentz. M. 2.40.
Marzinowsky, J., Dr.: Im Kampf um geſunde Nerven. 2. Aufl.(148 S.) 1905. Berlin, O. Salle. M. 2..
Derſelbe: Nervoſität und Weltanſchauung.(132 S.) 1905. Berlin, O. Salle. M. 3.
Oppenheim, konſult. Arzt: Die Entwickelung des Kindes. Vererbung und Umwelt. Nach dem eng⸗ liſchen Original des Verfaſſers überſ. von Berta Gaßner. Mit Vorbemerk. von Dr. W. Amont. Oktav(N, 199 S. m. Abbild.) 1905. Leipzig, E. Wunderlich, M. 3., geb. M. 3.80.
Quenſel, Heinrich: Der Alkohol und ſeine Gefahren. Gemeinverſtändlich dargeſtellt. 28. Aufl. Berlin W. 15. Mäßigkeitsverlag. 20 Pf.
Sielz, Lnd wig, Prof.: Über die Beleuchtung von Schulräumen. Elektrotechniſche Zeitſchrift. 1905, eft 7.


