Jahrgang 
1905
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Zu einer achtwöchigen militäriſchen Uebung war in den Monaten Auguſt und September Herr Oberlehrer Krämer nach Dresden eingezogen. Sein Vertreter in dieſer Zeit war der Lehramtsakzeſſiſt Herr Dr. phil. Johann Georg Kempf aus Mainz. Kurze Zeit danach iſt Herr Kempf den Seinen durch den Tod nach dreitägiger Krankheit entriſſen worden. Der allgemeinen Teilnahme an dem Schmerz über den Verluſt des trefflichen Menſchen und hoffnungsvollen Lehrers haben auch wir alle uns angeſchloſſen und bringen es an dieſer Stelle ebenfalls zum Ausdruck.

Am 7. April 1905 wurde Herr Oberlehrer Flach zu einer achtwöchigen militäriſchen Uebung eingezogen.

Vom 20. 29. März 1905 mußten die Herren Oberlehrer Repp und Fuhry ver⸗ treten werden; ſie nahmen an einem naturwiſſenſchaftlichen Fortbildungskurſus in Darmſtadt teil.

Anfang April 1904 waren es 25 Jahre, daß unſer techniſcher Lehrer, Herr Heinrich Staſſen, an unſerer Schule ſeine Lehrtätigkeit begonnen hat. Der Lehrkörper beging den denk⸗ würdigen Tag durch eine einfache und herzliche Feier im Hotelzum goldenen Pflug. Möge es unſerer Schule beſchieden ſein, ſich der anerkannt erſprießlichen Mitarbeit des verdienten Mannes als Zeichen⸗ und Geſanglehrers noch viele Jahre zu erfreuen.

Der Geſundheitszuſtand bei Lehrern und Schülern war im allgemeinen nicht gut. Am längſten war durch Unwohlſein am Unterricht verhindert Herr Oberlehrer Kunkel, der vom 18. Auguſt bis 24. September von den Amtsgenoſſen vertreten werden mußte.

Am 24 Juni beehrten Herr Geheimer Oberſchulrat Nodnagel, am 24. September Herr Miniſterialrat Dr. Eiſenhuth unſere Schule mit ihrem Beſuch.

Am Sedanstage unternahm die Schule einen Ausflug auf den Niederwald. Am National⸗ denkmal hielt der Direktor die Feſtrede des Tages.

Am Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs hielt der Direktor die Feſtrede über Philipp den Großmütigen und ſeine Zeit.

Zur Feier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers hielt Herr Oberlehrer Müller die Feſtrede überKönig Friedrich Wilhelm I. von Preußen.

In der Angelegenheit des Neubaues eines Realſchulhauſes iſt leider kein Fortgang zu verzeichnen. Es iſt das beklagenswerte Schickſal aller Bewegungen, die in gedachter Richtung dieſes Jahr von der Stadtverwaltung ausgeführt wurden, daß ſie ſich ſchließlich ſelbſt reſtlos verſchlangen. Die überaus traurigen Zuſtände haben wieder ein Jahr länger gedauert.

G. Bekanntmachungen und Mitteilungen an die Eltern.

Aufnahmeprüfungen finden Montag, den 1. Mai, von morgens 8 Uhr an, noch ſtatt. Der Unterricht beginnt Dienstag, den 2. Mai, um 8 Uhr.

Die Vorſchule, welche 3 Jahre umfaßt und für die Realſchule und das Progymnaſium vorbereitet, nimmt in ihre unterſte Klaſſe Knaben auf, die bis zum 30. September 1905 das ſechſte Lebensjahr zurücklegen.

Die Realſchule nimmt in die Sexta Knaben auf, die das neunte Lebensjahr zurück⸗ gelegt haben. Bei genügender leiblicher und geiſtiger Reife können auch ſolche Knaben aufge⸗ nommen werden, welche bis zum 30. September 1905 das neunte Lebensjahr vollenden werden.

Das Progymnaſium nimmtiin die Sexta ebenfalls Knaben auf, welche das neunte Lebens⸗ jahr entweder ſchon zurückgelegt haben, oder bis zum 30. September 1905 zurücklegen werden. . Der Uebertritt eines Schülers vom Progymnaſium in die Realſchule oder umgekehrt im Laufe des Schuljahres iſt nicht geſtattet.

Wenn ein Schüler krank geworden iſt, muß ſofort am zweiten Tage die Schule davon in Kenntnis geſetzt werden. Der geneſene und im Unterricht wieder erſcheinende Schüler muß eine zweite Beſcheinigung über die Dauer der Erkrankung mitbringen.