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wurde der Unterricht im Winterhalbjahr 1900/1901 außer im Realſchulgebäude ſelbſt auch im Zeichenſaale der Stadtſchule, ferner im C. A. Fiſcher'ſchen Haus in der Kapuzinerſtraße und ſpäter in dem Vit'ſchen
Haus in der Grabenſtraße erteilt. Dieſe örtliche Dreiteilung wirkte im höchſten Grade ſtörend und hem⸗ mend in mancherlei Richtung.
Den Geburtstag J. J. K. K. H. H. des Großherzogs und der Großherzoain beging die Schule durch einen zahlreich beſuchten Feſtakt, bei dem Herr Oberlehrer Erckmann die Feſtrede hielt.
Am Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers fand ebenfalls eine ſtark beſuchte Feier ſtatt, bei der Herr Lehramtsaſſeſſor Reeb als Feſtredner auftrat.
Der Geſundheitszuſtand der Schule war im Winterhalbjahr nicht gut. Leider erlag auch am 20. October 1900 ein lieber und hoffnungsvoller Schüler, Wilhelm Weyland aus Bingerbrück, der Vor⸗ ſchulklaſſe I angehörend, einer tückiſchen Krankheit. Die Schule ſuchte den Schmerz der Eltern durch Teilnahme nach Kräften zu lindern.
Laut Schreibens des Reichskanzlers vom 20. Dezember 1900 iſt unſerer jungen Progymnaſial⸗ abteilung die Berechtigung zur Erteilung wiſſenſchaftlicher Befähigungszeugniſſe für den einjahrig frei⸗ willigen Militärdienſt ohne den Vorbehalt zeitlicher Beſchränkung verliehen worden.
Für eingegangene Geſchenke ſagen wir allen Gebern verbindlichſten Dank.
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G. Bekanntmachungen betreffend das neue Schuljahr und die Aufnahme neuer Schüler.
Anmeldungen zur Aufnahme in die Vorſchule, die Realſchule und in das Progymnaſium werden Donnerſtag, Freitag und Samſtag den 11, 12. und 13. April, morgens von S— 12 Uhr, im Amtszimmer des Direktors entgegengenommen. Außer dem Geburtsſchein mit unterſtrichenem Rufnamen und dem Abgangszeugnis der zuletzt beſuchten Schule iſt auch der Impfſchein über die erſte, beziehungsweiſe zweite Impfung vorzulegen. Die Aufnahmeprüf⸗ ungen finden Montag den 15. April, von morgens 8 Uhr an, ſtatt. Der Unterricht beginnt Dienſtag den 16. April um 8 Uhr.
Die Verſchule, welche 3 Jahre umfaßt und für die Realſchule und das Progymnaſium vorbereitet, nimmt in ihre unterſte Klaſſe Knaben auf, die bis zum 30. September 1901 das ſechſte Lebensjahr zurückgelegt haben.
Die Realſehule nimmt in die Sexta Knaben auf, die das 9te Lebensjahr zurückgelegt haben. Bei genügender leiblicher und geiſtiger Reife können auch ſolche Knaben aufgenommen werden, welche bis zum 30. September 1901 das 9te Lebensjahr vollenden werden. Bei der Eintrittsprüfung find folgende Kenntniſſe nachzuweiſen:
a) Fähigkeit, deutſche Schrift zu ſchreiben und mit richtiger Betonung zu leſen;
b) Veli Sicherheit in der Rechtſchreibung der in der Sprache des täglichen Lebens vorkommenden Wörter;
c) Kenntnis der Begriffswörter, ihrer Einteilung und Beugung, bei den Zeitwörtern nur der Haupttempora;
d) Kenntnis der vier Grundrechnungsarten in unbenannten ganzen Zahlen.
Das Progymnaſium nimmt in die Sexta ebenfalls Knaben auf, welche das 9te Lebensjahr entweder ſchon zurückgelegt haben oder bis zum 30. September 1901 zurücklegen. Die


