Jahrgang 
1901
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wertvolle Geſchenke an unſere Sammlungen. Herr Lehramtsaſſeſſor Barth, der zur Vertretung des⸗ Herrn Dr. Köhler vom Realgymnaſium in Gießen hierher verſetzt worden war, verließ unſere Anſtalt mit. Beginn des Winterhalbjahres wieder, um die Leitung der höheren Bürgerſchule in Wöllſtein zu übernehmen.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 5. September 1900 wurde Herr Direktor Dr. Theodor Walter zum Direktor des Großherzoglichen Gymnaſiums und der Realſchule zu Worms ernannt. Herr Direktor Dr. Walter hat 11 ½ Jahre lang die Anſtalt mit Umſicht und Thatkraft geleitet und deren Ent⸗ wickelung in der verdienſtvollſten Weiſe gefördert. Die Errichtung des Progymnaſiums fällt in ſeine Amtszeit. Die Schule ſpricht ihm auch an dieſer Stelle gebührenden Dank aus und verbindet damit den Ausdruck der beſten Wünſche für ſeine Thätgkeit im neuen Wirkungskreis. Die dankbare Geſinnung aller, die hier ſeine Schüler waren, wird ihm als ſchönſter Lohn ſicher ſein.

Durch gleichzeitig erfolgtes Allerhöchſtes Dekret wurde der Großherzogliche Oberlehrer am Lud⸗ wig⸗Georgs Gymnaſium zu Danmſtadt, Profeſſor Dr. Franz Helm, zum Direktor der Realſchule und des Progymnaſiums zu Bingen ernannt. Er wurde am 1. October 1900 durch Herrn Geh. Oberſchulrat. Nodnagel in ſein Amt eingeführt.

Ferner ſchieden von der Anſtalt: am 1. Auguſt 1900 der außerordentliche Lehrer, Herr Pfarr aſſiſtent Dr. Paul Thumm, der den evangeliſchen Religionsunterricht erteilte. Schon ſeit dem 18. Mai 1900 war er krankheitshalber beurlaubt worden. Herr Pfarraſſiſtent Schuck von Kaſtel hatte ihn in uneigennütziger Weiſe vertreten. Außerdem wurde Herr Lehramtsaſſeſſor Heyder(ſeit dem 22. Nov. 1899) zur Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Realſchule zu Butzbach durch Verfügung vom 2. October 1900 abberufen.

Ebenſo verließ der ſeitherige katholiſche Religionslehrer, Herr Kaplan Gottfried Geck am 8. Januar 1901 unſere Schule. Nahezu fünf Jahre(ſeit dem 15. April 1896) hat er bei uns aufs ſegens⸗ reichſte gewirkt. Lehrer und Schüler ſahen ihn ungern ſcheiden.

Allen dieſen Herrn, mögen ſie längere oder kürzere Zeit Glieder unſeres Lehrkörpers geweſen ſein, bewahren wir eine dankbare Erinnerung und wünſchen ihnen das Beſte für ihre fernere Berufsthätigkeit.

Als Erſatz für die ausgeſchiedenen Herren traten ein: am 1. Auguſt 1900 Herr Pfarraſſiſtent Engel, am 1. October 1900 Herr Lehramtsaſſeſſor Repp, am 2. October Herr Lehramtsacceſſiſt Fuhry, am 8. Januar 1901 Herr Kaplan Dr. Stock. Mit der Verwaltung einer neu errichteten Lehrerſtelle wurde am 30. April Herr Lehramtsaſſeſſor Reeb betraut.

Leider war Herr Reallehrer Gerhard durch Krankheit längere Zeit verhindert, ſeinen Unter⸗ richt zu geben(von Pfingſten bis Schluß des Sommerhalbjahres). Zu unſerer Freude konnte er geſund und gekräftigt mit beginnendem Winterhalbjahr ſeinen Dienſt wieder übernehmen.

Zu einer militäriſchen Uebung in Dresden(vom 24. April bis 19. Juni) war Herr Lehramts⸗ aſſeſſor Krämer eingezogen. Mit der auch hierdurch notwendig gewordenen Aushilfe wurde Herr Lehr⸗ amtsacceſſiſt Buxmann beauftragt, der vom 25. Mai bis zum Schluß des Semeſters bei uns thätig war.

Auch Herr Oberlehrer Haſſelbaum mußte längere Zeit vertreten werden(vom 21. März. bis 7. Mai 1900). Er war zu einem Aufenthalt in Paris beurlaubt worden.

Beim Eintreffen der Torpedoboote am 11. Mat 1900 war die ganze Schule zur Begrüßung am Rheinufer verſammelt.

Herr Biſchof Dr. Heinrich Brückkvon Mainz beehrte am 11. Juni 1900 anläßlich eines ſeiner Vaterſtadt Bingen abgeſtatteten Beſuches auch unſere Schule, die Stätte, wo er einſt ſelbſt als⸗ Schüler geweilt, mit ſeiner Anweſenheit. Der katholiſche Teil der Schule mit Herrn Direktor Walter an der Spitze bereitete ihm einen feſtlichen Empfang.

Am 11. September 1900 beehrte Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel die Schule mit ſeinem Beſuche und wohnte in mehreren Klaſſen dem Unterricht bei.

Ebenſo bedachte am 27. November 1900 auch Herr Miniſterialrat Dr. Eiſenhuth in Beglei⸗ tung des Herrn Geh. Oberſchulrats Nodnagel unſere Anſtalt mit ſeinem Beſuch, um ſich von der äußerſten Unzulänglichkeit der räumlichen Verhältniſſe perſönlich zu überzeugen. Wegen Mangels an Raum