6. Zur Geſehiehte der Anſtalt.
Das abgelaufene Schuljahr brachte mannifache Veränderungen im Lehrerbeſtand. Zu⸗ nächſt ſchieden zu Oſtern 1899 die Herren Lehramtsaſſeſſoren Dr. Hellwig und Bock aus dem Kollegium, Herr Dr Hellwig um eine proviſoriſche Lehrerſtelle am Realgymnaſium zu Mainz, Herr Bock, um eine ſolche am Progymnaſium zu Dieburg zu übernehmen. Herr Pfarraſſiſtent Marx gab ſeine hieſige Stellung auf und kehrte in den Pfarrdienſt zurück. Aufang Juli ver⸗ ließ uns auch Herr Aſſeſſor Dr Männchen, um an das Großherzogliche Lehrerſeminar nach Alzey überzuſiedeln. Im November ward ferner Herr Aſſeſſor Rouge an das Gymnaſium zu Mainz verſetzt. Allen dieſen Herren rufen wir ein dankbares Lebewohl zu und begleiten ſie mit unſeren beſten Segenswünſchen in ihre neuen Lebensſtellungen.
Folgende Herren traten dafür in unſer Kollegium ein:
a. Der Großherzogliche Reallehrer Herr Dietrich(für Herrn Aſſeſſor Dr. Hellwig), ſeither an der Großherzoglichen Realſchule zu Groß⸗Umſtadt:
Michael Dietrich, geboren am 21. Februar 1860 zu König, beſuchte die Realſchule zu Michel⸗ ſtadt und das Realgymnaſium zu Gießen, legte die Reifeprüfung am Realgymnaſium zu Gießen und am Gymnaſium zu Bensheim ab, ſtudirte auf den Univerſitäten zu Straßburg und Gießen und machte die Staatsprüſung an der Univerſität Gießen. Sein Probejahr legte er am Realgymnaſium zu Mainz ab. Darauf nahm er Privatſtelle an. Seine erſte Verwendung im hoheren Schuldienſt des Groß⸗ herzogtums fand er an der Realſchule zu Bingen im Frühjahr 1889 als Vertreter von Herrn Haller. Darauf verwaltete er eine Lehrerſtelle an der Realſchule zu Groß⸗Umſtadt, die ihm am 10. Dezember 1892 definitiv übertragen wurde. Im Jahre 1895 nahm er einen längeren Aufenthalt in Paris. Am 1. April 1899 wurde er an die Realſchule zu Bingen verſetzt.
b. Herr Aſſeſſor Kraemer(für Herrn Aſſeſſor Bock), ſeither am Gymnaſinm zu Worms:
Geb. zu Mainz am 19. September 1872, beſuchte zunächſt die Elementarſchule, dann die Realſchule zu Bingen, trat Oſtern 1886 in das Gymnaſium zu Bensheim ein, von wo er Oſtern 1887 auf das Gymnaſium zu Mainz überging. Herbſt 1800 beſtand er dort die Reifeprufung. Er bezog dann die Univerſität Leipzig, ſpäter die Landesuniverſität, wo er ſeine Studien beendete und Oſtern 1895 das Fakultätsexamen ablegte. Er trat dann in das pädagogiſche Seminar zu Darmſtadt ein, dem er bis Oſtern 1896 angehörte. Am 1. April deſſelben Jahres trat er beim 2. Gren⸗Regt. Nr. 191 Kaiſer Wilhelm, König von Preußen in Dresden ein, um ſeiner einjährigen Dienſtpflicht zu ge⸗ nügen. Von Oſtern 1897 bis Oſtern 1899 war er ſodann am Gymnaſium zu Worms, zuerſt als Volontär, dann als Verwalter einer proviſoriſchen Lehrerſtelle thätig. Am 23. Dez. 1897 wurde er zum Lehramtsaſſeſſor ernannt.
c. Herr Acceſſiſt Kunkel(für Herrn Aſſeſſor Dr. Männchen); ſeither am pädagogiſchen Seminar des„neuen Gymnaſiums zu Darmſtadt.“
. Geboren zu Rockenberg am 7. März 1876, beſuchte er bis zum 10. Jahre die Schule ſeines Heimatdorfes, trat dann in das Progymnaſium zu Friedberg über; von Oſtern 1888 bis Oſtern 1892 beſuchte er die Realſchule zu Butzbach und von Oſtern 1892— 1894 das Realgymnaſium zu Darmſtadt. Vom Sommer⸗Semeſter 1894 bis Sommer⸗Semeſter 1896 ſtudirte er an der techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt Naturwiſſenſchaften und vollendete ſeine Studien im Frühjahr 1898 an der Univerſität zu Gießen. Vom 1. April 1898 bis 1. April1899 genügte er ſeiner Militärpflicht beim 1 Großherzoglichen Inf.⸗ (Leibgarde) Reg. No. 115 und irat dann in das pädagogiſche Seminar des„neuen Gymnaſiums“ zu Darmſtadt ein.
d. Herr Acceſſiſt Heyder(für Herrn Aſſeſſ Gymnaſium zu Darmſtadt.
Adolf Heyder iſt geboren am 4 Juni 1875 zu Bensheim a. B. Er beſuchte das Gym⸗ naſium zu Bensheim, beſand ſeine Reifeprüfung am 13. März 1893, begab ſich dann auf die Landes Univerſität Gießen, um daſelbſt klaſſiſche Philologie, Geſchichte und Deutſch zu ſtudieren. Sein Staatsexamen beſtand er am 1. März 1898. Darauf trat er in das padagog. Seminar zu Gießen ein. Nach halbjähr. Seminarkurſus wurde er zum erſten Male an dem Ludwig⸗ Georgs-⸗Gymnaſium zu Darmſtadt verwandt und darauf an dem Gynmaſium zu Büdingen in Ober⸗ heſſen. Eine meitere Verwendung fand er dann am Gymnaſium zu Gießen und kam von da zum zweiten Male an das Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium zu Darmſtadt. Er blieb hier bis zum 22. Nov. vor. Jahres und trat am 23. ds. Monats ſeine Verwendung a. d. Großh. Realſchule und Progymn. zu Bingen an.
e. Herr Pfarraſſiſtent Dr. Thumm(für Herrn Pfarraſſiſtent Marx) ſeither als Pfarr⸗ aſſiſtent in Langen:
Paut Chriſtian Thumm, geboren am 29. Mai 1870 zu Gooledgoods(Oſtindien), beſuchte das Gymnaſium zu Baſel, ſtudierte auf den Hochſchulen zu Baſel, Greifswald, Straßburg, Marburg und Leipzig Theologie und Philoſophie. Er widmete ſich zuerſt dem Schuldienſte als Dirigent der
or Rouge), ſeither am Ludwig⸗Georgs⸗


