Jahrgang 
1875
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'ſche Privat⸗Progymnaſium, hierauf das Friedberger Schullehrerſeminar, ſtudirte alsdann Philoſophie und Philologie, ſowie Realien auf der Univerſität Gießen, dann weiten Naturwiſſenſchaft auf der höheren Gewerbſchule zu Darmſtadt, wo er gleichzeitig ſeiner Acceß an der Realſchule machte(das zweite Jahr gegen Remuneration), abſolvirte 1842 auf der Hochſchule das philoſophiſche Doctorexamen, übernahm in demſelben Jahr die Leitung einer höheren Unterrichtsanſtalt zu Biedenkopf, die durch Ständebeſchluß des Jahres 1841 zu einer Landesrealſchule beſtimmt worden war, wurde im März 1846 nach Herſtellung der Schulgebäude daſelbſt erſt proviſoriſch, dann 1848 definitiv erſter Lehrer und Dirigent der neuerrichteten Realſchule, im Juni 1856 als erſter Lehrer an die Realſchule nach Friedberg, im November 1858 als Lehrer der Mathematik an das Gymnaſium zu Worms verſetzt, wo er 1869 die erledigte Stelle für Naturwiſſenſchaft am Gymnaſium und zugleich an der Realſchule übernahm. Im Dezember 1870 erhielt der⸗ ſelbe die große Medaille für Verdienſte um die vaterländiſche Landwirthſchaft, am 25. Auguſt 1872 den Charakter als Profeſſor. Derſelbe wurde Mitglied verſchiedener naturwiſſenſchaftlicher Geſellſchaften, z. B. correſpondirendes der oberheſſiſcheu Geſellſchaft für Natur⸗ und Heilkunde zu Gießen, ſowie engagirter Mitarbeiter pädagogiſcher, natur⸗ wiſſenſchaftlicher und landwirthſchaftlicher Zeitſchriften. Im Jahr 1873 wurde der⸗ ſelbe von der Regierung als Mitglied der erweiterten landwirthſchaftlichen Centralſtelle auf die Dauer von drei Jahren, durch allerhöchſtes Dekret vom 16. Januar 1874 zum Director der hieſigen Realſchule ernannt.

2. Ludwig Nodnagel, Sohn des verſt. Gymnaſiallehrers Nodnagel in Darmſtadt, geboren am 1. Mai 1845, beſuchte anfangs Privatſchulen, dann von Herbſt 1858 bis Herbſt 1862 das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und ſtudirte darauf in Gießen Philo⸗ logie, erhielt im philologiſchen Seminar die II. Preismedaille, und wurde im Herbſt 1866, nach abſolvirtem Fakultätsexamen, auf Empfehlung des Profeſſor Lange durch Verfügung des Miniſters v. Mühler als etatsmäßiger Hülfslehrer und am 1. Oktober 1868 als ordentlicher Gymnaſiallehrer an dem Gymnaſium und der damit verbundenen Realſchule l. Ordnung zu Dortmund angeſtellt, von wo er durch Allerhöchſtes Dekret mit Wirkung vom 1. April 1874 zum Reallehrer an der Großherzoglichen Realſchule zu Bingen berufen wurde.

3. Dr. Karl Nies, Sohn des Obergüter⸗Inſpectors Nies zu Gießen, geboren am 9. Juli 1850, beſuchte das Knabeninſtitut von Dr. Steinmetz, ſpäter das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und ſtudirte auf der Univerſität zu Gießen Philoſophie. Die philo⸗ ſophiſche Vorprüfung beſtand er im Mai 1870, wurde dann bei Ausbruch des Krieges bei dem Erſatzbataillon des 2. Gr. Infanterieregiments eingeſtellt und erhielt die Kriegs⸗ denkmünze für Nichtcombattanten am Combattantenband. Nach beendigtem Feldzuge ſetzte er ſeine mathematiſchen Studien fort, war ordentliches Mitglied des mathem. und phyſik. Seminars, unterzog ſich im Juni 1873 der Prüfung für das höhere Lehramt

*) Von ſelbſtändigen Schriften wurden von demſelben unter anderen verfaßt: 1) Phyſi⸗ kaliſche Rechenaufgaben(Darmſtadt b. Pabſt, 1847); 2) Beudant's Naturgeſchichte des Mineralreichs(Kaſſel, 1853); 3) Raturgeſchichte der Inſekten(Kaſſel, 1857); 4) Die Naturkunde zur Bildung rationeller Haus⸗ und Feldwirthe ꝛc. und 5) Kurzer Leitfaden der Naturkunde für Fortbildungsſchulen(Frankfurt bei Sauerländer, 1856 u. 1858); 6) Der neue Borkhauſen(Darmſtadt, 1863); 7) Landwirthſchaftliches Ungeziefer, mit 16 col. Tafeln (Mannheim, 1867). Auf Erſuchen der Gebrüder A. und K. Müller und des Verlegers O. Spamer in Leipzig: 8) Leben und Eigenthümlichkeiten der mittleren und niederen Thiere, mit Illuſtrationen(Leipzig, 1870). Im Auftrag des Darmſtädter Obſt⸗ und Weinbau⸗Vereins: 9) Die ſchädlichen Obi. und Weinſtockinſekten, mit 4 col. Tafeln(Darmſtadt, 1871); 10) Die kleine Thierwelt, mit 8 lith. Tafeln(Mannheim bei J. Schneider, 1875).