führer und der kath. Religionslehrer mit 73 Schülern aller Claſſen am 2. September eine eintägige Wander⸗ fahrt aus. Das Dampfſchiff beförderte die Reifenden nach Rüdesheim, die Eiſenbahn von dort nach Asmanns⸗ hauſen. Hier begann die Fußwanderung den Rhein entlang, und dann durch das Bodenthal aufwärts auf den Kammerforſt und den Katerich, wo ſich eine herrliche Ausſicht auf das Rheinthal bis Oberweſel öffnete. In und bei dem in der Nähe liegenden Forſthauſe, wo ſich freundliche Wirthe und preis iswürdige Sveiſen und Ge⸗ tränke fanden, wurde Mittagsraſt gehalten; dann gieng der Marſch unter frohem Sang nach Aulhauſen und auf den Niederwald, von dort gegen Abend nach Rüdesheim hinab, von wo das Dampfſchiff die Reiſegeſell⸗ ſchaft nach einem froh verlebten Tage wohlbehalten in die Heimath zurückbeförderte.
Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war während dieſes Schuljahres keineswegs befrie⸗ digend. Zunächſt wurde Herr Lehrer W ürth bei Eröffnung des Schuljahres von ſchwerer Krankheit befallen, dier ihm erſt am 26. Juli die Wiederaufnahme ſeiner Unterrichts ſtunden geſtattete, welche bis dahin von ſeinen Mit⸗ lehrern ſoweit thunlich, ausgefüllt worden waren. Ferner war Herr Muſiklehrer Buſch während der erſten drei Monate des Winterhalbjahres durch ſchwere Erkrankung an der Ertheilung des Geſangunterrichts verhindert, welcher in dieſer Zeit ausfiel. Auch die übrigen Hauptlehrer wurden durch Katarrhalleiden, welche von den grellen Temperaturſprüngen des Winterwetters veranlaßt waren, hie und da einen Tag in ihren Functionen verhindert. Die nämliche Ungunſt des Wetters bewirkte auch bei den Schülern häufige Erkrankungen; einige derſelben waren ſogar Monate lang am Schulbeſuch verhindert.
Um nicht zu jährlichen Nachträgen genöthigt zu ſein, hat Herr Reallehrer Mühr die Fortſetzung ſeiner Fauna der näheren Umgegend von Bingen bis zur vollſtändigeren Bewältigung des reichen Materials vertagt, da ihm noch ſtets neue Objecte aus der Klaſſe der wirbelloſen Thiere der hieſigen Gegend bekannt werden. 3
II. Nachricht üher die öffentliche Prüfung und die damit verbundene Schlußfeicr.
Donnerstags, den 28. April: Freitags, den 29. April: Morgens, 8— 9 Uhr: Kathol. Religon. Morgens, 3 5 8 4 Uhr: Ld. Religiaid . 2— 4„ Latein. Sprache. 9— 10 ½„ Deutſche Sprache. 5 11io.(Geographir, Ge⸗ 10 ½— 12„ Arithmetik und Al⸗ ſchichte. gebra.. 10— 11„ Naturgeſchichte. Nachmittags, 3— 4„ Geometrie. 11 12„ Chemie. — 5 ach Nachmittags, 3— 3„ Engl. Sprache. 4 5 7„ Fuanäſ Fhi d 3 ¾— 4 Kaufm. Rechnen 5 ½+ 6„ Gahang und Decla 3 u. Buchhaltung. 3 4 ½— 5„ Phyſik. .—„ 6„ Geſang und De⸗ clamation. Folgende dreiſtimmige Lieder aus Theod. Odenwald's Sammlung und 2 einſtimmige werden geſungen: Donnerstags: Freitags: 1. Lob⸗ und Danklied, von Karl Schulz. 1. Abendlied, von Zelter. 2. Abendlied, von C. H. Nink. 2. Schönheit der Natur, von Fr. Silcher. 3. Deutſches Weihelied, von A. Methfeſſel. 3. Lenzes Ankunft, von F. J. Fnihene 4. Bei Leipzig, einſtimmig, von Möhring. 4. Deutſchland über Alles, einſtimmig, von J. Haydn.
Zwiſchen den einzelnen Liedern werden von Schülern deutſche Gedichte vöorgetragen. Zum Vortrag franzöſiſcher und engliſcher Gedichts⸗ inſofern es die Zeit erlaubt, haben ſich gemeldet und ſind in Ausſicht genommen:


